Paris: Mit dem Thalys an die Seine

Die wohl schnellste und bequemste Art, vom Ruhrgebiet nach Paris zu kommen, ist die Fahrt mit dem Thalys. Der ausgesprochen komfortable französische Hochgeschwindigkeitszug pendelt bis zu fünfmal täglich zwischen Dortmund und Paris Gare du Nord. Damit ist er eine echte Alternative zu anderen Verkehrsmitteln. Hier fasse ich alles Wissenswerte zusammen: Fahrtdauer, Stationen, Kosten, Service. Bon voyage!

Die Route des Thalys: Dortmund – Essen – Duisburg – Düsseldorf Flughafen – Düsseldorf – Köln – Aachen – Liège/Lüttich – Brüssel – Paris Gare du Nord.

Der schnellste Streckenabschnitt ist der zwischen Brüssel und Paris. Hier kann der Thalys richtig Tempo machen: über 200 km/h. Für die Distanz von 313,3 Kilometern braucht er nur 82 Minuten.

Von Duisburg aus dauert die Fahrt nach Paris etwa vier Stunden.

Als wir kürzlich im Spätzug (Abfahrt: 18.02 Uhr, pünktlich!) unser Abteil betraten, war es noch ganz leer. Sehr ungewohnt! Wir nahmen in den gemütlichen Sesseln der Comfort-Klasse Platz und genossen die Ruhe. Erst ab Düsseldorf füllte sich das Abteil. Es war dann bis zuletzt gut gefüllt, jedoch zu keiner Zeit laut oder rummelig.

Der Comfort-Tarif umfasst keinen Bordservice. Am Bahnhof hatten wir uns mit Snacks und Getränken versorgt. Im Bordbistro kaufte ich für 2,50 Euro noch eine 0,5-Liter-Flasche Vittel. Das ist moderat, finde ich.

Pünktlich um 22.05 Uhr trafen wir am schönen Gare du Nord ein. Ich hatte ein Hotel in der Nähe gebucht, zu dem wir laufen konnten. Die Gegend um den Bahnhof gehört zwar nicht zu den bevorzugten in Paris, doch unsere Unterkunft hatte eine gute Lage und Métro-Anbindung sowie ein wirklich angemessenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Wir konnten sofort einchecken, unser schönes Zimmer beziehen und lagen gegen 22.30 Uhr im Bett. Ausgeruht starteten wir am nächsten Morgen mit dem Sightseeing.

Zu den Kosten: Thalys wirbt damit, dass es Tickets bereits ab 35 Euro gibt. Das mag sein, die Frage ist nur: Wann? Wahrscheinlich mitten in der Woche zu einer wenig gefragten Reisezeit.

Wir haben für unsere Reise nach Paris ein langes Wochenende genutzt und sind am Mittwochabend vor Christi Himmelfahrt hin- und am folgenden Sonntag früh morgens wieder zurückgefahren. Hin in der Comfort-Klasse, zurück in der Premium-Klasse (weil diese Kombination preislich attraktiver war). Hin- und Rückreise haben für meine Teenie-Tochter und mich zusammen etwa 400 Euro gekostet. Die Fahrt hatte ich Anfang März, also gut zweieinhalb Monate vor der Abfahrt online gebucht.

Keine Frage: 400 Euro sind viel Geld. Der Flug wäre allerdings nicht wesentlich günstiger gewesen – bei suboptimalen Flugzeiten und CO2-Ausstoß. Mit allem Drum und Dran – Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle, beim Boarding und beim Aussteigen, der Weg zum Bahnhof, die Fahrt mit dem RER ins Stadtzentrum – ist es unterm Strich außerdem umständlicher und dauert länger.

Mit dem Auto fahren? Nein, danke! Zwischen Duisburg und Paris liegen gut 500 Kilometer, das heißt mindestens fünf Stunden Autofahrt. Zu berücksichtigen sind der Stress während der Reise (garantiert mit Staus), Kosten für Sprit, Abnutzung und Parkgebühren.

Mit dem Bus war ich auch schon mal in Paris. Das dauert wegen der vorgeschriebenen Pausen noch länger, und man ist deutlich unflexibler, weil man sich an die vorgegebenen Abfahrtszeiten halten muss.

Nach drei ganzen Tagen in Paris sind wir am Sonntag Morgen mit dem ersten Thalys zurück nach Duisburg gefahren, damit wir den Nachmittag noch gemütlich zu Hause verbringen konnten. Am Gleis des Gare du Nord bildete sich eine lange Schlange, doch die Abfertigung lief erstaunlich reibungslos, so dass sich der Zug pünktlich um 7.40 Uhr in Bewegung setzen konnte.

Zurück reisten wir in der Premium-Klasse. Die Ausstattung des Abteils war die gleiche wie in der Comfort-Klasse. Wir erhielten zusätzlich ein Erfrischungstuch sowie ein vielfältiges, schmackhaftes Frühstück: Croissant und Brötchen, Orangensaft, Kaffee oder Tee, Butter und Marmelade, Joghurt, Kuchen und frische Grapefruit.

Gäste der Premium-Klasse dürfen sich außerdem mit Zeitungen und Magazinen versorgen. Ich blätterte in “Die Zeit” sowie in “Der Spiegel” – so vergingen die vier Stunden schnell. Wir kamen pünktlich und entspannt in Duisburg an.

Mein Fazit: Paris hat mir wieder so gut gefallen, dass ich auf jeden Fall wiederkommen möchte – bestimmt im Thalys. Die Anreise war unkompliziert, pünktlich, komfortabel und mit nicht einmal fünf Stunden von Tür zu Tür angenehm kurz. Na dann: À bientôt!

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