Dortmund: In den Kammern des Wissens

Ans andere Ende des Ruhrgebietes hat mich neulich die Ausstellung “Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens” im LWL Industriemuseum Zeche Zollern verschlagen. Das Besondere: Zum Konzept gehört eine Art Escape Room im Museum – die “Geheimen Kammern des Wissens”. Drei andere Blogger und ich durften sie nach Öffnungsschluss spielerisch entdecken.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

Zuvor zeigte und erklärte uns die Kuratorin, mit welchen Fragen sich die Ausstellung in einer ehemaligen Werkstatthalle auf dem Gelände der schönen Zeche Zollern unter anderem beschäftigt: Woher stammt Wissen? Ist es individuelles Eigentum oder soll es der Allgemeinheit gehören? Muss es geschützt oder sollte es geteilt werden? Wie geht jeder von uns mit Wissen um und welches Wissen geben wir selbst (von uns) preis?

In Zeiten von Google und Smartphones und dem damit verbundenen Dauer- und Überangebot an Informationen zeigt die Ausstellung, wie die Entwicklung moderner Gesellschaften früher und heute beeinflusst haben und beeinflussen.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

Die Entwicklung des Rades beispielsweise nahm schon in den Epochen der Urgeschichte ihren Anfang. Weiterentwicklungen sind u.a. Speicherrad, Laufrad, Wagenrad, Automobilrad und Rennautoreifen.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

Duckenberg, Duckfretete, Steve Dobs – hier erfolgt der Wissenstransfer, indem Comic-Elemente in die klassische Kultur gelangen. Sieht lustig aus, soll aber gleichzeitig zum Nachdenken anregen.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

Nach dem Rundgang durften Bettina von “Op jük“, Danny von “Wahlheimat Ruhr“, Thomas von “Ruhrpottblick” und ich ein paar Kammern des Wissens knacken. Das Prinzip ähnelt dem von Escape Rooms: Man bekommt eine Aufgabe und soll diese gemeinsam lösen – durch Suchen, Kombinieren, Rätseln, Ausprobieren. Die Spielanleitung im Museum gibt es per Tablet. Damit es nicht zu leicht ist, sind die Fragen stets kniffelig und meist nur durch Teamarbeit zu lösen. Wir sollen natürlich nix verraten, doch so viel dürfte erlaubt sein: Ein guter Mix der Gruppe aus Jung und Alt, genaues Lesen und Um-die-Ecke-Denken helfen. Wir hatten jedenfalls richtig Spaß!

Ich finde die Idee wirklich gut, ein solches Spielkonzept in eine Ausstellung zu integrieren – und das auch noch ohne zusätzliches Entgelt. Das scheint im Ruhrgebiet bislang einmalig zu sein. Wer das Museum besucht, sollte sich dafür auf jeden Fall Zeit nehmen! Größeren Gruppen ist eine vorherige Reservierung zu empfehlen.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

“Alles nur geklaut?” ist eine Ausstellung für Jung und Alt. Sie ist sehr interaktiv und lädt an vielen Stellen zum Anfassen und Ausprobieren ein. Analoge Angebote wie die klassische Museumsvitrine und digitale Medien (z.B. Touchscreens und Selfie-Stationen) sind klug kombiniert. Zahlreiche Exponate aus unserem Alltag – mein Favorit: die Tempo-Verpackung und ihre “Adaptionen” – machen das Thema der Ausstellung greif- und nachvollziehbar. Ich jedenfalls habe das Museum mit einigen neuen Erkenntnissen verlassen. Mein Fazit: zum Nachmachen auf jeden Fall empfohlen.

Alles nur geklaut Zeche Zollern Dortmund

Der Besuch von “Alles nur geklaut? Die abenteuerlichen Wege des Wissens” (zu sehen bis 13. Oktober 2019) lässt sich gut kombinieren mit einer Besichtigung der Zeche Zollern. Ich hatte leider an diesem verregneten Donnerstagnachmittag zu wenig Zeit und Pech mit dem Wetter. Das spricht für einen zweiten Anlauf, oder?!

Vielen Dank an das LWL Industriemuseum Zeche Zollern für die Einladung zum Social Media Walk. 

 

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