Ruhrgebiet: Nicht nur Bier, auch Wein!

Zugegeben: Im Ruhrgebiet wird sicher nicht so viel Wein getrunken wie an der Mosel oder auf Sylt. Aber sind wir hier eine reine Bierregion? Ich finde nicht! Der Strukturwandel im Pott betrifft meiner Meinung nach nicht nur die Industrie, sondern auch die Gastronomie: heute Currywurst mit Pilsken, morgen Carpaccio mit Chianti. Als ich die Einladung zur Mercure Weinlese 2017 in Dortmund erhielt, stellte sich mir deshalb gar nicht die Frage, ob das Thema zu meinem Blog und mir passt. Denn erstens: Wein und Pott, das passt. Und zweitens: Wein und ich auch.

Eine Vormerkung zu den Fotos: Alle in diesem Beitrag gezeigten Bilder sind unbearbeitet. In den Veranstaltungsräumen der Mercure Weinlese war sehr stylishes, aber auch sehr fotografierunfreundliches Neonlicht. Ich hätte jedes Bild bearbeiten können, dabei wäre aber die Authentizität des Events verloren gegangen. Deshalb bitte nicht wundern, dass die meisten der nachfolgenden Fotos sehr blaustichig sind. 

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Wie gern ich Wein trinke und wo ich dafür in Duisburg am liebsten hingehe, darüber habe ich hier schon berichtet. Als profunde Weinkennerin würde ich mich deshalb nicht bezeichnen. Ich trinke, was mir schmeckt und das ist nicht zwingend das, was in der Branche hochgelobt wird. Eine Einstellung, mit der ich scheinbar gar nicht so falsch liege. Denn auch bei der Mercure Weinlese ging es darum, ganz individuell zu schmecken und zu erleben.

Einmal jährlich lässt die Hotelkette Mercure, die zur accor-Hotelgruppe gehört, ihre Gäste darüber abstimmen, welche Weine es auf die Weinkarte der nächsten Saison schaffen. Dazu gibt es die Mercure Weinlese (bis 2015 hieß sie „Grand Vin Mercure“), die 2017 bereits zum 31. Mal stattfand. Dazu wurden 600 deutsche Winzer gefragt, von denen sich 230 mit ihren Produkten beteiligten. In einer Vorverkostung durch Blogger wurden 84 „finale Weine“ für die Weinlese ausgewählt. Welche 26 davon es auf die Weinkarte 2017/18 schaffen sollen, das entschieden die 100 Teilnehmer des Abends (überwiegend Mercure-Stammkunden) in den Westfalenhallen Dortmund.

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Und das ging so: In einer Blindverkostung probierten wir in mehreren Gruppen jeweils zwölf Weine. Sechs Weiße und sechs Rote. Von jedem Wein bewerteten wir Farbe, Geruch und Geschmack. Die entsprechenden  Punkte trugen wir in einen Bewertungsbogen ein.

Unsere Gruppe namens „Elbling“ wurde von Mundschenk Marco sehr kompetent und freundlich betreut. Das Wort „Mundschenk“ kommt übrigens aus dem Mittelalter und bezeichnete damals einen Hofbediensteten, der für die Versorgung mit Getränken – vor allem mit Wein – zuständig war. Im Hier und Heute ist Marco „Weinprofi Bronze“, aber der Begriff Mundschenk fiel an diesem Abend mehrfach und ganz selbstverständlich.

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Für mich war es die erste „professionelle“ Weinverkostung, und ich habe mir wirklich viel Mühe mit der Bewertung gegeben. Dabei ist mir zum ersten Mal bewusst aufgefallen, wie komisch Weine riechen können. Ich erinnere mich zum Beispiel an den Geruch von Kresse und Petroleum. Interessanterweise haben manche Weine oft besser geschmeckt als gerochen. An diesem Abend hat sich jedenfalls bestätigt, was ich schon immer wusste: Rotwein mag ich lieber.

Mit meinem Favoriten – einem 2015er Cabernet Sauvignon aus der Pfalz vom Weingut Borell-Diehl – lag ich offenbar im Mainstream des Abends: Dieser Wein erhielt an unserem Tisch die meisten Punkte und hat es damit auf die Mercure Weinkarte geschafft. Glückwunsch!

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Mit Blick auf die Vielzahl der Weine und den weitgehend noch leeren Magen landete das meiste aus unseren Gläsern nach dem Probieren im Spucknapf. Schade um die guten Tropfen.

Ich fand die Bewertung übrigens gar nicht so einfach und war ein bisschen erleichtert, als nach etwa 90 Minuten und zwölf Weinen das Ende der Verkostung nahte.

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Im festlich gedeckten Nebenraum waren alle Gruppen und die anwesende Weinprinzessin Christina aus Franken zu einem erlesenen Menü eingeladen. Die Dekoration in schwarz-weiß-gold  wirkte sehr edel und gefiel mir gut.

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Bei Live-Musik von „Sound Park“ gab ein ausgezeichnetes Vier-Gänge-Menü – natürlich mit zu jedem Gang passenden Weinen. Es war vorzüglich, sieh selbst:

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Der Moderator des Abends, der zwischen den einzelnen Gängen die Gastgeber und einige der Teilnehmer zu Wort kommen ließ, verabschiedete uns mit einem Zitat von Hildegard von Bingen:

„Du musst dem Leibe etwas Gutes gönnen, damit die Seele Lust hat darin zu wohnen.“

Nach einem extrem kurzweiligen, sehr schönen Abend durfte ich dankenswerterweise eine Nacht im Mercure Hotel Dortmund Messe & Kongress verbringen. Erst nach 1.00 Uhr in der Nacht löschte ich in meinem gemütlichen Zimmer mit Blick auf das Westfalenstation (korrekt: Signal Iduna Park), dem „Wohnzimmer des BVB“, das Licht.

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Wahrscheinlich war es der Restalkohol, der um 4.33 Uhr meine kurze Nacht beendete. Wieder einschlafen konnte ich nicht mehr. Also war ich um 6.00 Uhr der erste und an diesem frühen Samstagmorgen einzige Gast im Hotelschwimmbad. Wie herrlich! Bei einer für einen Indoorpool sehr angenehmen Wassertemperatur (ich schätze, es waren sicher 30 °C) schwamm ich ungestört fast eine ganze Stunde, bis die Haut anfing zu schrumpeln. Ein toller Start ins Wochenende!

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Wer schwimmt, bekommt Hunger – das gilt jedenfalls für mich. Schon um kurz nach acht war ich frühstücken. Wahrscheinlich waren meine lieben Tischnachbarn vom Vorabend zu der Zeit noch im Reich der Träume. Jedenfalls traf ich sie hier leider nicht wieder. Dafür aber einen BVB-Fan nach dem anderen: Der Frühstücksraum füllte sich mit Gästen und wurde immer schwarz-gelber. Offenbar waren viele extra zum Heimspiel der Dortmunder Borussia angereist.

Ich schloss daraus für mich: Lieber schnell nach Hause, bevor es hier rummelig wird. Gut gestärkt checkte ich aus und machte mich auf den Heimweg nach Duisburg – einmal quer durchs Ruhrgebiet von Ost nach West. Dortmund, wir sehen uns garantiert wieder: egal ob auf ein Bier oder einen Wein!

***

Hinweise

Zu der Mercure Weinlese 2017 war ich eingeladen. Die Einladung umfasste auch eine unentgeltliche Übernachtung im Mercure Hotel Dortmund Messe & Kongress. Meine Meinung zu dieser Veranstaltung ist davon unbeeinflusst.

Ich habe mich sehr darüber gefreut, bei dem Event auch Tanja Neumann von Vielweib on Tour, Romy Mlinzk von snoopsmaus sowie Klaus Feldkeller von Kein Kornschmecker und ihre Begleiter kennen zu lernen. Ben Eder von AccorHotels hat unsere Tischrunde komplettiert. Ich habe mich in ihrem Kreis sehr wohl gefühlt.

Dankeschön dafür!

3 Kommentare


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