Herten: Größte Halde im Revier

Die Halde Hoheward in Herten ist mit 152 Metern Höhe die größte Haldenlandschaft im Ruhrgebiet. Der Weg auf das Plateau mit den weithin sichtbaren geschwungenen Stahlbögen ist echt anstrengend. Entweder geht man die geschwungenen Wege oder nimmt den direkten Weg mit über 500 (!) Stufen. Letzteres haben wir gemacht – ganz einfach, weil wir die Aufgänge nicht gefunden haben und dafür plötzlich an der Himmelsstiege standen.

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Was mir sofort auffiel: Die Wege und Flächen der Halde sind gut angelegt, alles ist sehr gepflegt. Das erleichtert den Aufstieg. Immer wieder gibt es „Balkone“ zum Pausieren, von denen aus man einen schönen Ausblick in alle Richtungen hat. Die Bögen hinter der Haldenkuppe kommen dann immer näher.

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Plötzlich am Wegesrand: Walderdbeeren. Die hat da mit Sicherheit keiner angepflanzt. Natürlich probiere ich: Sie schmecken weniger intensiv als ich vermutet hatte. Wahrscheinlich brauchen sie nach diesem erdbeerunfreundlichen Frühjahr einfach noch ein bisschen Sonne fürs Aroma.

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Atemlos durch die Haldenlandschaft – und wir waren endlich oben. Puh, erstmal Luft holen! Warum nicht mit einer Yoga-Figur?! Derweil erkunden Mann und Kind schon die Sternenuhr direkt unterhalb der markanten Stahlbögen.

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Zentrales Thema auf der Halde Hoheward ist nämlich die Horizont-Astronomie. Hier oben sind gute Bedingungen für die Beobachtung der Gestirne. Das kreisrunde Observatorium hat einen Durchmesser von ca. 95 Metern. Über die Kreisfläche erheben sich zwei präzise ausgerichtete Metallbögen zu einer etwa 45 Meter hohen Halbkugel. Mit Hilfe dieser Meridianbögen, die den Ortsmeridian bzw. den Himmelsäquator darstellen, kann der Besucher den Lauf der Sonne, des Mondes und der Sterne beobachten.

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Auf einem benachbarten Plateau, zu dem wir wegen der Schwüle an diesem Tag aber nicht mehr gelaufen sind, gibt es noch eine Horizontalsonnenuhr. Als Zeiger dient ein 8,5 Meter hoher Edelstahl-Obelisk, der seinen Schatten auf die kreisrunde Fläche wirft. Bei geeigneter Witterung kann der Besucher Uhrzeit und Datum genau ablesen.

Wir sind stattdessen an das andere Ende des Plateaus gegangen, von wo aus man eine schöne Aussicht auf die Zeche Ewald und das nördliche Ruhrgebiet hat.

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Hier oben in luftiger Haldenhöhe waren wir an diesem Samstagmorgen fast allein. Erst als wir uns über die Treppen wieder auf den Rückweg machten, kamen uns Mountainbiker und andere Besucher entgegen.

So anstrengend der Haldenaufstieg auch war: Gelohnt hat es sich! Meinem Ziel, in diesem Jahr endlich einmal die wichtigsten Halden im Ruhrgebiet zu besuchen, bin ich damit wieder ein Stück näher gekommen.

 

Vielleicht interessieren dich auch meine Halden-Blogbeiträge über

Weitere Infos: http://www.halden.ruhr/

 

Was man in und um Herten sonst noch so machen kann, habe ich …hier beschrieben.

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Die Halde Hoheward lohnt sich auf jeden Fall, weil selbst bei schlechtem Wetter gute Wege über die Halde verlaufen. Man kann sich da oben Stunden aufhalten wenn man überall hinläuft. Die gewählte Treppe war auch mein erster Aufstieg, als ich das erste Mal dort war. Man kann aber auch von der Zeche Ewald aus hochlaufen (erst Treppen, dann über die recht steile Fahrstraße) oder von der Seite (Cranger Str., unterhalb des Obelisken), google dazu mal nach Drachenbrücke. Nebenbei, das Observatorium war bisher immer eingezäunt, weil die Schweißnäte kurz nach der Aufstellung gerissen waren und man sich nicht einigen konnte, wer die Reparaturkosten trägt. Die Stützen stehen ja noch, aber stand der (Bau-)Zaun nicht mehr dort?

    LG Michael


    1. // Antworten

      Hallo Michael,
      danke für den Tipp. Dann weiß ich fürs nächste Mal Bescheid. 🙂
      Der Bauzaun stand noch, aber er war an einer Stelle offen, so dass wir reingehen konnten.
      LG Anja

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