Malta: Tipps für den Sommerurlaub

Meine ganz persönliche Urlaubsüberraschung 2018 war: Malta. Wir hatten uns nach gründlichen Überlegungen für die kleine Mittelmeerinsel entschieden, weil sie schnell erreichbar und noch nicht so überlaufen ist. Vor Ort hat uns Malta endgültig überzeugt: mit tollen Bademöglichkeiten und zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zwei Wochen waren dafür längst nicht ausreichend. Hier zeige und erzähle ich, was wir in dieser Zeit erlebt haben.

Gleich nach unserer Rückkehr im Sommer 2018 habe ich die wichtigsten Informationen über Malta …hier zusammengefasst.

Was man im Allgemeinen von Malta weiß und was möglicherweise viele von einem Badeurlaub abhält: Es gibt kaum Sandstrände. Die Küste ist überwiegend felsig bzw. steinig. Dafür ist das Meer wunderbar klar und im Sommer angenehm warm.

An sehr vielen Stellen haben die Malteser Treppen in die Felsen gebaut oder Leitern ins Wasser gehängt. Der Gang ins Wasser ist zwar manchmal etwas kraxelig, aber niemals unmöglich. Wer (wie ich) auf Nummer Sicher gehen möchte, trägt Badeschuhe.

Prinzipiell mag ich zwar lieber Sandstrände und ich könnte mir auch nicht vorstellen, meinen Urlaub nur noch an Fels- oder Steinküsten zu verbringen. Im letzten Jahr habe ich den Sand allerdings zu keiner Zeit vermisst.

Ich habe nämlich am äußerstes nordöstlichen Zipfel unseres Urlaubsortes Buggiba einen traumhaften “Pool im Meer” gefunden. Vermutlich ist er künstlich angelegt. Überall in diesem von Felsen umgebenen Becken kann man stehen. Im Wasser schwimmen weder Algen noch Quallen, man kann schnorcheln oder schwimmen und sich zwischendurch auf dem Steinsteg ausruhen.

Direkt nebenan ist ein bewachter Strand mit Liegen- und Schirmverleih sowie einem kleinen Café mit tollem Blick über die Salina Bay.

Auf Malta liegen nur relativ wenige Hotels direkt am Strand. Wer Pool und Meer verbinden möchte, kann auch in einen der vielen Beach Clubs gehen. Dieser hier (Movida Beach Lido) in Sliema hat einen wunderschönen Blick auf die Skyline der Inselhauptstadt Valletta.

In Sliema legte auch unser Ausflugsboot ab, das uns für einen Tag zur kleinen Schwesterinsel Comino nördlich von Malta gebracht hat. Die blaue Lagune von Comino ist wirklich traumhaft schön, aber leider auch hoffnungslos übertourisiert. So schade! Ich habe …hier darüber geschrieben.

Mindestens genauso schön, dafür aber wesentlich ruhiger und beschaulicher war unser Spaziergang durch Mdina. Die alte Hauptstadt Maltas wird auch “Die Stille” genannt. Mdina war Drehort von “Game of Thrones” und Kulisse für andere mittelalterliche Filme.

Wie es der Reiseführer empfohlen hatte, waren wir an einem späten Nachmittag hier. Dann taucht die Sonne Mdina in ein besonders schönes Licht. Die meisten Geschäfte waren geschlossen, nur wenige Touristen waren unterwegs. Dafür war Mdina prächtig geschmückt, weil an diesem Tag ein christliches Fest mit Prozession stattfand, deren Zeugen wir in den Abendstunden noch wurden.

Die Altstadt von Mdina ist klein und lässt sich wunderbar in kurzer Zeit erlaufen. Wir haben uns staunend durch die vielen engen Gassen treiben lassen. Unbedingt hinfahren! Mehr Fotos von Mdina zeige ich …hier.

Mdina thront regelrecht über der Insel, was man von Mosta aus besonders gut sieht.

Die Kleinstadt Mosta liegt ziemlich im Zentrum Maltas. Einen Besuch lohnt die schöne Pfarrkirche, die von einer 60 Meter hohen Kuppel überspannt wird. In einem kleinen Nebenraum befindet sich ein Museum, in dem eine deutsche Fliegerbombe ausgestellt ist. Wie durch ein Wunder schlug sie zwar durch die zentrale Öffnung der Kuppel ein, sie explodierte jedoch nicht. 

Schön war auch unser Halbtagesausflug nach St. Julian’s, das wir einfach und günstig mit dem Linienbus erreichten. Hier und im benachbarten Sliema sind die meisten Hotels, Restaurants, Pubs, Diskotheken und Geschäfte auf der Insel. Der Reiseführer beschreibt das Nightlife in dieser Gegend als vergleichbar mit dem auf Ibiza oder Mykonos.

Wir gingen an der gepflegten Promenade immer am Wasser entlang bis nach Sliema, vorbei an etlichen Einkehrmöglichkeiten mit tollem Meerblick.

Es hätte zahlreiche Möglichkeiten gegeben, sich zwischendurch im Meer abzukühlen. Witzig fanden wir zum Beispiel diese “Whirlpools”. So etwas hatten wir alle nirgendwo zuvor gesehen.

Von Sliema aus kann man mit der Fähre nach Valletta übersetzen. Die Inselhauptstadt gehört unbedingt aufs Besichtigungsprogramm.

Wir hatten uns für Valletta allerdings schon zuvor einen ganzen Tag Zeit genommen und sind ebenfalls mit dem Linienbus von unserem Urlaubsort aus hin- und wieder zurückgefahren. Die Busfahrt dauert zwar jeweils etwa eine Stunde, aber:

  1. Mit dem Mietwagen wäre man auch nicht viel schneller, und der Verkehr auf der kleinen, engen Insel bringt echt kein Fahrvergnügen.
  2. Bus fahren ist günstig und die Fahrzeuge sind klimatisiert.
  3. Die Fahrt an sich ist schon ein bisschen wie Sightseeing, weil es links und rechts immer etwas zu sehen gibt.

Typisch für die historische Altstadt von Valletta sind die engen Gassen mit den bunt gestrichenen Fensterläden.

Die vorherrschende Farbe in der St. John’s Co-Cathedral ist: Gold. Diesem beeindruckenden Bauwerk habe ich …hier einen eigenen Beitrag gewidmet.

An der Valletta Waterfront hat man einen schönen Blick auf …

… und von den oberhalb liegenden Upper Barraca Gardens über den Hafen. Hier tummelten sich während unseres Besuches die meisten Touristen.

Unser zweiter organisierter Ausflug nach der Bootsfahrt nach Comino brachte uns wieder aufs Wasser.

Denn eine der Top-Sehenswürdigkeiten auf Malta ist die Blaue Grotte im Südwesten der Insel. Wir bestiegen ein kleines Holzboot, ließen uns von dem netten Bootsführer die spektakuläre Felsküste zeigen und staunten über die vielen verschiedenen Blautöne des Meeres.

Anschließend brachte uns der Reisebus in das angeblich schönste Fischerdorf Maltas: Marsaxlokk (gesprochen: Marsaschlock). Hier ankern in der gesamten Bucht die für Malta typischen bunt gestrichenen Holzboote – sehr hübsch!

Obwohl die Strecken eigentlich kurz waren, brauchte der Bus ziemlich lange, um von A nach B und C zu kommen. Der Verkehr auf Malta steht dem im Ruhrgebiet wirklich in nichts nach. Dazu die überwiegend engen Straßen – da ist schnelles Vorankommen Fehlanzeige.

Das Schöne an diesem typischen Touri-Ausflug war aber, dass wir einen echt guten Reiseführer hatten, der uns sehr viel Interessantes über die verschiedenen Orte, Kirchen und das Leben auf der Insel erzählt hat. So viel hätten wir uns gar nicht anlesen können. Also: Pauschaltourismus hat auch was Gutes!

Was mir am Urlaub von der Stange nicht so gefällt, habe ich …hier beschrieben.

Bei angenehmen Temperaturen am Abend sind wir häufig noch an der Promenade der St. Paul’s Bay entlang gebummelt. Nach Sonnenuntergang ist hier richtig was los. Es gibt viele Restaurants, Bars, Geschäfte und Straßenhändler, aber niemand ist aufdringlich.

Einmal haben wir auch den “Disco Train” genommen. Diese Bimmelbahn fährt abends unüberhörbar durch die Straßen von Bugibba. Es läuft Partymusik (überwiegend aus den 1970er Jahren), und die einzige Aufgabe der Fahrgäste ist, so laut wie möglich mitzugrölen. Wir hatten Spaß!

Beim Schreiben wird mir erst so richtig bewusst, was wir alles in diesen zwei Wochen gemacht haben. Ich fasse noch einmal zusammen:

  • ganztägige Bootstour nach Comino
  • Tagesausflug nach Valletta
  • Halbtagesausflug nach St. Julian’s und Sliema
  • Halbtagesausflug zur Blauen Grotte und nach Marsaxlokk
  • mehrstündiger Ausflug nach Mdina
  • mehrstündiger Ausflug nach Mosta

Für zwei Familien mit Teenagern und für einen Urlaub von 14 Tagen ist das schon recht viel. Zwischendurch wollten wir uns ja vor allem auch erholen und viel schwimmen. Die Temperaturen lagen im Juli 2018 um die 30°C und damit sogar deutlich unterhalb von denen in Deutschland zu dieser Zeit. Wir konnten es gut aushalten, aber für anstrengende Touren wäre es uns dann doch zu warm gewesen.

Wir haben deshalb unter anderem ausgelassen:

  • “Strandhopping”
  • Maltas Nachbarinsel Gozo
  • Rabat
  • Hafenrundfahrt in Valletta sowie Museumsbesuche
  • Three Cities
  • zahlreiche Ausgrabungsstätten und Kirchen (angeblich gibt es auf Malta 365, also eine für jeden Tag)
  • Popeye Village

Mein Fazit: Wer im Urlaub nicht nur am Pool oder am Strand liegen, sondern auch etwas sehen und unternehmen möchte, für den ist Malta ein tolles Reiseziel im Mittelmeer. Die Insel ist klein und bietet doch unglaublich viel Sehenswertes. Einen Mietwagen braucht man dafür nicht unbedingt, denn mit den öffentlichen Bussen gelangt man fast an jede Ecke der Insel.

Jeder aus unserer kleinen Ruhrgebiets-Reisegruppe ist während unseres zweiwöchigen Sommerurlaubs 2018 auf seine Kosten gekommen. Für jeden war etwas dabei, gelangweilt haben wir uns zu keiner Zeit.

Wir haben wir schon recht viel, aber längst noch nicht alles gesehen. Malta hat mich wirklich positiv überrascht. Ich möchte deshalb gerne noch einmal wiederkommen.

 

 

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