Manchester (3/3): City Centre und Fazit

Einen Monat nach meinem „Morgens-hin-abends-zurück“-Trip nach Manchester kommt hier der dritte und letzte Teil meines Reiseberichtes. Im Mittelpunkt steht das City Centre mit Town Hall, Chinatown und Art Gallery. Außerdem verrate ich in diesem Beitrag, was es mit der „Manchester bee“ auf sich hat und ziehe ein Fazit: Wie habe ich die Stadt erlebt und lohnt sich ein Besuch im Fußballmekka von Nordengland?

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Starten wir an der Town Hall, einem dreieckigen Gebäudekomplex im gotischen Baustil. „Das Rathaus Manchesters ist die perfekte Verkörperung des viktorianischen Zeitalters. Extravagant kommt es daher, prahlerisch und grandios symbolisiert es den großen Reichtum der Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts“, heißt es im Reiseführer.

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Die Eingangshalle mutet nicht wie das Foyer eines Verwaltungsgebäudes an, sondern eher wie eine prächtige Kathedrale – mit Säulen, Skulpturen,  Mosaiken, Spitzbögen, prachtvollen Fenstern und Deckenverkleidungen.

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Der markante Glockenturm ist 85 Meter hoch und eine gute Orientierung im Stadtbild. Direkt vor der Town Hall befindet sich der Albert Square. Auf diesem Platz kommen die Bewohner von Manchester zusammen, zum Beispiel bei Feiern oder Demonstrationen.

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Nur etwa zehn Fußminuten östlich der Town Hall betritt man eine andere Welt. Manchesters Chinatown ist nach Paris und London das drittgrößte chinesische Viertel Europas – mit vielen Restaurants, Geschäften und Bars. Der chinesische Bogen wurde 1987 aufgestellt – ein Jahr, nachdem Manchester eine Partnerschaft mit Wuhan einging, das übrigens auch Duisburgs Partnerstadt ist.

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Genau zwischen Town Hall und Chinatown liegt die Manchester Art Gallery. Ich hatte sie gar nicht so richtig „aufm Schirm“, und wir haben das eher unscheinbare Gebäude eigentlich „nur mal so“ betreten, weil es eben gerade auf dem Weg lag. Was für ein Glück – da hätten wir echt was verpasst!

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Die städtische Kunstgalerie beherbergt eine eindrucksvolle Sammlung von Gemälden und Skulpturen von internationaler Bedeutung, schwerpunktmäßig mit Werken einheimischer Künstler.  Ich habe selten ein so schönes Museum gesehen. Ein tolles Gebäude mit palastähnlichen Sälen, jeder mit einer anderen Wandfarbe. Würde ich in Manchester wohnen, wäre ich wahrscheinlich an jedem verregneten Wochenende hier. Und das Beste: Es wird kein Eintritt erhoben!

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In Manchester sind uns sehr viele Bienen begegnet: auf Bussen und Bahnen, an Mülleimern und Blumenkübeln und vielen anderen Stellen mehr. Natürlich habe ich mich gefragt, was es damit auf sich hat. Hier ist die Auflösung: Die emsige Arbeiterbiene ist das Symbol der Stadt. Spätestens seit 1842 steht sie traditionell für Manchester und sein Erbe als Keimzelle der industriellen Revolution in Großbritannien. Damals gab sich die Stadt ein neues Wappen, auf dem eine Weltkugel, umschwirrt von Bienen, zu sehen ist.

Im 19. Jahrhundert gab es in Manchester zahlreiche Textilfabriken, deren Arbeit mit Bienenstöcken verglichen wurde. Die zum Teil furchtbaren Arbeitsbedingungen der „fleißigen Bienchen“ in den Fabriken wurden im Sinne des Stadtmarketings einfach ignoriert.

Nach dem Terroranschlag in Manchester im Mai 2017 ließen sich übrigens viele Bewohner ein Bienentattoo stechen. Denn heute steht die Biene nicht mehr nur für harte Arbeit, sondern auch für Aufrichtigkeit und Solidarität.

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Nun zum Fazit: Wie habe ich Manchester erlebt?

  • Für einen Tagestrip eignet sich Manchester sehr gut: Der Flug ab Düsseldorf ist an den meisten Terminen sehr günstig und dauert nur etwa eine Stunde. Die Innenstadt ist vom Flughafen aus nach nur ungefähr 20 Minuten erreicht, die Fahrt mit etwa 30 Euro bezahlbar. Im Zentrum ist alles Wesentliche sehr gut zu Fuß zu erlaufen.
  • Manchester und seine Architektur sind sehr abwechslungsreich: Die Gebäude und Viertel in der Innenstadt zeigen Tradition und Moderne, sind stylish oder flippig.
  • Es gibt auffallend viele sehr schöne Cafés und Restaurants. Das Essen war anders als befürchtet richtig lecker 😉
  • Jedoch: An vielen Stellen ist Manchester ziemlich dreckig. Nicht überall, aber es sind uns doch einige schmuddelige Hinterhöfe und vermüllte Ecken begegnet.
  • Manchester ist günstig. Das Essen und die Taxifahrten haben unser Tagesbudget – auch dank des vorteilhaften Pfund-Wechselkurses – nicht dramatisch belastet.
  • Viele Angebote sind for free, wenngleich überall nicht übersehbare Spendenboxen mit dem Hinweis „donations welcome“ stehen. Für den Besuch in der Town Hall, der Manchester Art Gallery, der Manchester Cathedral und dem National Football Museum beispielsweise haben wir keinen Eintritt bezahlen müssen.

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Manchester ist in England zwar nicht die Nr. 1, aber muss es immer die Hauptstadt sein? Ich meine: nein. Die Stadt, die ich bis dahin nur mit Fußball verband, hat mich überrascht und mir wirklich sehr gut gefallen.

Deshalb meine abschließende Bewertung: Daumen hoch für Manchester!

 

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