Oberhausen: Hoch zur Halde Haniel

Geschafft! Ich wollte unbedingt in diesem Jahr auf die Halde Haniel an der Stadtgrenze von Oberhausen und Bottrop – immerhin eine der höchsten im Ruhrgebiet. Es wurde langsam eng in den letzten Wochen … also nutzte ich einen freien Tag, obwohl die Wettervorhersage nicht die beste war. Welches Abenteuer dieser Ausflug letztendlich war und was mich vor Ort überrascht hat, davon erzähle ich in diesem Beitrag.

Halde Haniel   Halde Haniel

Die Halde Haniel liegt unmittelbar an der Zeche Prosper-Haniel auf Bottroper Stadtgebiet. Die Räder am Förderturm drehten sich sogar, als ich hier aus dem Auto stieg. Der blaue Himmel auf den Fotos täuscht allerdings gewaltig!

Als ich nämlich den Aufstieg zur Halde begann, tröpfelte es leicht. Es war bewölkt und nicht besonders einladend. Wahrscheinlich war deswegen außer mir sonst auch niemand unterwegs – von den drei Hundebesitzern mal abgesehen, die bekanntlich bei Wind und Wetter raus müssen. Ein bisschen komisch war das schon, so ganz allein zu sein …

Halde Haniel   Halde Haniel

Als ich mich der Kuppe näherte, wurde der Regen stärker. Der Boden grau, der Himmel grau, kein Mensch weit und breit. Ich kam mir ein bisschen vor wie auf dem Mond.

Einsam und verlassen lag die Bergarena vor mir, ein im Vollkreis angelegtes Amphitheater mit 800 Plätzen, in dem regelmäßig Veranstaltungen stattfinden.

Halde Haniel   Halde Haniel

Richtig wohltuend war in diesem surrealen Umfeld die Farbe der Totems, einer Installation des baskischen Malers und Bildhauers Agustin Ibarrola. Er schuf die Installation aus über 100 Eisenbahnschwellen. Sie stehen in einer sichelförmigen Anhöhe am höchsten Punkt der Halde und sollen die Bergarena vor Wind schützen.

Halde Haniel   Halde Haniel

Apropos Wind: Ich hatte gerade ein paar Fotos von den schönen bunten Pfählen gemacht, da ging einer der heftigsten Schauer über mich nieder, in dem ich jemals gestanden habe. Mein Schirm flog mir um die Ohren, der Wind peitschte die Tropfen auf jedes Stück Stoff an meinem Körper.

Ich muss ja nicht erwähnen, dass es hier oben keinerlei Unterstellmöglichkeit gibt!?! Weil für mich kein Ende des Schauers absehbar war, machte ich mich auf den Rückweg. Der dauert aber gut und gerne 30 bis 45 Minuten. Als ich etwa fünf Minuten vom Parkplatz entfernt war, hörte es auf zu regnen und der Himmel wurde wieder freundlich und blau. Zu diesem Zeitpunkt sind die beiden Fotos vom Beginn dieses Beitrags entstanden.

IMG_5333   Halde Haniel

Ich war komplett durchnässt. Im Auto habe ich die Jacke ausgezogen und meine Jeans auch (bis zu den Knien). Das kalte Gesäß habe ich mit der Sitzheizung aufgewärmt. Ich bin ganz vorbildlich gefahren in der Hoffnung, nicht in eine Verkehrskontrolle zu geraten. Auch bin ich immer schnell an LKW vorbeigeflitzt, damit mir die Fahrer nicht auf die nackte Haut glotzen können.

Zu Hause habe ich die klatschnassen Klamotten sofort in die Waschmaschine gestopft (die Sneakers auch) und mich unter der Dusche aufgewärmt. Was für ein Abenteuer!

Bestimmt werde ich irgendwann bei (garantiertem) Sonnenschein auf die Halde Haniel zurückkehren. Doch auch wenn das Wetter ein bisschen verrückt gespielt hat: Das Erlebnis aufm Fast-Mond war schon irgendwie richtig cool. Diesen Ausflug werde ich jedenfalls so schnell nicht vergessen!

Ach ja, jetzt fehlt noch das, was mich beim Weg zum Haldengipfel überrascht hat: der Kreuzweg. Was es damit auf sich hat, das zeige ich …hier.

 

 

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Ja, das mit dem Wetter ist manchmal so eine Sache, auf die man keinen Einfluß hat. Ich darf ein bisschen grinsen, oder? Ja ich darf, denn erstens solltest du (nächstes Jahr oder so) unbedingt nochmal bei schönem Wetter wiederkommen, denn es lohnt sich auf jeden Fall. Ich finde die Sicht von da oben einfach fantastisch. Man kann vom Niederrhein quer über das (ganze) Ruhrgebiet gucken, was ich im Übrigen stundenlang machen könnte.

    Zweitens habe ich selber auch schon eine ähnlich feuchte Situation. Seinerzeit vor ca. 4 Jahren sollte es eine tolle (Werbe-)Aktion auf der Halde geben, bei der mehrere 100 Luftballons in die Lüfte steigen sollten … sollten. Die ganze (grausam nasse) Geschichte findest du hier https://eichental.blog/2013/10/15/luftballons-fotografen-und-ne-mettwurst-im-regen/

    Ja, du darfst auch ein bisschen grinsen ;-).

    LG Michael


    1. // Antworten

      Das ist ein ziemlich breites Grinsen, Michael!
      Gehört die Wetterdramatik vielleicht zur Installation der Halde Haniel? Nach dem Lesen deines Beitrags kommt mir da so ein Verdacht … 😉
      Sehr witzig, dass du eine ganz ähnliche Erfahrung gemacht hast, grins!
      LG Anja

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