Mailand: Chronik meiner Tagestour

Auf der Liste meiner Lieblingsstädte steht Mailand ziemlich weit oben. Das war schon nach unserem ersten Besuch im Juni 2014 so. Ich mochte die Stadt sofort: Mailand hat tolle Gebäude, ist sehr sauber, gut zu erlaufen, das Essen ist top, die Leute sind nett und sehr schick. Als ich einen unfassbar günstigen Flug für einen Tagestrip fand – mit der ersten Maschine hin, mit der letzten zurück -, buchte ich sofort. Hier ist mein „Acht-Stunden-in-Mailand“-Tag im Überblick:

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4.59 Uhr
Mein erster Wecker klingelt. Eine Minute später zur Sicherheit der zweite. Ich werde zwar aus dem Schlaf gerissen, bin aber gleich hellwach. Ein Frühstück geht um diese Uhrzeit noch nicht rein. Weil ich meine Augen heute nicht überstrapazieren möchte, setze ich keine Kontaktlinsen ein, sondern die Brille auf.

5.45 Uhr
Ich verlasse das Haus und erreiche nach 20 Minuten den Flughafen Düsseldorf. Erstaunlich, was hier so früh schon los ist! Es dauert mehr als 20 Minuten, bis ich die Sicherheitskontrolle passiert habe.

7.35 Uhr
Pünktlicher Start in DUS bei Sonnenaufgang. In dem A319 sind nur 44 Passagiere an Bord. Es ist quasi freie Sitzplatzwahl. Mit einem Blick auf die an mir vorbeiziehenden Wolken „frühstücke“ ich: Proteinriegel und Wasser (selbst mitgebracht, weil der gebuchte Basic-Tarif keinen Snack und auch kein Getränk beinhaltet).

Im Flugzeug bemerke ich, dass der Akku meiner Kompaktkamera so gut wie leer ist. Von wegen Powershot. Das fängt ja gut an! Ich hatte natürlich noch am Vorabend die Technik kontrolliert, es war alles in Ordnung. Grrrrr! Nun bleibt mir nur noch das Smartphone. [Weil ich nicht wissen konnte, wie lange hier der Akku hält, habe ich viel verhaltener fotografiert und mehr auf meiner geistigen Festplatte abgespeichert. Auch gut.]

8.45 Uhr
Landung in Mailand Malpensa – bei Regen. Na, super!

9.26 Uhr
Ich nehme den MalpensaExpress zum Bahnhof Cadorna.

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10.00 Uhr
Ankunft in Cardorna (Mailand Nord). Es tröpfelt nur noch. Als erstes gehe ich in die Pasticceria „Maria Marinoni“ direkt neben dem Bahnhof, die ich noch von 2014 kenne. Mein Frühstück: ein Brötchen mit Schinken und Mozzarella, ein köstlicher Cappuccino und ein Windbeutel mit Himbeere. Alles zusammen kostet nur 4,40 Euro. Gut gestärkt laufe ich vom Bahnhof aus am Castello Szforzesco vorbei Richtung Innenstadt. Es ist inzwischen trocken, hurra!

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10.40 Uhr
Ich komme an der Piazza del Duomo an. Hier sind natürlich viele Touristen – kein Wunder: Der Platz vor dem Dom ist toll. Direkt daran grenzt die fantastische Galleria Vittorio Emanuele, wegen der ich immer nach Mailand kommen wollte. Nun bin ich wieder da – auch ihretwegen.

Von hier aus bummle ich durch die Straßen, so wie ich gerade Lust habe. Im „Goldenen Viereck“ (Quadrilatero), dem Modeviertel schlechthin, bestaune ich die tollen Schaufenster der High-Fashion-Geschäfte. Das ist zwar nicht meine Preisklasse (und wann, bitteschön, sollte ich das tragen?), aber Gucken ist trotzdem erlaubt und für mich total interessant.

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Weiter geht es ins Brera-Viertel, das wir 2014 ausgelassen hatten. Hier ist es im Vergleich zur Altstadt viel ruhiger und „italienischer“, wenn man das so sagen kann. Es gibt viele kleine Straßen und Gassen mit hübschen Läden und sehr viele Bars und Restaurants. Alles ist ausgesprochen gepflegt. Ohne eine feste Route im Kopf laufe ich einfach umher. Zwischendurch nieselt es für ein paar Minuten. Aber den Taschenschirm, den ich zur Sicherheit eingesteckt habe, brauche ich nicht. Meine Kapuze reicht vollkommen.

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12.45 Uhr
Es kündigt sich Hunger an. Die Restaurant-Auswahl ist groß – also wohin? Ich folge meiner Intuition und den Italienern: Wo die meisten Einheimischen sitzen, kehre auch ich ein. Die Taverna del Borgo Antico ist ein Volltreffer! Sergio aus Sizilien kümmert sich freundlich um mich (ich bin hier scheinbar die einzige Touristin) und spricht Empfehlungen aus. Ich esse das beste Vitello Tonnato ever, hausgemachte Spaghetti mit Meeresfrüchten, dazu trinke ich Wasser und Rotwein und zum Abschluss einen Espresso. Das alles für nicht einmal 40 Euro. Va bene!

14.00 Uhr
Weiter geht’s! Ich verlasse das schöne Brera-Viertel und gehe wieder Richtung Galleria und Duomo. Ich bummle durch die Straßen und durch einige Geschäfte.

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16.30 Uhr
Im traditionsreichen „Camparino“ in der Galleria Vittorio Emanuele finde ich einen perfekten Sitzplatz mit Blick in die Galleria und auf den Dom. Ich genieße eines meiner Lieblingsgetränke: Aperol Spritz (hier natürlich aus einem Campari-Glas). Der Drink ist an diesem prominenten Platz mit 14 Euro zwar ziemlich teuer, aber es gibt viele Naschereien dazu und man bezahlt die Lage natürlich auch mit. Mir ist es das wert.

Nach einer guten halben Stunde mache ich mich gemütlich auf den Rückweg zum Bahnhof Cadorna. Vorher gehe noch einmal die Galleria auf und ab, werfe einen letzten Blick auf den Dom.

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17.55 Uhr
Obwohl ich keinen richtigen Hunger habe, stärke ich mich für die Rückreise. Noch einmal kehre ich in der Pasticceria neben dem Bahnhof ein und bestelle Cappuccino mit Schokotörtchen. Wieder zahle ich nur 4,40 Euro. Und wieder ist es sooo lecker!

18.27 Uhr
Der MalpensaExpress fährt pünktlich ab. Im Zug merke ich zum ersten Mal, wie erschöpft ich inzwischen bin. Ich schließe die Augen und relaxe.

19.15 Uhr
Ankunft am Flughafen. Vor der Sicherheitskontrolle ist die längste Schlange, die ich jemals an einem Flughafen gesehen habe. Oh Schreck! Ich muss mich „vorschleusen“ lassen. Dann noch dieser lange Weg bis zum Gate! Gerade rechtzeitig zum Boarding bin ich da. Es bleibt mir allerdings keine Zeit mehr, noch einmal zur Toilette zu gehen oder eine Flasche Wasser zu kaufen. Was für ein Mailand-Finale!

21.00 Uhr
Der A320 ist zwar nicht ausgebucht, aber gut besetzt. Mit etwa 20 Minuten Verspätung heben wir ab. Es ist inzwischen stockdunkel draußen. Bei klarer Sicht erfolgt der Sinkflug von Osten kommend: Wir fliegen über das erleuchtete Ruhrgebiet. Einfach schön.

22.10 Uhr
Landung in Düsseldorf. Eine halbe Stunde später bin ich zuhause. Ich lege mich gleich ins Bett, erzähle noch ein bisschen und schlafe bald ein. Es war ein langer, anstrengender, wunderbarer Tag!

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Kosten, Fazit und Tipps:

Hin- und Rückflug mit Eurowings haben nur 59,98 Euro (!) gekostet. Die Hin- und Rückfahrt vom Flughafen mit dem Zug kostet 20 Euro. In der Stadt selbst war ich ausschließlich zu Fuß unterwegs (laut App: 24.100 Schritte bzw. 16,6 km). Weitere Kosten hatte ich nicht, außer für Essen und Getränke. Gegessen und getrunken hätte ich zuhause aber auch. Geshoppt habe ich nichts: Das war nicht mein Plan, außerdem hatte ich auch gar keine Lust aufs Anprobieren und Tütenschleppen. Das mache ich dann ein anderes Mal!

Es wird sicher ein Wiedersehen mit Mailand geben – auch diese Tagestour würde ich wiederholen. Letztendlich hatte ich vor Ort ungefähr achteinhalb Stunden. Das reicht natürlich nicht für eine vollständige Stadtbesichtigung. Zum Glück kannte ich Mailand schon und wusste, wohin ich wollte. Dafür war genug Zeit. Einen Reiseführer hatte ich nicht dabei, lediglich einen kleinen Faltstadtplan, den ich aber gar nicht gebraucht habe.

Wer zum ersten Mal in Mailand ist, wird vielleicht traurig sein, in der Kürze der Zeit nicht alles sehen zu können. Da heißt es: gut vorbereiten und Prioritäten setzen.

Für eine solche Aktion sind die Monate im Frühjahr oder Herbst wahrscheinlich die besten. Jetzt im März war es zwar noch nicht besonders warm und es gab auch keinen knalleblauen Himmel. Aber bei der Wärme, die wir im Juni 2014 hatten, wäre diese Tour schlichtweg zu anstrengend gewesen.

Dass ich allein unterwegs war, hat mich zu keiner Zeit gestört. An einem solchen Tag ist es durchaus praktisch, sich nicht großartig abstimmen zu müssen. So konnte ich die Route sowie Zeitpunkt, Dauer und Ort der Pausen ausschließlich nach meinen Bedürfnissen festlegen. Das war echt prima.

Insgesamt hat mir der Tagesausflug sehr, sehr gut gefallen. Es war anstrengend, aber ich fühlte mich in der Stadt zu keiner Zeit gehetzt. Diese Art von „Urlaub“ mache ich ja auch nicht jeden Monat. Aber sicher wieder – mal sehen, wo es dann hingeht. Vorschläge? Her damit!

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Du findest sie …hier.

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Dafür, dass mir diese Tagesreise möglich war, danke ich an dieser Stelle weder einer Fluggesellschaft, noch einer Hotelkette oder einem Tourismusverein. Mein Dank gilt vielmehr meiner Familie, die sich an diesem Tag wunderbar ohne mich organisiert und mir damit ein sehr gutes Gefühl gegeben hat. Danke, dass ihr auch meine verrücktesten Ideen unterstützt und so viel Nachsicht mit mir habt!

 

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