Bottrop: Tetraeder mit Pottblick

Wieso war ich eigentlich nicht längst schon am Tetraeder? An der markanten Pyramide sind wir etliche Male vorbei gefahren. Sie thront über Bottrop und ist von der A42 bei Tag und Nacht gut zu erkennen. An einem schönen Frühlingstag haben wir die Halde endlich auch erklommen und uns die wohl ungewöhnlichste Pyramide des Ruhrgebiets genauer angesehen.

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So ist das mit den Haldenskulpturen im Pott: Man muss sie sich erlaufen. Bis nach oben zum Tetraeder war es ein etwa 20-minütiger Spaziergang, natürlich immer bergauf. Anfang April bei schönem Frühlingswetter war zu sehen, wie Bäume und Sträucher wieder zu grünen und blühen beginnen. Zwischendurch konnten wir auch erkennen, was der Hügel früher war: ein Schutthaufen der ehemaligen Schachtanlage Prosper. Alternativ zum Spazierweg gibt es übrigens auch einen direkten Weg nach oben: eine Treppe mit 387 Stufen.

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Oben angekommen bot sich uns ein Bild, das fast ein bisschen surreal war: Ein karges Plateau, nur Steine, keine Flora. Ein bisschen wie auf dem Mond! Echt spooky.

Das „Haldenereignis Emscherblick“, kurz Tetraeder, ist eine in Form einer dreiseitigen Pyramide erbaute und begehbare Aussichtsplattform. Die Stahl-Konstruktion mit einer Seitenlänge von 60 Metern ruht auf vier Betonpfeilern.

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Das Tetraeder wurde von dem Architekten Wolfgang Christ entworfen und 1995 erbaut. Die 90 Meter hohe Halde wurde zwischen 1969 und 1993 aufgeschüttet. Halde und Tetraeder sind ein Gemeinschaftsprojekt der Internationalen Bauausstellung Emscher Park (IBA), des Kommunal-Verbandes Ruhrgebiet (KVR), der Ruhrkohle AG sowie der Stadt Bottrop.

So, dann mal nichts wie rauf auf’s Tetraeder! Es gibt drei Plattformen, die man über Treppen erreicht.

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Da ich aber ein bisschen Höhenangst habe und durch die verbauten Lichtgitter überall freie Sicht nach unten war, habe ich mich nur bis zur ersten Plattform getraut. Was ich nicht so schlimm fand: Auch hier war die Aussicht schon toll.

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Stattdessen haben wir fotografisch mit meiner verspiegelten Sonnenbrille gespielt. Bei diesem außergewöhnlichen Motiv lädt es einfach dazu ein. 🙂

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Rund um das Plateau ist ein Weg angelegt mit vielen Bänken und Schautafeln. So konnten wir nachlesen, was wir alles gesehen haben: den Gasometer in Oberhausen, die Arena Auf Schalke (zu hören war sie an diesem Fußballnachmittag auch), Essen City u.a.m. Bei richtig klarer Sicht soll man sogar bis zu den Großhochöfen in Duisburg gucken können. – Ein Fake war jedoch die Haltestelle: Hier oben hält nix! Bei der Wikipedia habe ich gelesen, dass bis Oktober 2014 im Sommer einMidi-Wasserstoffhybridbus herfuhr, der dann aber eingestellt wurde, weil keine EU-Mittel mehr zur Verfügung standen. Vielleicht steht das Schild deshalb noch immer hier.

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Wir haben von hier oben (mal wieder) gesehen, wie schön grün das Ruhrgebiet ist. Aber natürlich gibt es auch noch immer die pott-typischen Ansichten von Schloten und Löschtürmen.

Ich habe jedenfalls nach dem Besuch am Tetraeder Lust bekommen, noch mehr Halden anzusteuern. Also: Fortsetzung folgt!

 

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Weitere Infos: http://www.halden.ruhr/

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