Bochum: Stadt und Kunst erfahren

Warum auch immer: Bochum ist auf meiner Ruhrgebietskarte ein ziemlich weißer Fleck. Ich bin zwar schon oft durchgefahren und war auch einige wenige Male hier zu Besuch, aber so richtig kenne ich die Stadt nicht. Dass sich das ändern muss, weiß ich nicht erst seit der zweiten Instaradtour in diesem Jahr. Dabei konnte ich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen: etwas über Bochum und über Kunst im öffentlichen Raum er-fahren.

Bochum Terminal   Bochum Terminal

Unser Treffpunkt war die Skulptur “Terminal” am Bochumer Hauptbahnhof. Der US-Bildhauer Richard Serra hat hier vier rostige Stahlplatten aneinandergelehnt. Sein Kunstwerk ist begehbar. Von innen eröffnet sich in einer Höhe von zwölf Metern eine lichte Öffnung in der Form eines exakten Quadrates.

Stadtpark Bochum

Am sehenswerten Planetarium vorbei (da war ich schon mal!) ging es in den wirklich schönen Stadtpark. Hier steht eine dreiteilige Stahl-Collage, die Aleš Veselý nachträglich „Iron Report“ benannt hat.

Bergbaumuseum Bochum

Kann man sagen, dass der Förderturm am Deutschen Bergbau-Museum das Wahrzeichen Bochums ist? Wahrscheinlich schon. Deshalb gehörte es zurecht auf unsere Route. Zumal es auch hier Kunst im öffentlichen Raum gibt – sogar (vielleicht nicht für jeden erkennbar) im nach etlichen hochsommerlichen Wochen fast verdörrten Gras.

Bochum

“Und wo ist hier die Kunst?” – “Du stehst drauf.”

Unser engagierter Kunstvermittler hat innerlich bestimmt das eine oder andere Mal die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen. Ich glaube, nicht alle Teilnehmer waren wirkliche Kunstkenner. Ich jedenfalls bin es nicht. Aber: Inzwischen bin ich viel aufmerksamer und nehme Kunst im öffentlichen Raum häufiger auch als solche wahr!

Bochum   Bochum

Erst recht, wenn mein Name im Spiel ist. So wie auf dem Platz des europäischen Versprechens an der Christuskirche.

Sehenswert ist hier das Kunstwerk von Jochen Gerz, an dem sich auch sehr viele Nichtkünstler beteiligt haben. Seit 2007 wurden Menschen aus Bochum und ganz Europa eingeladen, ihr persönliches Versprechen für ihren Kontinent abzugeben. Das Versprechen ist still und bleibt das Geheimnis jedes Teilnehmers. Jedoch wurden die Namen aller, die ein Versprechen abgegeben haben, auf Platten, die auf dem Kirchvorplatz installiert sind, in Stein gemeißelt. Teilgenommen haben 14.726 Menschen aus über 1.300 Städten Europas – auch mehrere Anjas!

Bochum Haus Weitmar

Mein persönliches Highlight der Instaradtour durch Bochum war der idyllische Schlosspark von Haus Weitmar. Ich hatte davon noch nie gehört, will aber auf jeden Fall noch einmal herkommen.

Neben dem Museum unter Tage befinden sich hier vierzehn Werke der Konkreten Kunst von sieben verschiedenen Künstlern – teilweise sehr verborgen und für uns Nichtfachleute (s.o.) teilweise ehrlich gesagt auch nicht als Kunst wahrnehmbar. Gut, dass uns unser geduldiger Kunstvermittler immer wieder auf die Sprünge half.

Kunstgebietruhrtour

Nach der #kunstgebietruhrtour im Juni in Essen (Beitrag …hier) war diese Tour durch Bochum die zweite in diesem Jahr. Eine dritte findet am 2. September in Duisburg statt. Sehen wir uns?

Weitere Informationen: www.kunstgebiet.ruhr

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Hinweise:
Zu der #instaradtour war ich eingeladen. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. Ein Honorar habe ich nicht erhalten.
Wir haben natürlich viel mehr Kunst im öffentlichen Raum gesehen und Informationen darüber erhalten. Damit der Beitrag übersichtlich bleibt, habe ich nur einige erwähnt.

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Witzig, wir waren gestern in Planetarium. Den Rest werde ich mir auch mal auf die Liste setzen…

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