Düsseldorf: Unterwegs im Medienhafen

Duisburg hat den Innenhafen, Düsseldorf den Medienhafen. Hin und wieder überquere ich die Pottgrenze, um in die nahegelegene Landeshauptstadt zu fahren. Allerdings kannte ich den Medienhafen bislang noch nicht so richtig gut. Das hat sich jetzt geändert! Wenn du Lust auf einen Bilder-Spaziergang durch das Stadtviertel am Wasser hast: Bitte einfach weiterscrollen und virtuell mitkommen!

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Nach Düsseldorf fahren wir immer mit der U-Bahn. Hier einen Parkplatz suchen? Nervig und teuer! Wir sind also ganz entspannt an der Heinrich-Heine-Allee ausgestiegen, auf kürzestem Weg zum Rhein und immer die Promenade entlang Richtung Süden gelaufen. Es ist ein schöner und nicht allzu langer Spaziergang.

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Direkt hinter der Rheinkniebrücke liegt der Landtag. So oft habe ich das Gebäude im Fernsehen gesehen. Nun stand ich auch einmal selbst am Parlamentsgebäude Nordrhein-Westfalens. Um den kreisrunden Plenarsaal gruppieren sich sechs halbrunde Teilgebäude. Am besten sieht man dies wahrscheinlich vom Rheinturm aus, einem der Wahrzeichen der Stadt. Mit über 240 Metern ist er das höchste Gebäude Düsseldorfs und der zehnthöchste Fernsehturm in Deutschland. Man kann den Rheinturm besuchen, wir haben das aus Zeitgründen aber nicht gemacht. Ein Besuch der Aussichtsplattform und/oder des Restaurants, das sich in einer Stunde einmal um die eigene Achse dreht, ist aber sicher lohnenswert. Beim nächsten Besuch vielleicht?!

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Unser Ziel an diesem etwas trüben Juni-Wochenende war der Medienhafen. Den erreichten wir vom Landtag aus nach wenigen Fußminuten. Bis in die 1990er Jahre war dieser südlich der schicken Königsallee gelegene Stadtteil ein eher unscheinbares Industrieareal. Die Umwidmung und der Neubau teils sehr außergewöhnlicher Gebäude haben ihn inzwischen zu einem angesagten In-Quartier gemacht. Es haben sich hier unter anderem zahlreiche Unternehmen aus der Medien- und Werbebranche angesiedelt, Mode- und Designerbetriebe, ein Multiplex-Kino und zahlreiche Restaurants. Wohnraum ist begehrt und teuer.

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Zu den wohl bekanntesten Fotomotiven aus dem Düsseldorfer Medienhafen zählen die Gehry-Bauten, die angeblich zu Anfang auch als „Alu-Bürodose“ verspottet wurden. Das kontrastreich gestaltete Gebäudeensemble des kanadisch-amerikanischen Architekten Frank O. Gehry ist vor allem eines: asymmetrisch. Die Fenster scheinen aus den Fassaden zu springen. Die eine ist weiß, die andere aus Backstein – beides spiegelt sich in dem mittleren, silbrig-glänzenden Gebäude.

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Am gegenüber liegenden Ufer fallen die „Flossis“ ins Auge. Am Roggendorf-Haus, einem kernsanierten Speicher, krabbeln 24 bunte Figuren der Künstlerin Rosalie scheinbar die Fassade hoch. Jeder Flossi ist ein Unikat.

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Den schönsten Ausblick auf den Medienhafen hat man meiner Meinung nach am Hotel Hyatt Regency (Foto: der schwarze „Zwillingskomplex“ am Ende der Landzunge). Hier ist eine frei zugängliche Aussichtsplattform, man kann es sich aber natürlich auch beim Essen oder einem Getränk gemütlich machen. Die tolle Lage bezahlt man allerdings mit, wie in allen direkt am Ufer liegenden Cafés und Restaurants auch.

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Apropos Getränk: Im Ruhrgebiet gibt es bekanntlich viele Kioske (wir Ruhris nennen sie Bude oder Büdchen), doch Champagner im Angebot hat wohl keiner. Das ist Düsseldorf: Hier steht der feine Tropfen ganz selbstverständlich an erster Stelle auf der Karte neben Softdrinks, Tabakwaren und Zeitschriften.

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Und wie fällt nun mein Fazit nach dem direkten Vergleich von Innenhafen Duisburg und Medienhafen Düsseldorf aus? Unser Innenhafen gefällt mir ein bisschen besser, und das ist nicht dem Lokalpatriotismus geschuldet. Düsseldorf ist natürlich insgesamt schicker als Duisburg. Doch der Medienhafen wirkt auf mich ziemlich vollgestopft. Die Gebäude stehen hier dicht an dicht, die Architekturstile sind wild gemixt. Etwas weniger wäre mehr, denke ich.

Ein zweiter Grund, der aus meiner Sicht für Duisburg spricht: Man ist hier viel näher am Wasser. In Düsseldorf ist die Hafenmauer so hoch, dass man nur von oben aufs Wasser herunter gucken kann.

Also: Wer nur den Medienhafen in der Landeshauptstadt kennt, muss unbedingt mal nach Duisburg kommen. Umgekehrt aber genauso: Das Pendant jenseits der Pottgrenze hat auf jeden Fall auch einen Besuch verdient.

 

Zu meinem Beitrag über den Innenhafen Duisburg kommst du …hier.

 

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