Über Begegnungen mit Freaks

Am Wochenende habe ich mir im GOP Essen die aktuelle Show “Freaks” angesehen. Schräge Typen zeigen großartige Performances am Boden und in der Luft. Eine hochkarätige und sehr unterhaltsame Produktion, deren Titel mich an die verschiedenen Freaks denken lässt, die uns täglich begegnen. Wir treffen sie nicht nur auf der Bühne, sondern zum Beispiel auch auf Reisen, nicht wahr?!

“Freaks” im GOP Essen

Auf der Bühne ist normal ja eher langweilig. Das Publikum freut sich über das Andere, das Schräge und Abwegige. Genau das zeigen diese Freaks:

Da ist der Zeremonienmeister Elyas Khan, der “Meister aller Freaks” und gleichzeitig musikalischer Leiter der Show. Sébastien Tardif ist der schräge Vogel, der mit Comedy und Comedy Akrobatik das Publikum zum Lachen bringt. Am Cyr wirbelt Gabriel Drouin über die Bühne.

Die Irre, Vanessa Collini, beweist am Boden und am Aerial Hoop, wie extrem biegsam ihr Körper ist. Spinnenfrau Estrella Urban demonstriert Handstand-Akrobatik, MisSa Blue experimentiert eindrucksvoll mit scharfen Schwertern. Camille Tremblay und Louis-Marc Bruneau-Dumoulin sind das perfekt aufeinander abgestimmte Paar am Vertikaltuch.

Den größten Applaus vom Publikum gab es für zwei Vladimirs. Die beiden Muskelpakete überzeugen zunächst als Duo Vladimir mit einer beeindruckenden Partnerakrobatik, im zweiten Teil als Trio Trilogy mit Akrobatin Kateryna. Sie lässt sich von den beiden starken Männern in die Luft werfen und nach Salti und Schrauben sicher wieder auffangen. Einfach großartig und wirklich sehenswert!

“Freaks – Unheimlich schön” ist bis zum 3. November 2019 zu sehen. Die Show wird achtmal wöchentlich gezeigt und dauert etwa zwei Stunden (inklusive Pause). Tickets gibt es ab 29 Euro.

Freaks auf Reisen

Ich lerne gerne neue Orte und Kulturen kennen. Deswegen verreise ich so häufig. Oft treffe ich dabei auch kuriose Menschen – nennen wir sie “Freaks”. Zum Beispiel diese fünf:

1. Die Liegenreservierer

Sie sind uns fast überall begegnet, die Menschen, die sich schon kurz nach Sonnenaufgang “ihre” Liege reservieren und sie oft genug gar nicht nutzen – Tag für Tag, bevorzugt die gleiche. Wer mich kennt weiß, dass mir diese Spezies ziemlich unsympathisch ist. Ihr Verhalten ist aus meiner Sicht komplett überflüssig. Mehr über dieses Thema habe ich …hier niedergeschrieben.

2. Die Gewohnheitstiere

Sie reisen immer wieder an denselben Ort und ins selbe Quartier. Seit Jahr(zehnt)en. Ich sehe die Vorteile: Man kennt sich aus, weiß dass es gut ist, braucht sich nicht orientieren, ist gleich nach der Ankunft heimisch, erspart sich die Suche fürs nächste Mal.

Viele Sommerferien meiner Kindheit liefen so ab, und mir hat es bis zum Teeniealter gut gefallen. Auch in den letzten Jahren wir haben tatsächlich einige Male an gleicher Stelle eingecheckt: mit Kleinkind an der Nordsee und im Sauerland, als Bahnreisende im Hotel mit Abholservice.

“Du machst doch auch immer wieder Urlaub in Dubai”, werden sich manche jetzt denken. Stimmt. Allerdings: Wir buchen jedes Mal ein anderes Hotel (zu meinem Plädoyer fürs Hotelhopping geht es …hier) und waren auch in anderen Emiraten (bis jetzt in Abu Dhabi, Ajman und Sharjah).

Dubai entwickelt sich im Übrigen mit einer solchen Geschwindigkeit, dass es für uns jedes Mal ein bisschen neu ist. Zuletzt auch, wie ich …hier beschrieben habe.

3. Die Dauernörgler

Das Essen schmeckt nicht, ist nicht abwechslungsreich genug oder zu kalt. Die Mitreisenden nerven, weil sie zu laut sind oder sich die Teller zu voll machen. Der Strand ist zu sandig, der Pool zu nass.

Wer das Haar in der Suppe sucht, wird es finden. Mich strengt eine solche Meckerei an. Das ist auch der Grund, warum ich (Hotel-)Bewertungen wenig Beachtung schenke.

Stattdessen lese ich Beschreibungen sehr gründlich, auch zwischen den Zeilen. Dabei lässt sich schon viel potenziell Ärgerliches identifizieren. Wenn ich zweifle, buche ich nicht.

4. Die Im-Weg-Steher

Wer kennt’s? Leute machen an der besten Stelle Unmengen Bilder und bleiben dann genau da stehen, um sich anzusehen, ob was Schönes dabei ist. Ahhhhhh!

Ein kleiner Schritt zur Seite würde auch den anderen freie Sicht auf was auch immer bieten. Könnten Sie bitte…? Danke!

5. Die Alles-Fotografierer

Das vorweg: Ich fotografiere ja auch gern und viel (von Mann und Kind kommen des Öfteren Klagen). Doch das lässt sich locker toppen, wie ich beobachtet habe.

Da gibt es Menschen (häufig aus Asien), die quasi permanent ihre Kamera vor dem Gesicht haben. Ich frage mich oft, ob sie überhaupt mitkriegen, wo sie sind. Oder schauen sie sich das dann zu Hause an?

Damit mir während der Show genau das nicht passiert, habe ich dieses Mal beim GOP-Theaterbesuch meine Kamera gar nicht benutzt und mich voll auf das sehenswerte Bühnengeschehen konzentriert.

Zu sehen sind hier die offiziellen Pressefotos des GOP Essen. Vielen Dank dafür und ebenso für die Einladung zu den Freaks!

 

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