Das Schiff war das Ziel

Nach unserer nicht ganz so überzeugenden Kreuzfahrtpremiere vor sechs Jahren hat uns Cousin Fredi, ein passionierter Seereisender, ermutigt, es doch noch einmal zu probieren. Angebissen haben wir letztlich, weil sich die Chance ergab, auf dem derzeit größten Kreuzfahrtschiff der Welt zu reisen. Die Route war dabei eher nebensächlich, denn: Das Schiff war das Ziel.

Kreuzfahrt Schiff

Mit rund 6.000 (!) Passagieren gingen wir in Barcelona an Bord des Meeresriesen, auf dem 2.200 Crewmitglieder ihren Arbeitsplatz haben. Wir legten in Palma de Mallorca an (wo ich lieber auf dem Schiff blieb), danach in Marseille und La Spezia (Toskana). Von Civitavecchia aus hätten wir uns Rom ansehen können, worauf wir aber verzichteten.

Kreuzfahrt Neapel

Den schönsten Hafenplatz hatten wir in Neapel, wo wir extra früh aufstanden, um uns den Vesuv im Sonnenaufgang anzusehen. In der nahegelegenen quirligen Innenstadt mit den engen Gassen flitzten die vielen rasanten Rollerfahrer nur so um uns herum. Natürlich aßen wir in Napoli extrem leckere Pizza und cremiges Eis.

Kreuzfahrt Valencia

Nach einem Seetag erreichten wir Valencia und schneller als gewünscht schon wieder Barcelona, von wo aus es zurück ins regnerische Deutschland ging.

Kreuzfahrt

Obwohl das riesige Schiff wie eine schwimmende Kleinstadt ist – oder gerade deswegen?! -, hat uns unsere zweite Kreuzfahrt viel besser gefallen als die erste.

Woran das lag?

  • Sicher auch daran, dass wir uns dieses Mal für ein amerikanisches Schiff entschieden hatten. Amerikaner können große Menschenmengen einfach besser steuern als Deutsche, finde ich. Oder lag es am Publikum?
  • Gäste und Beschäftigte waren international, ausgesprochen freundlich, sehr entspannt und stets diszipliniert.
  • Es waren zwar sehr viele Menschen an Bord, wirklich eng wurde es aber eigentlich nur zu den üblichen Essenszeiten und direkt nach den Shows im Aufzug.
  • Anders als ich es erwartet bzw. befürchtet hatte, fanden wir an vielen Stellen sehr ruhige Orte, wo wir teilweise sogar allein waren.
  • Selbst an Seetagen waren überall zahlreiche Sonnenliegen, – stühle und Bänke frei.
  • Ohne Aufpreis gab es in bestimmten Restaurants auch Frühstück und Abendessen à la carte. Ich finde das viiiiel gemütlicher als Buffets.
  • Es war so wahnsinnig viel zu sehen und zu tun: mehrere Pools und Rutschen, Park, Minigolf, Zipline, Karussell, Casino und Spielbereich, Shops, Bars,… Wir konnten gar nicht alles sehen und ausprobieren.
  • Das Entertainment hatte Spitzenniveau. Die Shows sind am Broadway sicher auch nicht besser als in dem ultramodern ausgestatteten Theater. Im Aquatheater am Heck stürzten sich Turmspringer aus knapp 20 Metern in einen Minipool – einfach spektakulär!

Kreuzfahrt Essen

Natürlich haben wir auf See auch hervorragend und eigentlich viel zu viel gegessen. Um dem größten Trubel zu entgehen, sind wir nach Möglichkeit immer etwas später zu den Mahlzeiten gegangen als die Mehrheit. Für das Hauptrestaurant hatten wir jeden Tag eine Tischreservierung.

Das amerikanische Prinzip “please wait to be seated” ist mir sehr sympathisch: Man bekommt einen sauberen Tisch zugewiesen und kann davon ausgehen, dass dieser für die Dauer des Essens auch nicht “verteidigt” werden muss.

Kreuzfahrt Sonnenuntergang

Fazit: Wir hatten eine richtig gute Zeit, wobei unser Interesse mehr dem fantastischen Schiff galt als der Route.

Wie ich im Nachhinein herausgefunden habe, ist der Meeresgigant künftig vor allem in der Karibik unterwegs. Es war also eine seltene, vielleicht einmalige Gelegenheit, das derzeit größte Kreuzfahrtschiff der Welt in Europa zu erleben. Freu!

Auch wenn wir nicht darüber nachdenken, gleich 2019 die nächste Kreuzfahrt zu machen: Sechs Jahre wird es sicher nicht wieder dauern. Unsere Wahl wird dann bestimmt wieder auf ein amerikanisches Schiff fallen. Meinetwegen gerne auch wieder das gleiche – es gäbe noch genug zu entdecken.

Interessieren dich meine Eindrücke von unserer ersten Seereise 2012?
Dann schau mal …hier.

 

 

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