Corona: Wie wir helfen können

Dies ist die Geschichte von Karim, den Corona gerade besonders betrifft. Karim war im Dezember 2019 unser Tourguide in Abu Dhabi. Wir mochten den fröhlichen Pakistaner sofort. Er hat uns nicht nur fantastisch durch die Sehenswürdigkeiten gelotst, sondern uns auch viel erklärt, tolle Familienfotos von uns gemacht und uns zum Lachen gebracht. Wir haben noch Kontakt zu Karim und hoffen sehr, dass wir uns bald wiedersehen.

Als Corona im März in Deutschland einfiel und ich die Nachrichten aus aller Welt las, musste ich auch an Karim denken, der erst vor ein paar Wochen dieses schöne Foto am beeindruckenden Qasr al Watan gemacht hat.

Die Vereinigten Arabischen Emirate hatten relativ schnell den Shutdown ausgerufen. Die Fluggesellschaft Emirates stellte sogar weitgehend alle Passagierflüge ein.

Was macht ein Tourguide in Zeiten von Corona, wenn keine Touristen mehr kommen, Hotels und Malls geschlossen sind, die Menschen nicht mehr auf die Straße dürfen? Wie wohl die meisten Gastarbeiter in den V.A.E. arbeitet auch Karim nicht nur für sich selbst. Als ältester Sohn sorgt er gleichzeitig für das Wohlergehen seiner Familie in Pakistan, wohin er irgendwann zurückkehren möchte.

Ich schrieb Karim an. Er antwortete prompt: „thnx for asking. life is bad. no work. its very difficult for me to survive.“

Wir boten ihm an, ihm mit einer Überweisung zu helfen. Über unser Angebot freute er sich sehr: „thnx alot. may god bless you guys. u make my day“. Aber er nahm es nicht an.

Jetzt ist Ramadan. Während des heiligen Monats ist den Moslems die Gemeinschaft und die Solidarität mit den Schwachen und Armen besonders wichtig.

Zu den fünf Säulen des Islam, den wichtigsten Regeln des islamischen Glaubens, gehört deshalb neben dem Fasten, dem Beten, dem öffentlichen Glaubensbekenntnis und der Pilgerfahrt nach Mekka auch die soziale Pflichtabgabe, genannt „Zakat„.

Vielleicht ist das der Grund, warum sich Karim jetzt wieder bei uns gemeldet und schließlich doch um unsere Unterstützung gebeten hat: „writing this mesg with a heavy heart. alot of people back home also need food and medicine. help out with some money. i never thought i ll be asking this.“

Also haben wir den Kampf mit der Online-Auslandsüberweisung aufgenommen und einen Beitrag in unsere Lieblingswüste geschickt – in der Hoffnung, damit in Zeiten von Corona einem lieben Menschen etwas helfen zu können.

Die Geschichte von Karim soll hier stellvertretend für andere vergleichbare stehen. Denn Corona heißt für viele Menschen: Kurzarbeit, Jobverlust, Umsatzeinbruch, Existenzängste, Zukunftssorgen. Schlimmstenfalls kommt auch noch die Furcht vor Krankheit und Tod hinzu.

Wir können nicht allen helfen, aber wir können an vielen Stellen unterstützen:

  • betroffene Menschen wie Karim mit einer Finanzspritze
  • die kleinen Geschäften in unserer Nachbarschaft mit Käufen (Abholung, Gutscheine)
  • unsere Lieblingscafés und -restaurants, indem wir ihre Außer-Haus-Verkäufe nutzen
  • den kleinen Buchhändler um die Ecke, indem wir bei ihm bestellen und nicht beim Online-Riesen
  • Zoos durch Tierpatenschaften
  • Hilfsorganisationen durch Spenden

Hier wirst du sicher fündig:

Welche weiteren Ideen hast du? Wenn du sie mir nennst, ergänze ich sie gern!

Mein Wunsch: Dass alle, denen es möglich ist, auf irgendeine Art und Weise helfen. Ich freue mich, wenn auch du mitmachst!

Die meisten der Fotos zur Illustration dieses Beitrags zeigen übrigens die letzte Station, die Karim mit uns angesteuert hat: das Observation Deck at 300 in den Etihad Towers.

Der Gebäudekomplex mit den fünf markanten Türmen umfasst Büros, Appartements und ein 5-Sterne-Hotel der Jumeirah-Gruppe.

Im 74. Stock in etwa 300 Metern Höhe befindet sich ein Restaurant, das einen großartigen Panoramablick über die Skyline von Abu Dhabi bietet. Der reguläre Eintritt kostet 95 Dirham (knapp 25 Euro). Darin enthalten ist ein Gutschein im Wert von 55 Dirham, der am Besuchstag eingelöst werden kann, zum Beispiel für ein Getränk oder einen Nachmittagstee.

Nach dem Besuch dort oben war es Zeit, sich von Karim zu verabschieden.

Karim heißt übrigens nicht wirklich Karim. Aber so ähnlich. Im Sinne seiner Privatsphäre habe ich mir einfach einen anderen Namen für ihn ausgesucht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.