Dubai: Im Shopping-Paradies

Gerade läuft in Dubai wieder das legendäre Shopping Festival. Es findet jedes Jahr – je nach dem Termin des Ramadan – zwischen Ende Dezember und März statt. Während des Dubai Shopping Festivals (DSF) bieten die Geschäfte attraktive Rabatte an. Die Konsumwochen haben übrigens auch zu dem Ulknamen „Do buy!“ beigetragen. Malls gibt es in der Glitzermetropole am arabischen Golf wahrlich genug. Jede ist anders und deshalb auch für Nicht-Kaufinteressierte sehenswert. In unseren Urlauben haben wir schon einige besucht (aber vergleichsweise wenig gekauft). Hier ist mein Mall-Guide:

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Dubai Mall

Ich erinnere mich noch gut an das erste Mal, als ich die Dubai Mall betreten habe. Der Taxifahrer setzte uns an einem Nebeneingang ab. Ich ging durch die Glastür, stand auf einem riesigen, zentimeterdicken Teppich, es war ruhig, fast bedächtig. Hier, im High Fashion Bereich der Mall, reihen sich Prada, Gucci, Chanel, Louis Vuitton und all die anderen Luxusshops aneinander. Alles ist blitzsauber, angenehm klimatisiert und extrem elegant. Ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Damit ist das Besondere der Dubai Mall eigentlich schon zusammengefasst: Sie ist einfach zum Staunen. Und so groß, dass man definitiv mehrere Besuche braucht, um alles zu entdecken.

Hier die wichtigsten Fakten:

  • eines der größten Einkaufszentren der Welt (bezogen auf die Verkaufsfläche mit 350.000 qm)
  • 2008 in Downtown Dubai eröffnet, 1.200 Geschäfte, 120 Gastronomiebetriebe, über 30 Mio. Besucher pro Jahr
  • größter Gold-Souk der Welt mit 220 Geschäften
  • Kunsteisbahn, riesiges Aquarium
  • 24 Meter hohe Wasserkaskade
  • direkt neben dem Burj Khalifa gelegen

Die Dubai Mall ist definitiv ein Must See! Für einen entspannten Bummel durch die verschiedenen Bereiche des riesigen Konsumtempels, den Besuch des Burj Khalifa, dessen Eingang sich im Untergeschoss befindet, eine Stärkung im Food Court (unbedingt zu empfehlen, hier gibt es nahezu jede Küche der Welt in hervorragender Qualität) und ein oder zwei Shows am Dubai Fountain ist ein ganzer Tag einzuplanen.

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Wafi Mall

Wegen ihrer besonderen Architektur lohnt ein Besuch der Wafi Mall in der Nähe des Creek. Sie ist wesentlich kleiner als die Dubai Mall und gut in zwei bis drei Stunden zu erkunden.

Die Wafi Mall ist gestaltet wie eine ägyptische Themenwelt: mit in Pyramidenform errichteten Buntglasdächern, Pharao-Skulpturen, Sphinx-Statuen und mit Hieroglyphen verzierten Säulen.

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Dubai Marina Mall

Noch etwas beschaulicher ist die Mall in der Dubai Marina. Ihre Besonderheit ist die tolle Lage direkt an der Uferpromenade des Wolkenkratzerviertels Dubai Marina, das an Manhattan erinnert.

Einen Eindruck von der Dubai Marina Mall kann man sich in kurzer Zeit verschaffen. Danach sollte sich auf jeden Fall ein Spaziergang auf der geschlängelten Promenade anschließen – das ist lohnenswert und voller Fotomotive bei Tag und Nacht.

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Mercato Mall

Wer in der Wüste plötzlich Sehnsucht nach Italien hat, wird sich in der Mercato Mall in Jumeirah wohlfühlen.

Dieses kleine, im Renaissancestil gehaltene Einkaufszentrum hat kopfsteingepflasterte Gassen und mediterrane Piazzas und ein verglastes, lichtdurchflutetes Atrium. Es heißt, dass die eher kleine Mall vor allem bei europäischen Bewohnern Dubais beliebt ist.

Wer kein ausgiebiges Shopping plant, kann sich die Mercato Mall in ein bis zwei Stunden ansehen – Espressopause inklusive.

Mall of the Emirates

Mall of the Emirates

In Dubai ist die Mall of the Emirates (kurz: MOE) so etwas wie die Mutter aller Shoppingmalls. Sie wurde 2005 eröffnet und war zur Fertigstellung der Dubai Mall Ende 2008 eines der größten Einkaufszentren der Welt.

Ist die Dubai Mall doch sehr touristisch und rummelig, so scheinen in der MOE auch viele Bewohner von Dubai herzukommen und hier ihre alltäglichen Einkäufe zu erledigen.

Das Besondere der MOE ist die direkt angrenzende Skihalle (Ski Dubai). Von der Mall aus hat man auf fast alle Bereiche der Winterlandschaft (in der Wüste, verrückt!) eine gute Sicht. Ich finde es jedes Mal wieder aufs Neue faszinierend, den vorwiegend dunkelhäutigen Besuchern dabei zuzusehen, wie sehr sie sich offensichtlich im Schnee, den sie aus ihrer Heimat nicht kennen, amüsieren. Ein Besuch der großen Panoramascheibe war deshalb bei jedem MOE-Besuch eingeplant.

Die MOE ist sehr weitläufig und elegant, ohne überkandidelt zu wirken. Es gibt Luxuslabels genauso wie Geschäfte für den kleineren Geldbeutel. Wenn man sich etwas Zeit zum Schlendern lassen und sich vielleicht zwischendurch in einem der Cafés oder im Food Court ausruhen und stärken möchte, sollte man mehrere Stunden für den Besuch einplanen.

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City Centre Deira und Ibn Battuta Mall

Von zwei weiteren Malls habe ich kein Foto gefunden (offenbar haben wir hier einfach keine gemacht), sie sind aber trotzdem erwähnenswert:

Das City Centre Deira ist wohl die „normalste“ Mall, die wir besucht haben und am ehesten mit denen hier bei uns in der Region vergleichbar. Vielleicht liegt es daran, dass sie sich in Deira befindet, einem Stadtteil in der Nähe des Creek, in dem viele asiatische Gastarbeiter mit Durchschnittseinkommen leben. Luxuslabels findet man im City Centre Deira nicht. Trotzdem – oder gerade deswegen – hat sie uns auch richtig gut gefallen. Bei HATAM haben wir hier sehr günstig sehr gut iranisch gegessen. Und bei New Look haben wir ein schickes Stück Stoff für ebenfalls nur wenig Dirham gefunden.

Die Ibn Battuta Mall wird häufig als Ausflugsziel für Familien mit Kindern empfohlen. Sie ist in sechs nachgebildete „Themenwelten“ eingeteilt: China, Indien, Persien, Ägypten, Tunesien und Andalusien und hier jeweils auch landestypisch gestaltet. Unter einem Dach kann man hier also in kurzer Zeit eine kleine Weltreise unternehmen. Viele Kinder finden das sehr spannend, und auch für Erwachsene ist es durchaus interessant. In der Mall wurde übrigens das erste IMAX-Kino der Vereinigten Arabischen Emirate eröffnet. Die Ibn Battuta Mall liegt am Stadtrand in Richtung Jebel Ali, ist aber mit der Metro gut zu erreichen.

Das Einkaufszentrum ist nach Ibn Battuta benannt, einem berberischen Entdecker des 14. Jahrhunderts, auch „Marco Polo Arabiens“ genannt.

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Supermarkt

In fast allen Malls gibt es einen (meist sehr großen) Supermarkt. Es klingt wahrscheinlich komisch, aber: Wir finden ausländische Supermärkte total spannend und gehen möglichst immer rein. [Für diese Art der Urlaubsgestaltung gab es auch schon durchaus skeptische Kommentare, und das kann ich auch verstehen. Wer keinen Supermarkt-Fetisch hat, dem ist dieses Interesse sicher komplett fremd. Aber das nur so am Rande.]

Die Supermärkte in Dubai sind mit denen in Deutschland einfach nicht zu vergleichen. Hier gibt es fast alles: von Aspirin bis Zimt. In den Emiraten wohnen ja Menschen aus aller Welt, und die verlangen offenbar nach den Produkten, die sie von zuhause kennen. Deshalb gibt es hier nahezu A-L-L-E-S.

Ich finde es total spannend, an den meterlangen Regalen mit zig verschiedenen Sorten von Mentos, Reis, Fruchtsäften, Nüssen, Sojasoßen, alkoholfreiem (!) Bier usw. entlangzugehen. In der Frischeabteilung (u.a. Fisch, Fleisch, Obst, Gemüse, Gewürze aus großen Säcken) finde ich regelmäßig Sachen, die ich noch nie zuvor gesehen habe.

Wie gut, dass wir immer in einem Hotel ohne Küche gewohnt haben. Sonst hätten wir wahrscheinlich den halben Supermarkt leergekauft, um alles mal auszuprobieren. Stattdessen landeten nur ein paar koffertaugliche Mitbringsel im Einkaufswagen und etwas Proviant für die Zeit unseres Urlaubs: zum Beispiel frische, leckere und extrem günstige Snacks, die hier ganz frisch zubereitet und zum Mitnehmen angeboten werden.

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Souk

Nach diesem Plädoyer für den Besuch von Supermärkten kommt zum Abschluss natürlich noch der obligatorische Tipp, der (zurecht) auch in jedem Reiseführer steht: zum Souk gehen. Ich bin der Meinung, dass man Dubai nicht wirklich kennengelernt hat, wenn man nicht am Creek und dem dortigen Gewürz- und Goldsouk war. Hier ist die Wüstenmetropole viel orientalischer als in den hochmodernen Malls.

Also einfach beides anschauen – den traditionellen Souk und ein schickes Shoppingcenter. Es sind zwei verschiedene Welten und ein Beweis für die Vielseitigkeit Dubais.

 

P.S.:

Uff, ich glaube, das war mein bisher längster und aufwändigster Blogpost. Erst habe ich aus den tausenden Fotos unserer Dubai-Urlaube nach geeigneten Motiven gesucht. Dann habe ich in meinem Gedächtnis nach Erinnerungen gekramt und auch noch einmal einen Blick in die Reiseführer geworfen.

Aber die Idee zu diesem Beitrag hatte ich schon länger und die Gelegenheit war gerade gut. Ich war nämlich einige Tage mit Bronchitis außer Gefecht gesetzt, und trotz bester Matratze brauchte mein Rücken irgendwann eine andere Position – da war das Sitzen am Laptop eine gute Alternative. Hinzu kommt der Genesungsfaktor: Urlaubserinnerungen wirken (fast) wie ein Antibiotikum… 😉

P.P.S.:

Wer es zum Dubai Shopping Festival nicht schafft: Im Sommer, zwischen Juni und August, gibt es die Dubai Summer Surprises mit ebenfalls interessanten Rabatten. Können wir bestätigen!

P.P.P.S.:

Was die Dubai Mall angeht, habe ich mich hier auf das Allerwichtigste beschränkt und vieles nicht erwähnt. Eigentlich verdient diese Megamall einen eigenen Beitrag. Ich setze ihn hiermit auf meinen Redaktionsplan. Sobald sich ein Zeitfenster ergibt, will ich die Gründe zusammentragen, warum die Dubai Mall sogar mehrere Besuche wert ist. Aber das Zeitfenster möge sich bitte ohne Bronchitits ergeben …

 

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