Kempen: Kleinod am Niederrhein

Als Großstadtkind mag ich den Ruhrpottrummel, aber ich finde es zwischendurch auch sehr wohltuend, kleinere, unscheinbarere Orte zu besuchen. Kempen zum Beispiel. Die niederrheinische Kleinstadt liegt eine etwa halbstündige Autofahrt westlich von Duisburg zwischen dem Ruhrgebiet und Holland. Dort ticken die Uhren scheinbar noch etwas gemächlicher. Kempen ist übersichtlich, hat eine historische Altstadt mit kleinen Cafés, Restaurants und Geschäften. Hier sind ein paar Eindrücke.

Wir betreten die Altstadt von Kempen stets durch das Kuhtor, das wohl eines der markantesten Bauwerke des 35.000-Einwohner-Ortes am Niederrhein ist. Früher gab es vier Stadttore, die den Zugang zur Stadt Kempen sicherten. Einzig der Torturm des Kuhtores ist noch erhalten.

Das Kuhtor ist eine der Sehenwürdigkeiten entlang des Altstadtrundgangs. 27 herausragende Baudenkmäler sind mit erläuternden Schildern versehen, die zu einem “historischen Stadtrundgang” einladen.

Eine weitere Station des Altstadtrundgangs ist die Turmmühle. 1481 erbaut, diente sie der sicheren Mehlversorgung im Falle einer Belagerung. Der Mühlenturm hat einen Durchmesser von 8,70 Meter.

Während wir uns durch die hübschen Gassen treiben lassen, kommen wir an schmucken alten Häuserzeilen und mittelalterlichen Befestigungsanlagen vorbei.

Eine groß angelegte Stadtsanierung von 1969 bis 1994 hatte zum Ziel, die “Zeugnisse vergangener Zeiten zu erhalten und zur Geltung zu bringen, dabei jedoch gleichzeitig die Entwicklung Kempens zu einer jungen, lebendigen Stadt zu ermöglichen”. Innerhalb der alten Stadtmauern wurden Bausünden bereinigt, Fachwerk- und Patrizierhäuser restauriert und der Kraftfahrzeugverkehr weitgehend ausgelagert. Sehr angenehm: In der Altstadt fahren kaum Autos.

Vor den Toren der Altstadt wurde schließlich auch der Gürtel der einstigen Wall- und Grabenanlagen wieder freigelegt und in eine zum Spazieren und Entspannen einladende Grünanlage verwandelt. Dadurch zeigt sich der mittelalterliche Stadtkern in einem geschlossenen Erscheinungsbild. 1989 wurde Kempen sogar in die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne in Nordrhein-Westfalen aufgenommen.

Ich mag an Kempen die kleinen, überwiegend inhabergeführten Geschäfte. Wobei: Die Preise in manchen Boutiquen haben durchaus Düsseldorf-Niveau.

Sehr einladend sind auch die vielen kleinen Cafés und Restaurants, zum Beispiel das “Café himmlisch” und das französische Restaurant “Le Petit“.

Die Schaufenster sind in der Vorweihnachtszeit besonders schön dekoriert.

So sind wir im Übrigen auf Kempen aufmerksam geworden: Weil mir jemand davon erzählt hat, wie schön doch der Weihnachtsmarkt sei. In Kempen heißt er übrigens “Markt der Sterne“.

Es gibt etwa 200 Stände, weihnachtlich geschmückte Straßen, ein Musikprogramm auf der Bühne am Buttermarkt sowie weihnachtliche Musik in den Altstadtstraßen. Der “Markt der Sterne” ist eine schöne, viel gemütlichere Alternative zu den großen Weihnachtsmärkten im Ruhrgebiet, über die ich …hier geschrieben habe.

Doch Achtung: Der Kempener Weihnachtsmarkt findet nur an den vier Adventswochenenden statt, also nur am Samstag und am Sonntag.

“Kempen ist die wohl schönste Stadt am Niederrhein”, heißt es auf der städtischen Website. Ein Kleinod. Inzwischen waren wir mehrere Male dort, und jedes Mal hat es uns gefallen. Wir werden sicher wiederkommen.

 

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