Kevelaer: Wallfahrtsort am Niederrhein

Zu den bekanntesten Städten am Niederrhein gehört Kevelaer. Das liegt vor allem daran, dass es der größte Wallfahrtsort Nordwesteuropas ist. 2017 feierte die Wallfahrt in Kevelaer ihr 375-jähriges Jubiläum. Aus dem kleinen niederrheinischen Städtchen ist in dieser Zeit ein Pilgerziel geworden, das jährlich fast eine Million Gläubige besuchen. Hier zeige ich, welche Wege sie üblicherweise gehen.

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Kevelaer hat eine hübsche Innenstadt mit vielen Geschäften und Cafés. Deshalb lohnt sich ein Besuch auch für Nicht-Pilger, vor allem an den vielen verkaufsoffenen Sonntagen.

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So leer wie auf diesen Fotos habe ich es übrigens nur an diesem frühen Vormittag im Juni erlebt. Ich war zu einer Tagung in der Stadt, besser durchgekommen als erwartet und hatte deshalb noch Zeit für einen ungestörten Stadtbummel mit Kaffeepause.

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Wer eine ausgefallene Kerze oder ein anderes christliches Geschenk sucht, zum Beispiel für eine Taufe, wird in Kevelaer sicher fündig werden. In unserer Region gibt es wahrscheinlich nirgends eine größere Auswahl. Logischerweise gibt es hier sehr viele Geschäfte mit kirchlichen Artikeln.

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Wann hat man die Kerzenkapelle, Kevelaers älteste Wallfahrtskirche, schon einmal für sich allein?! An diesem Mittwochmorgen hatte ich Glück.

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In der Kerzenkapelle halten die meisten Prozessionen noch heute ihren Einzug. Mehr als 300 Kerzen verschiedener Pilgergruppen finden hier im Laufe der Wallfahrtszeit ihre Aufstellung und zeigen die Verbundenheit der längst wieder Heimgekehrten mit Maria.

Täglich brennen mehr als 100 Kerzen beim Marienlob, der abendlichen Vesper. Auch über die Wallfahrtszeit hinaus ist Kevelaer ein Ort des Gebetes: In der Winterzeit sorgen die einzelnen Nachbarschaften der Stadt dafür, dass stets eine Gruppe Beter diesen Gottesdienst besucht.

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Die Menge der Wappenschilder zeigt die alte Tradition vieler Prozessionen und das große Einzugsgebiet der Wallfahrt.

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Das religiöse Zentrum Kevelaers ist die Gnadenkapelle, auf die sämtliche Straßen sternförmig zulaufen. Hier befindet sich das kleine Marienbild, ein Kupferstich. Die Maria wird von Gläubigen jeden Alters aufgesucht. Sie versammeln sich um ihr Bild, das allen ungewöhnlich nahe, zum Berühren greifbar ist.

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“Wer sich Maria anvertraut, den vergisst sie nicht. So haben die Erbauer der Gnadenkapelle gedacht, so erfahren es alle, die vertrauend, betend oder dankend hierher kommen.” (Quelle: www.wallfahrt-kevelaer.de)

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Die Gnadenkapelle ist sehr klein, es haben in ihr nur wenige Menschen Platz. Bestimmt ist hier regelmäßig eine Warteschlange.

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Seitdem ich denken kann, zündet unsere Tochter in allen Kirchen, die wir besuchen, eine Kerze an. Ihre Tradition habe ich in Kevelaer fortgeführt und in der Gnadenkapelle auch eine Kerze aufgestellt.

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Zum Abschluss noch etwas zu den Farben der Fahnen auf einigen Bildern dieses Beitrags: Gelb-weiß ist die Fahne des Vatikan-Staates, also auch für den Papst. Rund um die Kirche wird an Feiertagen oft gelb-weiß geflaggt. Die evangelische Kirche verwendet stattdessen die Farbe Violett.

Wer einen Besuch in Kevelaer mit einem Ausflug ins Grüne verbinden möchte, dem empfehle ich das Naturschutzgebiet Bislicher Insel. Es ist nur etwa 30 Fahrminuten entfernt. 

 

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