Oberhausen: Pottliebe auf der Bühne

Das Ebertbad in Oberhausen war Ende des 19. Jahrhunderts die erste Badeanstalt im Deutschen Kaiserreich. Mitte der 1980er Jahre schloss es. Seit 1986 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und gilt inzwischen als eine der schönsten Kleinkunsthallen im Ruhrgebiet. Zu Studentenzeiten habe ich hier gelegentlich getanzt. Letztes Wochenende war ich nach sehr langer Zeit wieder da. Auf dem Programm stand – na klar! – eine Ruhrgebietskomödie.

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Es lief „Pommes oder das fünfte Element“ unter der Regie von Gerburg Jahnke. „Ein Singspiel über Pommes, den Pott und die Liebe“, schrieb die WAZ. Ich möchte anmerken, dass es eher um (die) Wurst ging, aber das ist eigentlich vollkommen nebensächlich. Mehr über den Inhalt: …hier.

Das „Sattmacher-Musical“ (WAZ) überzeugt durch Tempo, Witz, Musik und ganz viel ungespielten Lokalpatriotismus. Die fünf Darsteller haben große Lust am Schauspiel bewiesen und die wenigen Texthänger schlagfertig in Pointen umgemünzt. Wir konnten sehr viel lachen und ganz nebenbei die pottsche Grammatik auffrischen: „kommse, willse, glaubse, tach, mach mich ma’n Jägaschnitzel ohne Pilze“,… Empfehlenswert für jeden Pottbesucher und für echte Ruhris sowieso.

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Der Publikumsraum im Ebertbad ist 500 Quadratmeter groß und bietet Platz für ungefähr 500 Gäste. Obwohl wir die eigentlich teureren Plätze vor der Bühne hatten, sind wir vor dem Beginn des Stückes auf die Empore gewechselt. An den Seiten gibt es Stehtische und gemütliche Barhocker mit Lehnen, dazu deutlich mehr Platz als im unteren Teil der Halle sowie kürzere Wege zu Bar und WC.

Noch heute erinnern Waschbecken und Messingschilder mit der Aufschrift „Schwimmer“ bzw. „Nichtschwimmer“ an die ehemalige Nutzung. Wie schön die Badeanstalten früher waren! Nicht zu vergleichen mit vielen unserer heutigen Chlorhallen.

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Wer diesen Beitrag kurz nach seiner Veröffentlichung liest: „Pommes“ gibt es noch vom 4. bis zum 11. März 2018. Wer erst danach auf diese Zeilen gestoßen ist: Macht nix. Auch das übrige Programm im Ebertbad lässt gute Unterhaltung erahnen.

Mehr Infos: www.ebertbad.de

Aus der Getränkekarte: „Kultur ist ein dünner Lack, der leicht in Alkohol aufgelöst werden kann.“

 

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