Duisburg: Marxlohs Moschee

Fast jede Stadt hat eine bekannte Kirche, die im Reiseführer oft als Top-Sehenswürdigkeit gilt: zum Beispiel Notre Dame in Paris, der Dom in Mailand, St Paul’s Cathedral in London usw. Auch bei mir stehen Kirchen häufig auf dem Besichtigungsprogramm, weil ich sie sehr stimmungsvoll finde und sie ein guter Ort zum Durchatmen sind. Moscheen mag ich wegen ihrer orientalischen Architektur ebenfalls gern. In Duisburg gibt es auch eine – sogar Deutschlands zweitgrößte.

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Im Norden von Duisburg, im berühmt-berüchtigten Stadtteil Marxloh, mehr oder weniger inmitten eines Wohngebietes wurde 2008 die DITIB Merkez Moschee (wie sie korrekt heißt) eröffnet. Bis 2017 war sie die größte Deutschlands. Nun belegt Köln-Ehrenfeld den Spitzenplatz.

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Das Gotteshaus im osmanischen Baustil mit einem 34 Meter hohen Minarett und einer großen Kuppel bietet 1.200 Menschen Platz im Gebetsraum – im Erdgeschoss für die Männer, auf der Empore für die Frauen.

Auf Anregung eines Projektbeirates, dem Anwohner und die christlichen Kirchen angehörten, erhielt der Bau große Fenster, die Transparenz ausdrücken sollen.

Mit Rücksicht auf die Nachbarschaft verzichtet die Moschee-Gemeinde auf den Muezzin-Ruf, der sonst fünfmal am Tag erklingt und häufig Anlass für Konflikte ist.

Duisburg Marxloh Moschee   Duisburg Marxloh Moschee

Die Besonderheit der Moschee ist ihre integrierte Begegnungsstätte mit einer Islam-Bibliothek, einem Bistro und mehreren Seminarräumen. Sie befindet sich im Keller unter den Gebetsräumen, steht unter dem Motto „Dialog unter der Kuppel“ und gilt als weltweit einzigartig unter einem Moscheedach.

Die Merkez Moschee steht an jedem Montag von 15.00 bis 15.45 Uhr zur Besichtigung offen. Gruppenführungen sind nach Vereinbarung möglich. Weitere Informationen gibt es …hier.

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Nicht weit weg von der Moschee, eine Autofahrt von drei Minuten oder einen kurzer Spaziergang entfernt, ist die Weseler Straße in Marxloh – Duisburgs, Deutschlands und angeblich auch Europas Brautmodenmeile Nummer 1. Ja, ich weiß, Marxlohs Ruf ist nicht der beste (zum Teil auch zurecht), aber im Hellen und zu den üblichen Geschäftsöffnungszeiten lohnt meiner Meinung nach ein Besuch dieses Multi-Kulti-Viertels. In einem früheren Blogbeitrag (…hier) habe ich darüber schon einmal geschrieben.

Wer Lust auf den Ausflug in eine andere Kultur hat, kann den Moschee-Besuch und einen Marxloh-Bummel mit garantiert authentischer türkischer Küche gut miteinander kombinieren. Nur Mut!

 

Hier sind weitere Beiträge über andere Gotteshäuser, die mir gut gefallen haben:

Abu Dhabi: Das weiße Wunderwerk
Dubai: Die schöne blaue Moschee
Gouda: In der längsten Kirche Hollands

 

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