Das bin ich (5)

Rein statistisch gesehen liegt die Hälfte meines Lebens hinter mir. Aber keine Sorge, deshalb werde ich jetzt nicht melancholisch. Wenn Teil 2 genauso viele schöne Erlebnisse bringt, kann ich mich freuen! Meinen Geburtstag nehme ich zum Anlass für einige biografische Anekdoten in meiner Serie „Das bin ich“. Hier ist Teil 5 der Reihe, die ich regelmäßig fortsetze.

IMG_1518

Ich bin Einzelkind.

Angeblich habe ich als kleines Mädchen immer gesagt, dass ich keine Geschwister haben möchte. Daran kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern. Wie dem auch sei: Ich bin Einzelkind. Das hat – wie alles im Leben – Vor-und Nachteile. Einzelkinder haben die volle Aufmerksamkeit ihrer Eltern – das ist (meistens) schön. Dafür haben Einzelkinder aber auch niemanden zum Spielen und Streiten – das ist (manchmal) nicht so schön. Die meisten meiner Freundinnen hatten Bruder oder Schwester, so dass ich regelmäßig einen Eindruck davon bekam, wie das so sein kann. Oft dachte ich: Gut, dass ich keine Geschwister habe. Vielleicht ist unser Kind deshalb auch ein Einzelkind?!

IMG_1509

Die Urlaube meiner Kindheit habe ich an der Ostsee verbracht.

Unsere Familienurlaube im Sommer haben wir viele Jahre lang an schleswig-holsteinischen Ostseeküste verbracht. Ich glaube, meine Eltern haben beim Bezahlen der Zimmerrechnung immer schon den Termin fürs nächste Jahr klargemacht. Mit dieser Tradition waren wir in guter Gesellschaft, denn wir trafen jedes Jahr die gleichen Familien wieder. Es war fast wie ein zweites Zuhause.

In den drei Wochen an der Ostsee hatten wir wechselnde Bedingungen: die ganze Zeit Hochsommer, Dauerregen, Algenplage, glasklares Wasser, Sandbank in Reichweite, keine Sandbank weit und breit, hohe Wellen, platte See. So blieb trotz des gleichen Ziels und des gleichen Quartiers immer ein bisschen Überraschung.

Wir wohnten in einem Dreibettzimmer mit Etagentoilette und -dusche auf einem Bauernhof unweit vom Strand. Jedes Kind hatte hier sein „Pflegepony“, es gab Hunde und Katzen, Schweine und Kühe. Einen Kidsclub und eine abendliche Kinderdisco brauchten wir nicht, Handys und WLAN gab’s lange nicht – wir hatten uns und die Natur. Das war damals genug. Hach, wie sich die Zeiten doch ändern…

IMG_1508

Ich fahre sehr gern Ski.

Das Skifahren habe ich im Alter von sieben Jahren gelernt. Damals gab es noch keine Schneekanonen und kaum Gondelbahnen. Wir sind überwiegend mit Einer- oder Doppelsesselliften sowie Schleppern von unten nach oben gekommen. Dafür gab es sehr viel Schnee, auch schon in den Weihnachtsferien. Soweit ich mich erinnere, waren wir fast jedes Jahr im Skiurlaub. Als ich älter war, habe ich zusätzlich an Skifreizeiten teilgenommen. Skifahren ist einfach toll!

Als unser Schneehase noch klein war, haben wir für einige Jahre eine Skipause eingelegt. So wirklich schwer gefallen ist mir das nicht, aber es hat mich schon ein bisschen „gejuckt“, wenn Bilder von Skigebieten oder Skirennen im Fernsehen liefen. Inzwischen ist das Fräulein auch auf den Brettern, und es macht ihr zum Glück auch Spaß. Ohne allzu große Entzugserscheinungen kann ich ein oder zwei Jahre auf Skiurlaub verzichten. Es ist ja nur ein vorübergehender Verzicht – hoffentlich!

IMG_1517

Mein erster Flug ging nach Palma de Mallorca.

Zum ersten Mal geflogen bin ich im fortgeschrittenen Alter von 15 Jahren (wie ich damals aussah … auweia!). Nach vielen Jahren an der Ostsee sollte es dann doch mal in südlichere Gefilde gehen. Wir flogen also in den Sommerferien nach Mallorca. Ich durfte am Fenster sitzen und war schwer aufgeregt (offenbar war mir das aber alles nicht so ganz geheuer, wenn ich mir meinen Gesichtsausdruck so angucke).

Die in meinen ersten 15 Jahren verpassten Flugmeilen habe ich dann bald nachgeholt. Nach dem ersten Flug ging ich eigentlich regelmäßig in die Luft (auch außerhalb des Flugzeugs, aber das ist ein anderes Thema). Es schlossen sich viele Urlaubsflüge an und nach dem Studium auch viele dienstliche Flugreisen. Mein erster Transatlantikflug war 1994 nach New York. Damals durften wir die Piloten sogar noch im Cockpit besuchen. Das war echt toll!

IMG_1521

Ich hatte einen Hund.

Die große Liebe meiner Kindheit hieß Timmy. Timmy war unser Cocker-Spaniel, der unser Leben 15 Jahre lang bereichert hat. Wir holten Timmy, als ich elf Jahre alt war. Er war damals acht Wochen jung und der niedlichste Welpe, den man sich vorstellen kann. Seinen Namen bekam er, weil ich damals „Fünf Freunde“ las und deren Hund bekanntlich genauso hieß. Timmy war ein herzensguter Wegbegleiter und vielleicht auch ein bisschen Geschwisterersatz für mich. Es gab Tage, da liebten wir uns heiß und innig, aber auch Tage, an denen wir uns besser aus dem Weg gingen. Ich brachte ihm einige Tricks bei, aber im Großen und Ganzen war er einfach nur er. Ich kann mich nicht erinnern, dass ihn jemand nicht mochte (allenfalls sein Sabber störte gelegentlich).

Timmy erreichte ein gesegnetes Alter, doch diverse Gebrechen beeinträchtigten ihn in seinen letzten Lebensmonaten sehr. Als wir den Eindruck hatten, dass seine Lebensfreude nachließ, erlöste ihn der Tierarzt. Es war einer meiner schwersten Gänge, aber ich wich bis zuletzt nicht von seiner Seite. Noch heute finden sich bei uns Bilder von Timmy. Er fehlt mir und schenkt mir noch heute immer wieder schöne Erinnerungen.

 

Hier sind die anderen Teile dieser Reihe:

Das bin ich (1)
Das bin ich (2)
Das bin ich (3)
Das bin ich (4)
Das bin ich (6)
Das bin ich (7)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *