Korsika: Die raue Schönheit

Einen unserer Sommerurlaube haben wir auf Korsika verbracht. Die französische Mittelmeerinsel hat einen ganz besonderen Charme. Sie ist sehr bergig, hat traumhafte, zum Teil nur vom Meer aus erreichbare Buchten und ist auch in der Hochsaison nicht so überlaufen. Die deutschen Urlauber sind hier in der Minderheit – die meisten Touristen sind Franzosen und Italiener. Korsika wird auch „Ile de la Beauté“ – Insel der Schönheit – genannt. Zurecht!

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Wer nur für einen Strandurlaub nach Korsika kommt, der verpasst viel Sehenswertes. Auch wir konnten nur einen kleinen Teil der Insel kennen lernen. Unser Urlaubsdomizil war in Algajola, einem hübschen, kleinen Ort im Nordwesten Korsikas. Vom Flughafen Calvi aus dauerte der Transfer nur etwa 20 Minuten. Wir waren mit einer befreundeten Familie dort, unsere Mädels waren damals acht und zehn Jahre alt. Sie wollten vor allem eines: Zeit am Strand und am Pool verbringen.

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Ein sehr schöner Halbtagesausflug führte uns nach Calvi. In der Hauptstadt der Balagne besichtigten wir die Zitadelle und genossen den herrlichen Ausblick von dort auf die Bucht von Calvi. Wir bummelten durch die hübschen Gassen der Altstadt, kauften Souvenirs, aßen köstliches Eis und stärkten uns zum Abschluss mit einem leckeren Crepe. Die Mädels hatten Spaß – wir auch!

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Wir meldeten uns außerdem für eine Ganztagestour „Der wilde Westen“ an. Früh am Morgen holte uns der Bus ab, und wir kehrten erst am frühen Abend wieder zurück. Was wir sahen, war zum Teil wirklich atemberaubend. Wir fuhren an der Küste entlang ins Landesinnere, wo es schon bald sehr bergig und kurvig wurde. Wir fuhren durch Schluchten und Wälder. Viele der Straßen waren kaum breiter als unser großer Reisebus. Der Fahrer leistete wirklich Großartiges. Allerdings: Uns allen wurde schlecht, vor allem die Mädels litten ganz schön. Wir überquerten den höchsten Pass im Westen und machten im Golf von Porto die ersehnte Mittagspause. Dann ging es für etwa eine Stunde aufs Schiff. Der frische Wind tat gut, und wir konnten gleichzeitig vom Meer aus die schroffe Küste der Calanche ansehen. Die rotbraun aufragenden Felsformationen gehören zu den schönsten Küstenpartien Korsikas.

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Nach der Bootstour brachte uns der Bus in die Calanche. Es sind bizarre Felsformationen mit Löchern, Rissen und Kanten – ein Werk von Wind, Wasser und Temperaturunterschieden. Die rötliche Färbung ist auf den hohen Eisenoxydgehalt in dem Gestein zurückzuführen. In der Calanche ist auch eines der Korsika-Postkartenmotive: das Herz im Stein. Wir haben es gefunden!

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Immer an der Küste entlang fuhren wir dann wieder zurück nach Algajola. Wohl jeder von uns Sechsen hat mindestens ein kurzes Nickerchen gemacht. Wir haben an diesem Tag wirklich wunderschöne Natur gesehen. Aber die (Tor-)Tour war auch echt anstrengend. Die Mädels erinnern sich noch heute mit Schrecken daran… 🙂

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Wir beiden Mamas haben uns dann abschließend für einen Vormittag ausgeklinkt und an der Halbtagestour „Die Dörfer der Balagne“ teilgenommen. Entlang der gewundenen Straßen eröffnet sich hinter jeder Kurve ein neuer Ausblick. Wir haben in mehreren Orten gehalten und zuletzt in Sant’Antonino, dem angeblich schönsten Dorf Korsikas, einen eisgekühlten Trauben-Zitronen-Saft getrunken. Sooo lecker!

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Korsika hat mich sehr überrascht. Ich hatte nicht erwartet, eine so schöne, abwechslungsreiche, raue Insel zu erleben. Gern hätte ich mehr davon gesehen. Wegen der vielen hohen Berge ist das aber gar nicht so einfach von A nach B zu fahren. Ich werde sicher wiederkommen. Dann auf jeden Fall als „Roadtripperin“, um noch mehr von diesem schönen Flecken Frankreich kennenzulernen!

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Warst du auch schon einmal auf Korsika? Wie hat es dir dort gefallen? Welche Region sollte ich beim nächsten Mal besuchen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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