Notizen zu Corona – 2. Teil

Das Coronavirus bedeutet: Krise, Herausforderung, Bedrohung, Drama, … Es ist auf jeden Fall ein historisches Ereignis mit ungeahnten Ausmaßen und betrifft die ganze Welt. Die Folgen sind noch nicht präzise abschätzbar, doch klar ist: Wenn die Pandemie abebbt, wird es noch lange dauern, bis sich unser Alltag wieder normalisiert hat. Das sind keine schönen Aussichten. Trotzdem kann ich Corona einige positive Aspekte abgewinnen:

Corona lässt mehr Zeit für Schlaf

Ich arbeite zwar noch im Büro, Mann und Kind sind aber schon seit Wochen zu Hause (Homeoffice bzw. Homeschooling). Das heißt: Wir alle können länger schlafen und müssen nicht schon am frühen Morgen hetzen.

Allerdings schlafe ich deswegen nicht unbedingt besser. Da ich für ein systemrelevantes Unternehmen tätig bin, ist das Level der Anspannung im Moment deutlich höher als üblicherweise – manchmal leider auch nachts.

Corona fördert das Familienleben

Da wir kaum unterwegs sind und alle sonstigen Freizeitaktivitäten derzeit nicht stattfinden, sind wir als Familie fast permanent beieinander. Zum Glück kann sich aber jede*r auch zurückziehen. Ich verbringe die meiste freie Zeit auf der Terrasse.

Wir essen regelmäßiger zusammen, als das im unregelmäßigen Wochenalltag möglich ist. Wir kommen häufiger ins Gespräch, schauen gemeinsam Filme, verhandeln über den Speiseplan,… So wachsen wir als kleine Familie enger zusammen.

Corona verändert unser Verhalten

Der Shutdown und die Kontaktsperre führen bei uns unter anderem dazu, dass wir umsichtiger und kreativer werden. Wir überlegen genauer, was wir kaufen müssen und wie wir unsere Vorräte vollständig aufbrauchen. Damit keine Langeweile aufkommt, probieren wir auch kompliziertere und neue Rezepte aus.

Mit Blick auf die rigiden Ausgangssperren in anderen Ländern freuen wir uns über die Zeit, dir wir draußen verbringen dürfen. Wir sind dankbar für unser Zuhause, in dem wir uns auch für einen längeren Zeitraum wohlfühlen können.

Corona lässt die Umwelt aufatmen

Wenn ich das Fenster öffne, höre ich meist nur die Vögel zwitschern. Die Straßen sind oft so leer, dass wir sie als Gehweg nutzen können. Am Himmel ist nur ganz selten ein Flugzeug zu hören und/oder sehen.

Die Luft ist besser, die Gewässer sind klarer. Berge und Strände sind menschenleer. Es scheint, als atme die Natur auf.

Corona reduziert die Ausgaben

Von wenigen Ausnahmen abgesehen kaufen wir aktuell nur Lebensmittel. Shopping ist kein Thema. Wo und wofür auch? Wir tanken kaum (schade eigentlich, die Benzinpreise sind nämlich rekordverdächtig niedrig), wir verreisen nicht, gehen nicht ins Theater oder Kino und geben auch anderweitig kein Geld für Freizeitaktivitäten aus. #wirbleibenzuhause

Gleichzeitig sind wir in der glücklichen Lage, dass wir bislang „normal“ arbeiten können und keine Einkommenseinbußen haben. Mir ist sehr bewusst, dass das in dieser schwierigen Zeit neben der Gesundheit wohl eines der größten Privilegien ist.

Auch deshalb unterstützen wir die Cafés, Restaurants und Geschäfte in unserem Stadtteil durch (Gutschein-)Käufe, um ihre Verluste während des Shutdowns etwas abzufedern.

Corona schweißt zusammen

Bei aller Sorge und Belastung nehme ich gerade einen nie zuvor erlebten Zusammenhalt wahr.

Wir helfen, verschenken, lachen, nähen, improvisieren, malen, musizieren, trösten, kochen, organisieren, skypen, schreiben, telefonieren und backen miteinander und füreinander.

Prioritäten verschieben sich, es werden schnelle Entscheidungen getroffen, Regeln akzeptiert, Kompromisse gefunden, Alternativen entwickelt.

Ich bin richtig stolz auf das, was da jetzt plötzlich so geht in Deutschland. Vielen Dank und weiter so!

Die Fotos zur Illustration dieses Beitrags habe ich Anfang April 2020 in unserem kleinen Garten gemacht, dem wir vor einigen Jahren ein bisschen „Asia-Style“ verpasst haben.

 

 

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