Kinderdijk: Ort der Windmühlen

Ein Holland-Urlaub ohne Windmühlen? Das konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Windmühlen gehören für mich zu Holland wie Tulpen, Käse und Klompen. Alles andere hatten wir gesehen – für die Windmühlen sind wir extra auf dem Heimweg in Kinderdijk vorbeigefahren, einem der beliebtesten Ausflugsziele mit den bekanntesten Windmühlen der Niederlande. Seit 1997 sind sie sogar in der UNESCO-Liste des Welterbes.

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Kinderdijk ist ein kleiner Ort etwa 15 Kilometer südöstlich von Rotterdam in der Provinz Südholland. Die Fahrt dorthin dauerte von unserem Urlaubsort Scheveningen aus rund 45 Minuten.

Wir waren ungefähr zur Mittagszeit dort – und mit uns etliche andere Touristen. Denn auch viele Reisebusse mit Kreuzfahrtgästen steuern Kinderdijk an. Es war deshalb gar nicht so einfach, einen Parkplatz zu finden. Mein Tipp: Am besten schon am Ortseingang parken und an der Hauptstraße (Molenstraat) entlang in Richtung Windmühlen laufen.

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Die historischen Mühlen von Kinderdijk gehören zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Niederlande. Es sind 19 Windpumpen, die das anfallende Wasser aus den Poldern abpumpen, um den Boden landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Sie wurden im 18. Jahrhundert erbaut, nachdem sich die älteren Kanalsysteme als wenig effektiv erwiesen. Obwohl inzwischen Pumpen die Arbeit der Mühlen übernommen haben, erfreuen sie sich immer noch großer Beliebtheit. Einige sind gegen ein Entgelt zu besichtigen.

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Man kann die Windmühlen von Kinderdijk zu Fuß erkunden, mit einem Leihrad am Kanal entlangfahren oder eine Tour per Elektroboot machen. Das Boot fährt in 30 Minuten an allen Windmühlen vorbei. An allen Haltestellen können die Fahrgäste ein- und aussteigen. Ich hätte diese Tour gern gemacht, wurde aber vom Familienrat überstimmt.

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Womit wir auch schon bei der Bewertung dieses Ausflugs wären. Die fällt ziemlich unterschiedlich aus:

Das Fräulein: „Was sollen wir denn bei diesen langweiligen Windmühlen? Hätte ich gewusst, dass wir in die Provinz fahren, hätte ich mir andere Schuhe angezogen! Ich will jetzt endlich nach Hause!“ Und das bitte möglichst schnell, denn es gebe ja nicht mal WLAN…

Der Hausherr: „Ist ja ganz nett hier. Aber der Aufwand der Fahrt hierher und das, was es dann zu sehen gibt, steht in keinem Verhältnis. Außerdem sind hier viel zu viele Mücken.“ (Anmerkung: Es war im April wirklich schon sehr viel Viehzeugs unterwegs. Kein Wunder: Kinderdijk liegt quasi im Sumpf. Wie das wohl erst im Hochsommer ist?!)

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Mir hat es in Kinderdijk gut gefallen, und für mich hat sich der kleine Umweg definitiv gelohnt. Eine solche Landschaft hatte ich anderswo noch nicht gesehen.

Zugegeben: Windmühlen gibt es zum Beispiel bei uns am Niederrhein und in Ostfriesland auch. Aber in dieser Dichte? An einem solch hübschen Kanal? Und wenn es doch sowieso fast auf dem Weg liegt? – Mein Fazit deshalb: Daumen hoch für die historischen Mühlen von Kinderdijk!

 

 

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