Dortmund: Kurzbesuch auf Zeche Zollern

Das ehemalige Bergwerk “Zeche Zollern” wird wegen seiner außergewöhnlichen Architektur auch “Schloss der Arbeit” genannt. In den 1960er stillgelegt, sollte es abgerissen werden. Doch die Anlage steht unter Schutz und erlangte als erster Industriebau Deutschlands Denkmalschutz. Heute ist Zeche Zollern einer von acht Museumsstandorten des LWL-Industriemuseums. Eher zufällig hatte ich in diesem Monat kurz Gelegenheit, mir das Gelände anzusehen.

Zeche Zollern Dortmund

Von Duisburg bis Dortmund ist es nicht gerade ein Katzensprung, deshalb kannte ich Zeche Zollern bis zu einem verregneten Donnerstagnachmittag Anfang April nur namentlich. Ich war hergekommen, um mir eine Ausstellung in einer ehemaligen Werkstatthalle auf dem Gelände anzusehen . Für eine komplette Besichtigung der Zeche Zollern und ihrer Gebäude im Stil der norddeutschen Backsteingotik hätte ich definitiv mehr Zeit gebraucht.

Zeche Zollern Dortmund

Denn das zwischen 1898 und 1904 als Prestigeobjekt entstandene Gelände ist groß, wie das Modell zeigt: Es umfasst ein Museum, mehrere Dauerausstellungen, zwei Fördertürme (einer davon ist begehbar), Gastronomie und Spielplätze. Ein schönes Ausflugsziel also für die ganze Familie.

Zeche Zollern Dortmund

In der Lohnhalle scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Heute ist sie eine beliebte Location für Trauungen.

Zeche Zollern Dortmund

Eine der Dauerausstellungen auf Zeche Zollern zeigt kindgerecht, was Bergleute hautnah betraf: schweres Arbeiten bei schwachem Licht und staubiger Luft, Sorge um Gesundheit und Arbeitskraft bis hin zu tödlichen Unfällen, Angst vor Lohnverlust und Steigerung des Arbeitsdrucks.

Zeche Zollern Dortmund

Sie erinnert aber auch an Fortschritte: unter anderem bessere Arbeitsbedingungen durch mehr Licht, längere Lebenserwartung durch gute medizinische Versorgung, sinkende Unfallzahlen durch Arbeitsschutzkleidung und Grubenwehren. Man bekommt auch einen lebendigen Eindruck vom Alltag der Bergarbeiterfamilien abseits der Zeche.

Zeche Zollern Dortmund

Und endlich stand ich mal in einer Waschkaue! Als sie gebaut wurde, hatten sich auf den Zechen im Ruhrgebiet Umkleide- und Waschräume für die Bergleute bereits durchgesetzt. Ihre Ausstattung entsprach dem Standard der Zeit: ein Umkleideraum mit Brausegang und Haken, an denen die Bergleute ihre Kleidung unter die Decke zogen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Duschen in einen Anbau ausgelagert und es entstand ein neuer Umkleideraum, in dem nur noch die Straßenkleidung hing.

Zeche Zollern Dortmund

Es hätte noch so viel mehr zu sehen gegeben …

Auch abends, wenn die prachtvollen Anlagen beleuchtet sind, lohnt ein Besuch der Zeche Zollern. Ich werde sicher wiederkommen – dann mit mehr Zeit und bei schönerem Wetter 😉

 

 

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