Manchester (2/3): In den „Fields“

In Teil 2 meines Manchester-Reiseberichtes geht es um die Bezirke Spinningfields und Castlefield, die westlich vom City Centre liegen. Das neue Finanzzentrum Spinningfields ist ein Stadtbezirk, den es als solchen vor 15 Jahren noch gar nicht gab. Das ruhige Castlefield gilt als eine der stimmungsvollsten Ecken Manchesters. Die beiden so unterschiedlichen Viertel gehen sozusagen in einander über und lassen sich gemütlich erlaufen. Hier sind meine Eindrücke:

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Am Rand von Spinningfields liegt eine von Manchesters Top-Sehenswürdigkeiten: die John Rylands Library. Enriqueta Rylands hat diese Bibliothek – ach was, es ist doch eher eine Kathedrale für Bücher! – für ihren Mann errichten lassen. Er war einer der reichsten Industriellen der Stadt. Das beeindruckende Backsteingebäude beherbergt eine der kostbarsten Buchsammlungen der Welt. Zum Inventar gehören einige der ältesten gedruckten Bücher der Welt, unter anderem eine Gutenberg-Bibel.

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Die John Rylands Library ist im neugotischen Stil in der Form eines langgezogenen Kirchenschiffes mit hochstrebenden Bögen gestaltet. Die Glasfenster im riesigen Lesesaal zeigen bedeutende Figuren aus Literatur, Religion und Philosophie.

Die Bibliothek ist übrigens nicht nur ein Museum (mit freiem Eintritt), sondern gehört seit 1972 zur University of Manchester.

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Was für ein schöner Zufall, dass wir zur „Printing Press Demonstration“ zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren! Eine Mitarbeiterin der Bibliothek erklärte und demonstrierte sehr informativ und kurzweilig die Vorteile und das Prinzip einer Druckpresse.

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In dem neuen Finanzzentrum Spinningfields befinden sich heute einige der angesagtesten Restaurants und Bars der Stadt. Es ist in den 2000er Jahren entstanden. Das Viertel ist sehr schick und deutlich sauberer als andere Ecken von Manchester, die wir erlaufen haben. Und es ist noch immer eine Baustelle: Wir mussten deshalb von der vom Reiseführer vorgeschlagenen Route abweichen.

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Das hat mir in und an Manchester fast am besten gefallen: der allgegenwärtige Kontrast von Alt und Modern. Auf der einen Seite die typischen Backsteinhäuser, auf der anderen Seite die stylishen Wolkenkratzer. Der 2006 erbaute Beetham Tower, der ein Hotel, Restaurants und Wohnungen beherbergt, ist mit 168 Metern und 47 Etagen das derzeit höchste Gebäude der Stadt. Er ist sicher auch das prominenteste Gebäude von Castlefield.

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Nur wenige Meter davon entfernt befindet sich das Kastell, das dem Stadtbezirk seinen Namen gibt. Es wurde 79 n.Chr. errichtet und erhielt den Namen „Mamucium“, aus dem sich später der Stadtname entwickelte. Es gilt auch als Geburtsstätte von Manchester. Wir sind an den Resten des Kastells vorbeigegangen in die Richtung der Kanäle.

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Manchester ist von kilometerlangen Kanälen und Wasserstraßen umgeben, die während der industriellen Revolution gebaut wurden, um Kohle in das Stadtzentrum transportieren zu können. Viele davon liegen in Castlefield, einem denkmalgeschützten Stadtteil, der als erster in Großbritannien zum Urban Heritage Park, einem städtischen Kulturerbepark, ernannt wurde. Ein Großteil der alten Industriegebäude wurde instand gesetzt und beherbergt nun Wohnungen, Bars und Restaurants.

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Die einzigen Boote, die man heute noch auf den Wasserwegen sieht, sind die Hausboote bzw. das ein oder andere Ausflugsboot. Castlefield strahlt nun vor allem Ruhe aus.

Für uns währte diese nicht allzu lange: Vom beschaulichen Kanal-Quartier aus sind wir nämlich wieder ins quirlige Stadtzentrum zurückgekehrt. Davon erzähle ich hier bald im dritten und letzten Teil meines Manchester-Reiseberichtes. Dann gibt es auch mein Fazit zum Citytrip. Ich freue mich, wenn du demnächst wieder vorbei schaust. See you!

 

 

 

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