Niederrhein: An der Bislicher Insel

Die Bislicher Insel bei Xanten im Kreis Wesel ist eine der letzten naturnahen Auenlandschaften am Niederrhein. Sie ist schon lange ein international bedeutsames Vogelrastgebiet, unter anderem für arktische Gänse. Bis zu 25.000 dieser Tiere beziehen dort ihr Winterquartier. Hier sind ein paar Eindrücke von diesem beeindruckenden und sehenswerten Naturschutzgebiet in Pottnachbarschaft:

Geografisch gesehen ist die Bislicher Insel keine Insel. Das Naturschutzgebiet liegt in einer Altrheinschlinge. Seinen Inselcharakter und auch seinen Namen erhielt es, als um 1788 der Rhein durch den Bislicher Kanal im Norden begradigt wurde.

Bei Hochwasser überflutet der Rhein das Gelände regelmäßig mit der Folge, dass der Fluss zahlreiche Pflanzensamen anschwemmt, die in fruchtbarer Erde keimen, unter anderem Erle, Esche, Weide und Schwarzpappel.

Neben meist 20.000 bis 30.000 arktischen Wildgänsen überwintern und nisten hier seltene und vom Aussterben bedrohte Arten. So besteht beispielsweise NRWs größte Kormoran-Kolonie auf der Bislicher Insel. Auch Nil- und Kanadagänse haben sich in der Auenlandschaft angesiedelt.

In der Mitte der Bislicher Insel gibt es das Besucherzentrum “NaturForum” mit der Dauerausstellung „AuenGeschichten“.

Wir haben hier geparkt und uns den für Fußgänger freigegebenen Weg erklären lassen. Einen Rundweg gibt es nicht, sondern eine gut erkennbare Strecke durch das Naturschutzgebiet, die man hin- und wieder zurückgeht. Wir sind gemütlich gelaufen, haben gelegentlich kurz angehalten und waren etwa eineinhalb Stunden unterwegs.

Entlang des Weges gibt es immer wieder überdachte Holzhäuser mit “Guckschlitzen”. Sie stehen an den interessantesten Stellen und geben den Besuchern Deckung. Mit etwas Glück kann man von hier aus die verschiedenen Tierarten beobachten.

In jedem Häuschen sind Tafeln, die zeigen und erklären, welche Tiere es an diesem Ort (theoretisch) zu sehen gibt. Denn klar ist: Die Bislicher Insel ist kein Zoo.

Zugegebenermaßen haben wir nur sehr wenige Vögel gesehen, was irgendwie logisch ist: Es waren zwar nicht viele, aber doch regelmäßig Menschen unterwegs, vor denen sich das scheue Getier wohl lieber in Sicherheit bringt.

Fast alle Besucher hatten mindestens Ferngläser dabei. Wir haben auch sehr viele beeindruckende Objektive gesehen. Offenbar ist die Bislicher Insel ein beliebtes Revier für Tierfotografen und Vogelkundler.

Wir haben bei unserem Spaziergang übrigens nicht nur Vögel gesehen (und vor allem gehört), sondern auch frei laufende und ganz friedliche Rinder.

Seit 2000 gab es immer wieder einzelne Störche, für die inzwischen drei Bruthilfeplätze errichtet wurden. Angeblich brüten seit 2005 Jahr für Jahr bis zu drei Storchenpaare auf der Insel.

Bevor wir uns auf den Rückweg ins Ruhrgebiet gemacht haben, sind zum Abschied einige Vogelformationen über uns hinweg geflogen. Ein wirklich tolles Naturschauspiel!

Wer es sich selbst anschauen möchte, sollte dazu die Wintermonate wählen. Ab Februar machen sich die Vögel wieder auf den Nachhauseweg.

Ein Besuch der Bislicher Insel lässt sich übrigens gut mit einem Stadtbummel in Xanten oder Kevelaer verbinden. Meine Eindrücke von der Pilgerstadt gibt es …hier.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.