Über Urlaub von der Stange

Nach mehreren Jahren Urlaub auf eigene Faust sollte es 2018 ganz einfach sein: zwei Wochen Pauschalreise, alles inklusive. Wenn zwei Familien gemeinsam verreisen, sich um so wenig wie möglich kümmern möchten und alle sechs Reisenden zufrieden sein sollen, ist das eine sinnvolle Wahl. Jedoch gab es Momente, da gerieten wir ins Grübeln. Davon erzähle ich hier.

Swimming Pool

Buchung der Pauschalreise: alles aus einer Hand

Es ist schon praktisch, wenn es für alles nur einen Vertragspartner gibt: Flug, Transfer, Hotel, Verpflegung. Einmal gebucht, alles erledigt. Schön!

Fensterplatz Flugzeug Air Malta

Flug bei der Pauschalreise: wenig Gestaltungsspielraum

Bei einer Pauschalreise ist der Flug über den Veranstalter gebucht. Der Nachteil: Selbständiges Einchecken ist nicht zuverlässig möglich. Bei unseren Freunden hat es geklappt, bei uns nicht. Also standen wir am Flughafen in der deutlich längeren Schlange. Als wir an der Reihe waren, gab es keine drei nebeneinander liegenden Sitzplätze mehr. Wir hatten Glück und eine engagierte Mitarbeiterin am Schalter, die uns in der ersten Reihe des Fliegers platzierte. Sie wäre auf diesem Linienflug sonst leer geblieben. Der Service der Business Class galt für uns aber leider nicht.

Swimming Pool

Transfer bei der Pauschalreise: dauert manchmal länger als der Flug

Den Transfer Flughafen – Hotel – Flughafen finde ich bei Pauschalreisen am lästigsten. Manchmal muss man noch auf die Gäste eines anderen Fluges warten. Wenn man Pech hat, wohnt man in dem Hotel, das zuletzt bzw. zuerst angefahren wird. Das kostet dann Zeit und Nerven. – In diesem Jahr war bei uns nichts davon der Fall. Zum Glück!

Check-in bei der Pauschalreise: einer von vielen sein

Kommt der Bus dann an, strömt schlimmstenfalls eine ganze Horde von Pauschalurlaubern gleichzeitig an die Rezeption. Die Folge: Stau und Ungeduld. – In diesem Jahr waren wir in unserem Hotel die einzigen Gäste aus dem Transferbus. Lief bei uns.

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Pauschalurlaub all inclusive: das obligatorische Armband

Gleich an der Rezeption gibt es dann das unkleidsame Plastikarmband, mit dem man endgültig als Pauschaltourist identifizierbar ist.

All inclusive ist gut, weil man sich über den Zeitpunkt und die Häufigkeit von Hunger und Durst sowie die damit verbundenen Kosten nicht den Kopf zerbrechen muss. Im Hotel gibt es (fast) immer alles und unentgeltlich.

Nachteil: Viele Gäste wollen das, was sie mit dem Reisepreis bezahlt haben, in vollem Umfang auskosten. Also werden schon nach dem Frühstück die ersten Cocktails bestellt und man futtert sich so durch den Tag. Das Hotel verlassen? Geht gar nicht, ist ja schließlich alles bezahlt! Gerade in der Hauptsaison kann es deshalb unangenehm voll werden.

Und dann meinen (zu) viele Pauschalurlauber auch noch, ihre persönliche Sonnenliege sei ebenfalls all inclusive – grrrr! Meinem “Lieblingsthema”, dem Liegenreservieren, habe ich …hier einen eigenen Blogbeitrag gewidmet. 😉

Sonnenuntergang

Pauschalurlaub: mein Fazit

Für uns sechs und unsere verschiedenen Wünsche und Bedürfnisse war ein Pauschalurlaub die beste Wahl und vom Handling her schlichtweg auch am einfachsten. Alles hat gut geklappt, wir haben wirklich nix zu meckern. Mit Malta hatten wir uns bewusst ein Urlaubsziel ausgesucht, das nicht so massentouristisch ist wie andere Destinationen im Mittelmeer oder auf den Kanaren. Das war gut so.

Wenn wir als Familie demnächst verreisen, werden wir uns wahrscheinlich wieder für eine Individualreise entscheiden. Wir schätzen Flexibilität und Unabhängigkeit, machen gern Hotelhopping. Das ist bei Urlaub von der Stange schwierig.

Es muss auch nicht unbedingt wieder alles inklusive sein. Selbst wenn ich es nur ungern zugebe: Ich hätte besser weniger essen sollen … aber wenn immer alles verfügbar und so lecker ist …

Gerade auf Malta gibt es viele richtig gute Möglichkeiten für das Einkehren unterwegs. Da fällt es Sparfüchsen wie mir nun mal schwer, auf das Rundum-sorglos-Paket im Hotel zu verzichten. Es war ja auch richtig gut und so herrlich bequem. Eben Pauschalurlaub!

 

 

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