Oberhausen: Kreuzweg zur Halde

Der Aufstieg zur Halde Haniel, um die es im vorhergehenden Blogbeitrag ging, ist anders als bei den anderen Halden, die ich bisher besucht habe: Er ist kurzweiliger. Das liegt am Kreuzweg mit mehreren Stationen, die den Leidensweg von Jesus Christus darstellen. Hinter fast jeder Biegung zieren Gegenstände und Werkzeuge der angrenzenden Zeche Prosper Haniel den Schotterweg zum Haldengipfel. Hier sind einige herbstliche Impressionen vom Kreuzweg:

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An den Stationen des Kreuzweges finden sich biblisch geprägte Bilder und Texte auf Holztafeln, die wie ein Förderturm aussehen.

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Station 1: Pilatus wäscht seine Hände.
Der Teufkübel ist ein Gefäß, mit dem abfallendes Gestein beim Teufen (Herstellen) eines Schachtes gehoben wird.

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Station 2: Jesus nimmt sein Kreuz auf sich.
Die Bergekästen sind ein aus Schwellen aufeinander geschichtetes Geviert, dessen Innenraum mit Bergen (Steinen) ausgefüllt wurde. Die Bergekästen wurden vom Liegenden bis zum Hangenden aufgeschichtet und bildeten eine „Mauer“.

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Station 3: Erster Fall
Der Gleitbogenausbau ist ein Streckenausbau, der durch seine Halbkreisform eine hohe Stabilität bietet.

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Station 4: Jesus begegnet seiner Mutter.
Der Tonnenwagen ist ein gleichgebundener Transportwagen für Kohle und andere im Bergbau zu transportierende Schüttgüter.

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Station 5: Simon von Cyrene
Der Reibungsstempel ist ein zweiteiliger Metallstempel, dessen Ineinanderschieben durch Reibeelemente kontrolliert wird.

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Station 6: Veronika hält das Schweißtuch
Der Türstockausbau ist ein trapezförmiger Grubenausbau aus Stahl oder Holz. Er wurde im Bergbau benutzt, bevor es den Bogenausbau gab.

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Station 7: Zweiter Fall
Die Seilscheibe dient zur Umlenkung des Förderseils.

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Station 8: Weinende Frauen
In den schienengebundenen Fahrungswagen werden die Bergleute zu ihrem Arbeitsplatz gefahren.

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Station 9: Dritter Fall
Der Förderkorb ist ein am Förderseil hängendes Gestell, auf dem die Personen, Förderwagen oder Materialien im Schacht befördert werden.

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Station 10: Beraubung der Kleider
Der Abbauhammer ist ein mit Druckluft betriebenes Gewinnwerkzeug, mit dem die Kohle aus dem Stoß (Wand) herausgebrochen wurde.

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Station 11: Annagelung
Der Walzenkörper ist ein mit Meißeln bestückter schneckenförmiger Körper, der die Kohle aus dem Flöz herausschneidet.

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Station 13: Beweinung
Mit dem Kettenförderer wird Kohle oder Gestein transportiert.

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Station 14: Schildausbau
Es handelt sich um einen hydraulischen Grubenausbau für den Streb mit der Öffnung zum Flöz. Er schützt die Bergleute vor Stein- und Kohlenfall.

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Ziel des Kreuzweges ist das 1987 von Papst Johannes Paul II. aufgestellte Kreuz. Bei seinem Besuch sagte er hier: „Die Arbeit gehört zum Menschen. Sie ist Ausdruck seiner Ebenbildlichkeit mit Gott und so unverzichtbarer Bestand menschlicher Würde.“

Station 12 habe ich wohl irgendwie übersehen. Vielleicht kann ich sie hier irgendwann einmal nachliefern.

 

 

 

 

 

 

 

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