Malta: Schade um die Blaue Lagune

Eine der Top-Sehenswürdigkeiten von Malta ist die Blaue Lagune der kleinen Nachbarinsel Comino. Natürlich stand ein Bootsausflug zu dieser paradiesischen Bucht auch auf unserem Programm. Diese Tagestour wird uns wohl noch lange in Erinnerung bleiben: weil das Türkis in der Lagune fast unwirklich ist und weil dieser so schöne Ort leider viel zu überlaufen ist. Schade um die Blaue Lagune!

Blaue Lagune Malta

Wir sind in Sliema an Bord gegangen und erreichten die Blaue Lagune von Comino nach etwa eineinhalb Stunden. Weil schon so viele Ausflugsschiffe, kleine Jachten und Segelschiffe hier ankerten, mussten wir eine Weile warten, bis wir auch einfahren durften.

Beim Anblick des fantastischen Meers konnte uns das Aussteigen natürlich nicht schnell genug gehen. Direkt nebenan stiegen aber zunächst die Gäste eines anderen Ausflugsbootes aus und kraxelten (viel zu langsam) über den schmalen Schotterweg. Bis wir letztendlich richtig an Land waren, verging unnötig viel Zeit, die wir viel lieber schwimmend verbracht hätten.

Blaue Lagune Malta

Natürlich hatte ich vorher im Reiseführer und auch bei Instagram Fotos von der Blauen Lagune gesehen. Es sah immer viel leerer aus, so dass ich mich fragte, wann diese Fotos wohl gemacht wurden bzw. ob die vielen Tagesgäste einfach wegretuschiert wurden.

Blaue Lagune Malta

Letztendlich ist es wahrscheinlich auch eine Frage der Perspektive bzw. des Bildausschnittes. Schwenkt man mit der Kamera ein bisschen weiter nach links, sieht man einen Teil der vielen Menschen, die an diesem Tag mit uns hier zu Gast waren.

Blaue Lagune Malta

Schnell bekamen wir den Eindruck, dass viele der Tagestouris vornehmlich zum Fotografieren hier waren. Dagegen ist ja prinzipiell nichts einzuwenden, allerdings standen viele Ausflügler dabei mitten im Weg und sorgten für zusätzlichen Stau.

Blaue Lagune Malta

Es war deshalb gar nicht so einfach, sich bis zum „Pinguinfelsen“, wie wir ihn genannt haben, durchzuschlagen. Eine freie Liege am Wasser gab es natürlich nicht. Das fand ich allerdings gar nicht so schlimm. Wir hatten ohnehin nur kurze Zeit Aufenthalt und wollten vor allem: schwimmen.

Wegen der starken Strömung (die ich auch wirklich gespürt habe) war das Baden nur in einem kleinen Teil der Lagune erlaubt. Aufseher mit Trillerpfeifen haben streng darauf geachtet, dass niemand zu weit rausschwimmt. Schade, ich hätte mich gerne ein Stück von den Massen entfernt.

Blaue Lagune Malta

Wir schwammen gar nicht lange. Irgendwie hat es nicht so richtig Spaß gemacht. Also machten wir uns wir uns wieder auf den Rückweg zum Boot, wo wir gemütlich zu Mittag essen wollten.

Dazu mussten wir uns aber erst über den schmalen, unbefestigten Trampelpfad an der Menschenmenge vorbei, die an den verschiedenen Imbiss- und Getränkebuden anstanden. Besonders beliebt auf Comino ist frischer Fruchtcocktail aus einer Ananas. Wir kauften auch einen. Der war mit acht Euro zwar nicht gerade günstig, aber zugegebenermaßen sehr lecker und erfrischend.

Blaue Lagune Malta

Spätestens mit diesem Accessoire ließen sich jetzt alle vor der tollen Kulisse fotografieren. Ohne Rücksack, UV-Shirt und Sonnenhut und dafür mit Hotpants und Flipflops sahen die meisten natürlich viel stylischer aus als ich.

Blaue Lagune Malta

Letztendlich sind wir viel früher wieder an Bord gegangen als es notwendig gewesen wäre. Pubertier 1 war unüberhörbar unzufrieden mit ihren Fotos, Pubertier 2 leicht panisch wegen der vielen Wespen, die um die Ananas schwirrten. Vater 1 war pikiert wegen der Fotokritik, Vater 2 genervt von den Menschenmassen. Mutter 1 und 2 waren trotz allem irgendwie noch amüsiert, letztendlich aber auch froh, den Pinguinfelsen wieder verlassen zu können.

Blaue Lagune Malta

Schade. Sehr schade. Die Blaue Lagune ist ein so schöner Ort, aber wirklich viel zu überlaufen. Wir haben auf unseren Reisen ja schon viele Ausflüge gemacht – dieser wird uns als „speziell“ in Erinnerung bleiben.

Was tun? Den schönen Ort nicht mehr ansteuern? Nein, das fände ich wirklich nicht richtig. Aber könnte man die Besucherströme nicht besser steuern oder gleichmäßiger auf den Tag verteilen? – Ich bin sicher, dass ein Besuch dann viel mehr Spaß machen würde, und dieser Meinung sind bestimmt nicht nur wir.

Vor unserer Rückkehr zum Einstiegshafen hielt der Bootsführer noch in einer Bucht vor Gozo, fast in Sichtweite der Blauen Lagune. Hier konnte wer wollte noch einmal ins Meer hüpften und „richtig“ schwimmen. Wie schön das war!

 

 

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