Notizen zu Corona – 1. Teil

Wir stecken mitten in einer der größten Krisen der Nachkriegszeit. Die Welt kämpft gegen einen unsichtbaren Gegner: das Coronavirus. Aktuell ist Europa der Hotspot. Ich beobachte die rasante Entwicklung mit einer Mischung aus Respekt und Faszination. Wir sind Zeitzeugen eines Ereignisses, das es sicher in zukünftige Geschichtsbücher schaffen wird. Dies ist der erste Teil meiner ganz persönlichen Corona-Notizen.

Hand aufs Herz: Wer hätte eine solche Pandemie vor drei Monaten erwartet?

Im Februar haben wir noch ganz entspannt nach China geguckt, wo Corona als erstes ausgebrochen war. Das schien so weit weg. Jetzt, nur drei Wochen später, ist Europa der Krisenherd.

Durch Corona erleben wir in diesem Ausmaß bisher nie Dagewesenes:

  • Länder machen ihre Grenzen dicht.
  • Für Deutschland gibt es eine Reisewarnung.
  • Schulen und Kitas schließen. Geschäfte und Restaurants, Theater und Museen ebenfalls.
  • Millionen Beschäftigte arbeiten gezwungenermaßen im Homeoffice oder in Kurzarbeit.
  • Der Dax stürzt ab. Unternehmen, kleine wie große, bangen um ihre Existenz. Einzig Lieferdienste schwimmen in Aufträgen.
  • Menschen tätigen Hamsterkäufe, vor allem Klopapier, Mehl, Brot und Nudeln.
  • Messen, Sportwettbewerbe und der Eurovision Song Contest werden abgesagt bzw. verschoben. Das gilt natürlich auch für viele kleiner Veranstaltungen.
  • Es finden keine Taufen, Trauungen und Gottesdienste mehr statt.
  • Die Fluggesellschaften streichen fast alle Flüge. Es gibt historische Rückholaktionen von Deutschen aus aller Welt.
  • Das Militär rollt durch das italienische Bergamo, um die vielen Toten abzutransportieren.
  • Mit eindringlichen Worten wie „Es ist ernst“ wendet sich die Bundeskanzlerin zum ersten Mal überhaupt in einer Fernsehansprache an die Bevölkerung (von den üblichen Neujahrsansprachen abgesehen).

Die Welt ist im Krisenmodus. Stündlich erreichen uns neue Meldungen rund um Corona, die Medien senden im Akkord. Täglich steigt die Zahl der Infizierten und Toten. Das Gesundheitssystem wird auf eine harte Probe gestellt. Die Akteure arbeiten am Limit.

Politische und unternehmerische Entscheidungen werden in einer überraschenden Geschwindigkeit getroffen.

In allen Ländern sind die Menschen aufgefordert, zu Hause zu bleiben: #stayfuckinghome #socialdistance. Offenbar versteht noch nicht jeder, dass damit wirklich ALLE gemeint sind. Straßencafés und Biergärten sind noch immer viel gut besucht und es gibt „Corona-Partys“. Deshalb steht inzwischen auch für Deutschland eine Ausgangssperre im Raum, viele fordern sie sogar.

Auf der anderen Seite ist in Zeiten von Corona eine kreative Solidarität spürbar:

  • Menschen bieten sich Hilfe an.
  • Arbeitskräfte in „systemrelevanten“ Berufen (u.a. Polizei und Feuerwehr, Gesundheitswesen und Pflege, Energie und Verkehr) erhalten Applaus und Wertschätzung. Vollkommen zurecht und längst überfällig.
  • Künstler treten ohne Publikum auf und übertragen ihre Performance im Internet. Das zum Erliegen gekommene öffentliche Leben wird digital.
  • Hotels bieten ihre Zimmer als Krankenstation an.
  • Persönliche werden durch virtuelle Treffen ersetzt, z.B. via facetime.

Das freut mich sehr und macht mir Mut. Weitere aus meiner Sicht positive Aspekte von Corona habe ich …hier zusammengetragen.

Ich bin so, so dankbar, dass uns Corona bislang nicht allzu hart trifft:

  • Wir haben Jobs und Einkommen.
  • Für die Osterferien hatten wir ohnehin keinen Urlaub geplant. Eine kleinere Aktion fällt ins Wasser, aber sie ist verschiebbar und verursacht keine Stornokosten.
  • Die schulfreie Zeit lässt sich vorerst überbrücken, weil der Hausherr gleichzeitig die Anordnung zum Homeoffice hat.
  • Verabredungen mussten wir zwar absagen, aber wir werden sie so bald wie möglich nachholen.
  • Zwei größere Familienfeiern im Mai stehen noch auf der Kippe. Wir warten ab.
  • Der DAX-Absturz betrifft uns, weil wir einen Teil unseres Geldes in Aktienfonds angelegt haben. Aber wir kannten das Risiko. Der Verlust ist aktuell nicht existenzbedrohend und hoffentlich nur vorübergehend.

Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir unseren Erinnerungsspeicher mit bleibenden Eindrücken aufgefüllt haben: zum Jahreswechsel in Abu Dhabi, über Karneval beim Skifahren in den Bergen.

Denn das Credo meines klugen Mannes ist: „Jetzt machen und nicht zu viel auf später verschieben.“ Wie recht er mal wieder hat!

Ich wünsche uns allen, dass wir die Corona-Krise gemeinsam meistern und sich alle ENDLICH vernünftig verhalten: #WirBleibenZuhause.

Fortsetzung folgt.

Die Fotos zur Illustration dieses Beitrags sind vom 15. März 2020. Den schönen Frühlingstag haben wir für einen Sonntagsspaziergang durch den Düsseldorfer Nordpark genutzt. An der frischen Luft sein ist zum Glück erlaubt und sogar empfohlen. Wir haben auf einen angemessenen Sicherheitsabstand zu Fremden geachtet und sind nirgendwo eingekehrt.

Das Beitragsbild, ein Sonnenuntergang auf dem Meer, ist bei unserer Mittelmeer-Kreuzfahrt in den Herbstferien 2018 entstanden. Den Beitrag dazu gibt es …hier.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.