Herne: Von Pest und Pracht im Pott

Es war die Einladung zum Preview-Instawalk #pestquest in der Sonderausstellung “Pest!” im LWL Museum für Archäologie, die mich erstmals (!) nach Herne gebracht und damit einen weißen Fleck auf meiner Pott-Landkarte entfernt hat. Hier beschreibe ich, was die Ausstellung zeigt, für wen sie interessant ist und wie sich der Museumsbesuch mit einem (Familien-)Ausflug nach Herne verbinden lässt.

Das moderne Museumsgebäude liegt in der Innenstadt von Herne am Ende der Fußgängerzone gegenüber der Kreuzeskirche. Ich hatte keine Schwierigkeiten, einen Parkplatz zu finden. Die ÖPNV-Anbindung ist sehr gut.

In der unterirdischen Ausstellungshalle ist eine Grabungslandschaft angelegt, die die Geschichte der Menschheit in der Region so offenbart, wie die Archäologen sie im Boden vorfinden. Die Dauerausstellung umfasst über 10.000 Funde.

Die aktuelle Sonderausstellung “Pest!” (zu sehen bis zum 10. Mai 2020) beschäftigt sich mit einer der wohl bekanntesten Seuchen. Erzählt wird die Geschichte der Pest von der Steinzeit bis heute. Es geht um den Krankheitserreger, Behandlungsmethoden, Reaktionen und Strategien der Menschen.

Zu sehen sind rund 300 archäologische und kulturgeschichtliche Exponate verschiedener Epochen. Die dominierenden Farben der Ausstellung sind schwarz, weiß und grün.

Keines der Exponate ist beschriftet, aber alle sind nummeriert. Am Eingang nimmt sich, wer mag, ein Heft mit Ausstellungstexten und schlägt selbst nach.

Ausstellungsstück Nr. 503 zum Beispiel ist ein anatomischer Atlas aus dem 17. Jahrhundert. Mit aufklappbaren Figuren zeigt und erläutert er den Aufbau des menschlichen Körpers. So konnten auch interessierte Laien einen Einblick in den menschlichen Körper erlangen.

“Totentanz” heißt die dominierende Ausstellungskulisse einer Düsseldorfer Künstlerin. Sie hat die Collage eigens für “Pest!” angefertigt.

In einer Ausstellung zur Pest dürfen natürlich auch die Schnabelmasken nicht fehlen. Diese hier in Herne sind selbst gebastelt und füllen eine ganze Wand. Ein echter Hingucker!

Die Kleidung des Pestdoktors “Dr. Schnabel” bestand übrigens aus einem als Schutzanzug dienenden gewachsten Stoffmantel, einer Schnabelmaske mit zwei Augenöffnungen aus Glas, Handschuhen und einem Stab. So konnte Kontakt zu den Infizierten vermieden werden.

Der Schnabel der Maske soll mit Kräutern und Flüssigkeiten gefüllt gewesen sein, angeblich zur Abwehr der Krankheit. Vielleicht aber einfach auch nur gegen den schlechten Geruch.

Achtung, Weltenbummler: Die Karte zeigt die Regionen, in denen es laut WHO im Jahr 2015 Fälle von Pest gab. Vorsicht ist geboten in Teilen der USA, in der Mongolei, in Kongo, Tansania und Uganda sowie auf Madagaskar.

Informationen zur Ausstellung

“Pest!” ist eine sehenswerte, sehr informative Ausstellung auch für Familien mit älteren Kindern (ab acht Jahren). In den Herbstferien gibt es ein unentgeltliches Ferienprogramm – toll!

Mehr Informationen über Termine, Preise und Öffnungszeiten: www.lwl.landesmuseum-herne.de.

Unterwegs in Herne

Ich habe die #pestquest im Museum mit einem Besuch von Schloss Strünkede verbunden, das nur fünf bis zehn Autominuten vom Museum entfernt ist und fast direkt an der A42 liegt (Ausfahrt Herne-Baukau).

Das frühbarocke Wasserschloss bringt ein bisschen Pracht in den Pott. Es gibt einen sehr schönen Schlossgarten mit Spielplatz und Café (Schollbrockhaus e.V.).

Schloss Strünkede ist von Gräften und einem großen Teich umgeben und zählt daher zu den Wasserschlössern im Ruhrgebiet. Es ist auch eine beliebte Location für Hochzeiten.

Heute ist Schloss Strünkede das größte Haus des Emschertal-Museums. Zahlreiche Exponate dokumentieren die Historie des heutigen Herner Stadtgebiets von der Ära der Neandertaler über die Karolingerzeit bis hin zur Industriestadt. Auch die Geschichte des Schlosses und die der Familie von Strünkede wird beleuchtet.

Zusätzliche Tipps für Herne

Und was gibt es sonst noch so in Herne? Drei Dinge will ich erwähnen:

  1. Gysenbergpark
    Der Freizeitpark in Herne. 1970 als erster Revierpark im Ruhrgebiet gegründet. Auf 31 Hektar gibt es u.a.  Spielplatz, Streichelzoo, Kindereisenbahn, Minigolf, Teiche und Außensportanlagen. Klingt nach einem prächtigen Ausflugsziel für Familien.
  2. LAGO Schwimm- und Saunawelt
    Auch im Gysenbergpark. Mit diversen Schwimmbecken, Saunen, Sole, Wellness- und Kursangeboten. Bestimmt lässt es sich hier prächtig entspannen.
  3. Cranger Kirmes
    Das größte Volksfest in NRW und das zweitgrößte in ganz Deutschland lockt jährlich Anfang August rund vier Millionen Besucher nach Herne. Es ist der wohl prächtigste Rummelplatz im Pott. Ich war noch nie da – Kirmes ist nicht so mein Ding…

Kennst du Herne? Welche Tipps für Herne hast du?

Mehr Ideen von mir für Ausflüge im Ruhrgebiet findest du übrigens …hier.

Gerne verlinke ich an dieser Stelle zu den Beiträgen zweier Bloggerkollegen über die #PestQuest:

 

2 Kommentare


  1. // Antworten

    Schön, Dich wieder getroffen zu haben! Danke, für Deine ganz persönliche Sichtweise auf die Ausstellung! Lieben Gruß, Sascha (Schrömi) von POTT.einander, dem Heimat.BLOG aus ESSEN!


    1. // Antworten

      Hat mich auch gefreut, dass wir uns wieder getroffen haben. Bis demnächst dann mal – man sieht sich im Pott! 🙂

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