Göteborg: Ein Tag in Schwedens Nr. 2

Etwas überrascht war ich schon, als meine Reisebegleitung Göteborg für unseren nächsten gemeinsamen Morgens-hin-abends-zurück-Trip vorschlug. Göteborg?! Das liegt in Schweden, klar, so viel wusste ich. Eine spontane Assoziation, ein Bild vor Augen, hatte ich allerdings zunächst nicht. Das hat sich geändert! Hier sind meine Bilder von einem Sommertag in Schwedens zweitgrößter Stadt.

Karte Europa

Zur Orientierung: Die alte Handels- und Seefahrerstadt Göteborg liegt an Schwedens Westküste an der Ostsee, jedoch schon recht nah zum rauen Nordatlantik. Nach ungefähr 1:45 Stunden Flug von Düsseldorf landeten wir am Flughafen Landvetter, einem der größten Schwedens. Ich habe noch nie so einen entspannten und leeren Flughafen gesehen. Etwa eine halbe Stunde dauerte die Fahrt mit dem Flughafenbus in die Innenstadt. Zur Frühstückszeit waren wir im Zentrum.

Göteborg Schweden Haga

Wir folgten dem Rat von Lennart aus dem Tourismusbüro und frühstückten im Stadtviertel Haga. In der gemütlichen Fußgängerzone Haga Nygata mit Holzhäusern aus dem 19. Jahrhundert gibt es zahlreiche Cafés. Wir kehrten im gemütlichen und traditionsreichen Café Husaren ein. Die tellergroße Zimtschnecke – angeblich die größte Göteborgs, wenn nicht sogar Schwedens -, die wir hier zum Kaffee bestellten, war so sättigend, dass wir damit bestens für die Stadterkundung gestärkt waren.

Göteborg Schweden Haga

Die Schweden trinken übrigens ziemlich viel Kaffee. Ihre “Fikakultur”, also die Angewohnheit, häufig auch mehrere Kaffeepausen einzulegen, ist tief verwurzelt. Diese alte Tradition erklärt die große Auswahl an Gebäck, Kuchen, süßem Brot, Plunderstücken und Torten.

Göteborg Schweden Hafen

Vom gemütlichen Haga aus sind wir Richtung Hafen gelaufen, den wir nach etwa einer Viertelstunde erreicht haben. Im 20. Jahrhundert entwickelte sich der Hafen Göteborgs zum größten Exporthafen Nordeuropas, der heute ein wichtiger ökonomischer Faktor für die Stadt ist.

Göteborg Schweden Hafen

Eines von Göteborgs Wahrzeichen ist der 1906 erbaute Windjammer “Viking”. Als größter in Skandinavien erbauter liegt er im Hafen Lilla Bommer fest vertäut und dient als Hotel und Museumsschiff.

Direkt nebenan: der “Lippenstift”. Das charakteristische weiß-rote Bauwerk hat in 86 Metern Höhe eine Aussichtsplattform, von der aus man bei klarem Wetter wohl sogar bis zum Schärengarten schauen kann. Wir haben den “Läppstiftet” allerdings nicht besucht, sondern dafür unseren Stadtspaziergang fortgesetzt.

Göteborg Schweden

Nächster Stopp: die Feskekôrka. Eine Fischhalle, die wie eine Kirche aussieht symbolisiert das fast religiöse Verhältnis der Göteborger zu den Schätzen des Meeres. Das Gebäude nach dem Entwurf des Stadtarchitekten Victor von Gegerfelt wurde 1874 fertiggestellt und ist ebenfalls ein typisches Postkartenmotiv. Noch heute wird hier fangfrischer Fisch verkauft, an den Imbissständen auch zum sofortigen Verzehr.

Göteborg Schweden

Wie vielseitig, hügelig und felsig Göteborg ist, konnten wir vom Burghügel Skansen Kronan erkennen. Die über 300 Jahre alte Festungsanlage war als militärische Absicherung gegen die Dänen gedacht und um Schwedens Zugang zur Nordsee abzusichern.

Der anstrengende Aufstieg hat mich ein bisschen an unsere Haldenbesuche erinnert – oben angekommen musste ich erst einmal verschnaufen… 😉

Göteborg Schweden

Ebenfalls hügelig ist der schöne botanische Garten “Botaniska Trädgård“. 1923 eingeweiht ist er mit seinen 175 Hektar einer der größten in Nordeuropa und hat zahlreiche Auszeichnungen bekommen.

Ich bin ja nicht so die Flora-Expertin, aber meine biobegeisterte Begleitung war hier schon ziemlich aus dem Häuschen. Aber zugegeben: Auch mir hat die Baum- und Blumenidylle sehr gut gefallen.

Göteborg Schweden

Ganz in der Nähe des Botanischen Gartens, südlich der Innenstadt, liegt der Slottsskogen – Göteborgs Central Park. Der Schlosswald bietet eine Minigolfanlage, einen Spielplatz, einen Tierpark mit Streichelzoo, das Naturhistorische Museum und das städtische Observatorium. Viele Göteborger besuchen den Park auch einfach zum Spazieren und Picknicken.

Wir haben im Slottskogen am 22. Juni 2018 Midsommar gefeiert – ein tolles Erlebnis! Mehr darüber …hier.

Göteborg Schweden Schären

Natürlich ist die Zeit in Göteborg viel zu schnell vergangen. Acht Stunden vor Ort reichen nicht aus, um eine solche Großstadt umfassend kennenzulernen. Das war auch nicht die Idee unseres Trips.

In der Stadt hätten wir uns gern mit Leihrädern fortbewegt – das hat an diesem Tag aus technischen Gründen allerdings an keiner der vielen Ausleihstationen, wo wir es probiert haben, funktioniert. Schade.

Schade fand ich auch, dass keine Zeit für einen Ausflug in die Schären blieb. Spätestens beim Landeanflug über die malerische Inselwelt mit ihren typisch roten Schwedenhäuschen habe ich darauf richtig Lust bekommen. Für einen Besuch im Schärengarten kann man aber locker einen ganzen Tag einplanen. Vielleicht beim nächsten Mal?!

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Diese Reise habe ich komplett selbst organisiert und bezahlt. Natürlich war der Tag sehr anstrengend (aufgestanden gegen 4.00 Uhr, wieder daheim gegen 23.00 Uhr), aber total schön. Letztendlich war das “Tagesabenteuer Göteborg” auch gar nicht so teuer: ein günstiger Flug mit Eurowings, Flughafentransfer, Verpflegung. Eintritt haben wir nirgendwo bezahlt.

Mit einer Übernachtung wäre der Städtetrip zwar entspannter, aber auch deutlich teurer geworden. Ich mache dann aber lieber zwei mal solche Experimente – noch bin ich fit genug dafür 😉

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Vielleicht interessieren dich auch die Berichte zu meinen anderen “Morgens-hin-abends-zurück”-Trips:

Mailand (2017)
Manchester (2017)

 

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