Mein Lieblingsplatz (5): LaPaNo

In diesen Tagen besuchen viele Menschen den Landschaftspark Duisburg-Nord, liebevoll auch „LaPaNo“ genannt, um Zeuge des Weltrekordversuchs „Höchste Sandburg der Welt“ zu werden. Für dieses Event (wie für viele andere auch) ist der Park eine tolle Location. Das stillgelegte Hüttenwerk ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Ruhrgebietes und auch einer meiner Lieblingsplätze in Duisburg – und das zu jeder Jahreszeit. Lust auf ein paar Eindrücke? Voilà:

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Als 1985 das Meidericher Hüttenwerk von Thyssen stillgelegte wurde, lag das über 200 Hektar große Industriegelände brach. Engagierte Bürger stoppten den drohenden Abriss der Anlage. Stattdessen entstand hier ein ungewöhnlicher Park, der die Bauten der Stahlindustrie mit der wild wachsenden Vegetation verbindet.

1994 wurde der erste Teil des Parks für die Öffentlichkeit freigegeben. Ich war zu dieser Zeit gerade Werkstudentin in der Thyssen-Pressestelle und konnte diesen besonderen Ort bei einem Presserundgang als eine der ersten Besucherinnen anschauen. Ich glaube, damals hätte niemand geahnt, wie beliebt dieser Landschaftspark einmal werden würde und welche Anziehungskraft er für Menschen von nah und fern hat.

Immerhin: 2015 hat die britische Zeitung „The Guardian“ unseren LaPaNo unter die zehn schönsten Großstadtoasen weltweit gewählt! Und das zurecht, wie ich finde.

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Der Landschaftspark Duisburg-Nord ist ganz anders als andere beliebte Großstadtoasen in Barcelona, New York oder Paris. Hier im Ruhrgebiet gibt es einen begehbaren Hochofen, einen Gasometer als Tauchrevier, Gebläsehallen, ehemalige Bahntrassen, Werkzeuge und Maschinen, die man sonst wahrscheinlich kaum zu sehen bekommt.

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Verbotsschilder gibt es im LaPaNo an vielen Stellen: Manche sind noch von früher, manche sind zur Warnung aufgestellt, weil es an vielen Orten tatsächlich auch gefährliche Stellen gibt. Im ehemaligen Möllerbunker ist Betreten aber ausdrücklich erwünscht. Hier, wo früher Koks und Eisenerze zwischengelagert wurden, besitzt die Sektion Duisburg des Deutschen Alpenvereins einen eigenen Klettergarten. Die unterschiedlich steilen Wände sowie die erhalten gebliebenen Türme eignen sich ideal zum Klettern. Ich habe das irgendwann Ende der 1990er Jahre auch einmal ausprobiert. Es hat großen Spaß gemacht, war aber seeeeeehr anstrengend!

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Für Fotografen ist der Park ein Eldorado, sie sind hier immer zahlreich mit ihren Kameras, Stativen und Drohnen unterwegs. Es gibt aber auch wirklich so viele tolle Motive!

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Auch ich entdecke bei jedem Besuch immer wieder etwas Neues. Am meisten beeindruckt mich aber, mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Natur dieses früher so graue Areal zurückerobert.

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Apropos grau: Natürlich ist es im Sommer bei gutem Wetter im LaPaNo besonders schön. Ein Besuch des Parks lohnt aber zu allen Jahreszeiten, zum Beispiel im Herbst, wenn die Bäume kahl sind oder im Frühjahr zur Kirschblüte.

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Mindestens einmal sollte aber jeder auch in der Dämmerung hier gewesen sein. Die Lichtinszenierung von Jonathan Park taucht das Hüttenwerk dann in „ein faszinierendes Meer von Licht und Farbe“.

Das volle Lichtprogramm ist jeden Freitag, Samstag, Sonntag, an Feiertagen und an den Vorabenden von Feiertagen zu sehen. Die Lichtinstallation ist mit einem Dämmerungsschalter verknüpft, der bei Einbruch der Nacht den Start auslöst. So erklärt sich, dass die Installation im Winter oft schon um 17 Uhr beginnt, während der Start im Sommer durchaus erst um 22 Uhr erfolgen kann.

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Im Moment kommen die Leute wahrscheinlich vorwiegend wegen der Sandburg in den LaPaNo. Die Organisatoren wollen im zweiten Anlauf den Rekord „Höchste Sandburg der Welt“ knacken und einen Eintrag ins Guinness Buch erreichen. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, die ich hoffentlich in der nächsten Woche erzählen kann, wenn der Weltrekord in Duisburg ist … 🙂

 

3 Kommentare


  1. // Antworten

    Man merkt auch an den Parkplätzen, daß der Landschaftspark immer beliebter wird. Es ist schon lange her, daß ich mal ganz vorne geparkt habe. Aber ansonsten ist deinen Worten nichts hinzuzufügen. LaPaNo (manchmal auch LaPaDu) ist ein Muß, wenn man im Ruhrgebiet unterwegs ist.

    LG Michael


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