Duisburg: Unschlüssig über Ruhrort

Der Duisburger Hafenstadtteil Ruhrort ist – auch dank Schimmi – einer der bekanntesten der Stadt. Naja, vielleicht nach Marxloh, das nach den Besuchen von Bundeskanzlerin und Bundespräsident (er kommt nächste Woche) inzwischen noch populärer geworden ist. In Ruhrort fließt die Ruhr in den Rhein. Hier ist Europas größter Binnenhafen. Die Atmosphäre ist sehr maritim. Lust auf einen Rundgang?

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Eigentlich bringt Ruhrort vieles mit, um ein attraktiver Ort in Duisburg zu sein. Ruhrort hat einige wirklich sehr schöne Ecken mit gepflegten Häusern und Plätzen. Auf der anderen Seite gibt es aber leider auch wirklich schäbige Stellen, wo es sehr heruntergekommen wirkt.

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Ein kleine, bis dahin namenlose Gasse in der Nähe der Schifferbörse heißt seit 2014 „Horst-Schimanski-Gasse“ und ist damit nach dem Tatort-Kriminalhauptkommissar benannt, der in Duisburg seinen Dienst tat. „Schimmi“ wurde von Götz George dargestellt und war angeblich der beliebteste aller Tatort-Kommissare.

Ursprünglich sollte die kleine Straße „Schimmi-Gasse“ heißen, doch der Vorschlag wurde verworfen, weil die Namensrechte unklar waren. Deswegen ist das an der Häuserwand angebrachte Schild auch nur gehäkelt und inoffiziell.

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Rund um Schimmi drehen sich auch viele Touren von „DU Tours„, die ihr Büro ganz in der Nähe der berühmten Gasse haben.

Sehenswert ist auch das 1974 eröffnete Museum der Deutschen Binnenschifffahrt. In den 1990er Jahren wurde es von Ruhrort in das alte Hallenbad im benachbarten Ortsteil Laar umgesiedelt, in dem ich als Schülerin noch selbst geschwommen bin. Lang, lang ist’s her…

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So nah liegen fies und schön beieinander: Nur wenige Schritte entfernt sind das traditionsreiche „Café Kurz und die Eckkneipe „Zum Amtsschimmel“. Das eine sehr einladend, das andere irgendwie so gar nicht (mehr).

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Schaut man vom Museumsschiff Oscar Huber zum gegenüber liegenden Stadtteil Homberg (und auf das Huntsman-Chemiewerk), fällt unweigerlich „Rheinorange“ ins Auge.

Die 1992 errichtete Skulptur bei Rheinkilometer 780 ist 25 Meter hoch, sieben Meter breit und einen Meter tief. Der Name Rheinorange ist ein Wortspiel: Bei der leuchtenden Farbe handelt es sich um den Farbton RAL 2004, genannt Reinorange.

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Was ich auch nicht so genau wusste: Duisburg hat mehr Brücken als Venedig. Es sind rund 650, viele davon natürlich im Ruhrorter Hafengebiet.

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Eines der markantesten Häuser in Ruhrort ist das „Bananenhaus“ auf der Karlstraße. Der Kölner Künstler Thomas Baumgärtel hat es 2001 gestaltet.

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Das Gebäude mit den meisten Fenstern ist „Haus Ruhrort“, das ich eigentlich nur unter dem Namen Tausendfensterhaus kenne, das aber tatsächlich nur 510 Fenster hat. Es wurde ab 1922 als Verwaltungsgebäude auf einem zugeschütteten Hafenteil gebaut. Viele Jahre hatte hier u.a. Duisburgs Lokalradio hier seinen Sitz. Heute sind die Räume an verschiedene Firmen, Gastronomie und eine ambulante Augenklinik vermietet.

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In Ruhrort gibt es zahlreiche schöne Altbauten. Viele sind mit Stuck verziert und sehr gepflegt.

Genau das ist es, was mich so unschlüssig macht in Bezug auf den Hafenstadtteil: Auf der einen Seite ist er schön, hinter der nächsten Ecke zum Teil wirklich heruntergekommen.

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Aber wie schon Leo Tolstoi sagte: „Die ganze Vielfalt, der ganze Reiz, die ganze Schönheit des Lebens besteht aus Schatten und Licht.“

 

 

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