Phantasialand: Kurzurlaub trotz Corona

Sind wir nicht nette Eltern?! Weil wegen Corona aus dem geplanten Klassenausflug ins Phantasialand nichts wurde und aus unserer Portugal-Reise auch nicht, haben wir auf besonderen Wunsch unserer Lieblingstochter einen Kurzurlaub im Freizeitpark gemacht. In diesem Beitrag erkläre ich, wie der Freizeitpark und seine beiden Themenhotels die aktuellen Corona-Auflagen umsetzen und beschreibe, wie uns der Besuch während der Pandemie gefallen hat.

Das Phantasialand in Brühl, westlich von Köln und Bonn, war 2018 mit  knapp zwei Millionen Besuchern der am dritthäufigsten besuchte Freizeitpark Deutschlands und einer der 20 besucherstärksten saisonalen Freizeitparks in Europa. Die reguläre Saison dauert von Ende März bis Anfang November; in den Wintermonaten öffnet der Park für einige Wochen mit einem speziellen Winterprogramm. (Quelle: Wikipedia)

1967 eröffnet, gehört das Phantasialand zu den ältesten Freizeitparks Europas. Es wurde immer wieder umgebaut und erweitert. Flächenmäßig ist es ein eher kleinerer Themenpark. Einen Überblick gibt der Parkplan: …hier.

Heute hat das Phantasialand sechs Themenbereiche:

1. Berlin
mit Pferde- und Kettenkarussell, Wintergarten und Schauspielhaus (Shows) sowie viel Platz zum Flanieren, Essen und Ausruhen

2. Mystery
mit mehreren Achterbahnen, dem weltweit einmaligen Bungee Drop Tower und dem höchsten Wildwasser-Rafting der Welt

3. Mexico
mit der aktuell steilsten Wildwasserbahn der Welt (53° Neigung)

4. China Town
mit direktem Zugang zum Themenhotel Ling Bao

5. Deep in Africa
mit direktem Zugang zum Themenhotel Matamba

6. Fantasy
mit den meisten Angeboten für kleinere Kinder

Restaurants und Snacks gibt es in allen Themenbereichen. Das Angebot ist sehr vielseitig, die Preise moderat (z.B. Pommes mit Mayo 4 Euro, Fruchtspieß 3 Euro, Latte Macchiato 3,80 Euro, 2 Kugeln Eis 2,60 Euro).

Jedem Bereich ist eines der sechs Drachen-Maskottchen zugewiesen, die in Nicht-Corona-Zeiten jeweils vor Ort als Lauffiguren anzutreffen sind.

Die Themenbereiche sind sehr phantasievoll mit viel Liebe zum Detail gestaltet. So sind allein die vielen Kulissen und Straßenzüge schon sehenswert.

Optisch und kulinarisch ist im Phantasialand eine Weltreise an einem Tag möglich: von Berlin nach Mexico, von Asien nach Afrika. Das tröstet ein bisschen über die eingeschränkten Reisemöglichkeiten in Zeiten von Corona hinweg.

Apropos Corona: Wir haben das Phantasialand im Juli 2020 besucht, also während der Pandemie. Ich habe mich zu keiner Zeit unsicher gefühlt.

Diese Regeln gelten aktuell:

  • Es gibt keine Tageskasse. Man kann den Park nur betreten, wenn man online ein tagesdatiertes Ticket gekauft hat.
  • Nach Auskunft einer Parkaufsicht beträgt die Auslastung momentan nur etwa 60 Prozent.
  • In allen geschlossenen Räumen, in den Warteschlangen und auf den Fahrgeschäften gilt Maskenpflicht. Auf den Wegen kann man die Maske absetzen, wenn ein ausreichender Abstand gewährleistet ist.
  • An allen Fahrgeschäften gibt es Desinfektionsmittel sowie separate Ein- und Ausgänge.
  • Überall sind Hinweisschilder und Bodenmarkierungen, um an die Maskenpflicht und das Abstandsgebot zu erinnern.
  • Im Theater wird jedem Besucher ein Platz zugewiesen. Zum fremden Nachbarn bleibt ein Sitz bzw. eine ganze Sitzreihe frei. Das Betreten und Verlassen wird durch das Personal gesteuert. An unserem Besuchstag haben alle Gäste sehr diszipliniert mitgewirkt.
  • Um mögliche Berührungspunkte zu reduzieren, wird Folgendes vorerst nicht angeboten: Kinderschminken, Ballonkünstler, Straßenkünstler, die 6 Drachen, Quick Pass, Single Rider, Baby Switch und die Abenteuer Tour. In der Crazy Bats gibt es zurzeit kein VR, da es zu aufwändig ist, die Headsets zu desinfizieren. Übrig bleibt eine zahme Achterbahn im Dunkeln. Aber es gibt ja genug Alternativen.
  • In den Themenhotels gilt Maskenpflicht, sofern der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann. In den Bars und Restaurants kann am Tisch die Maske abgenommen werden.
  • Für das Frühstück und das Abendessen im Restaurant muss man sich anmelden und Zeitfenster beachten (Frühstück: 45 Minuten, Abendessen 90 Minuten).

Die beiden Themenhotels bringen ein bisschen „Las-Vegas-Feeling“ nach Nordrhein-Westfalen. Hier stelle ich sie kurz vor:

Wir waren für zwei Nächte im Hotel Ling Bao (4 Sterne). Auf der Website heißt es: „Spüren Sie den Zauber Asiens mit allen Sinnen und entspannen wie ein Buddha in stilvollen Relax-Zimmern. Im paradiesischen Hotelgarten lädt der Innen- und Außenpool zu einer besonderen Erfrischung ein. Und über den privaten Parkzugang spazieren Sie direkt in den Themenpark, in dem das Erlebnis Asien in China Town nahtlos weitergeht!“

Das Hotel ist sehr authentisch und verspielt gestaltet. Die Innenräume und Flure sind etwas düster. Nicht jedoch das Zimmer, das auch für vier Personen ausreichend groß und sehr schön eingerichtet ist.

Am besten gefallen hat mir der chinesische Garten mit dem großen Fischteich, den Springbrunnen und den vielen Sitzmöglichkeiten.

Wir hatten uns auch wegen des Pools für das Hotel Ling Bao entschieden. Bei der Buchung vor einigen Wochen war ich davon ausgegangen, dass es Mitte Juli heiß werden und wir uns über eine Erfrischung freuen würden.

Bei Temperaturen von knapp über 20 Grad war das nicht unbedingt erforderlich. Wir haben den Pool aber natürlich trotzdem genutzt. Wir hatten ihn zeitweise sogar ganz für uns.

Am zweiten Abend haben wir in der Li River Bar auf unseren schönen Aufenthalt im Phantasialand angestoßen.

Alle Hotelgäste können alle Einrichtungen beider Hotels nutzen. Das gilt für die öffentlichen Bereiche, die Bars und die Restaurants.

Am ersten Abend waren wir in der Bar des um die Ecke gelegenen, etwa fünf Fußminuten entfernten Hotel Matamba (3 Sterne). Ich zitiere noch einmal die Website: „Lassen Sie den Alltag tausende Kilometer hinter sich und spüren das warme Feeling Afrikas. Hier gehen Kinder auf fröhliche Safari durch den tropischen Dschungelgarten und Sie entdecken mit der ganzen Familie die köstliche Seite Afrikas, bevor Sie in gemütlichen Safari-Zimmern die Seele baumeln lassen!“

Von außen hat uns das Hotel Matamba weniger gut, von innen dafür aber sogar besser gefallen. Es fühlte sich ein bisschen wie der Besuch einer Lodge an und hat Lust gemacht auf Urlaub in Afrika.

Die Innenräume sind deutlich heller und wie das Hotel Ling Bao und der gesamte Freizeitpark mit sehr viel Liebe zum Detail ausgestattet.

Dafür ist der Außenbereich sehr klein, und es gibt keinen Pool. Die Hotelgäste dürfen dafür das Schwimmbad des Schwesterhotels mitnutzen. Aber: Der Weg über die Straße und durch die Eingangshalle ist schon ein bisschen umständlich.

Wir waren deshalb mit unserer Entscheidung für das andere Haus absolut zufrieden.

Phantasialand-Kurzurlaub in Zeiten von Corona – mein Fazit:

Wer einen Tag im Freizeitpark mit relativ wenig Besuchern verbringen möchte, für den ist wahrscheinlich jetzt die beste Gelegenheit. Wir haben nirgendwo besonders lange angestanden. An den nicht ganz so beliebten Attraktionen konnten wir oft sogar gleich einsteigen.

Die Corona-Regeln sind gut umgesetzt und werden von fast allen Gästen beachtet. Das Tragen der Maske in der Warteschlange, auf den Attraktionen und im Hotel ist zumutbar.

Wirklich günstig war unser Kurzurlaub nicht. Wir haben zu dritt knapp 1.000 Euro ausgegeben: für zwei Übernachtungen im Hotel Ling Bao, Eintritt für einen Tag, Ausgaben im Park (Snacks und Getränke), Abendessen in der Bar am ersten und im Büffetrestaurant am zweiten Tag sowie zwei Cocktailabende.

Für uns war dieser Kurzurlaub auch ein Ersatz für unsere stornierte Portugal-Reise, weswegen wir es uns ausdrücklich haben gut gehen lassen. YOLO! 🙂

Das war auch der Grund, warum wir uns für zwei Übernachtungen entschieden haben: Am Anreisetag konnten wir uns in aller Ruhe die beiden Hotels ansehen, schwimmen gehen und den Tag im Freizeitpark planen.

Ausgeruht und gestärkt durch das wirklich gute Frühstück sind wir am nächsten Morgen mit leichtem Gepäck und auf kürzestem Weg losgezogen. Kein frühes Aufstehen, keine Anreise, keine Parkplatzsuche, kein Anstehen am Eingang, kein Auschecken und Koffer verladen. Ich empfand das als sehr entspannt, und so sollte es ja auch sein.

Als ich bis auf die Unterwäsche durchnässt aus dem River Quest ausstieg, konnte ich mich schnell im Hotelzimmer umziehen und wieder in den Park zurückkehren. Die nette Aufsicht hatte sich morgens sogar meine Jacke gemerkt, so dass ich nicht einmal mein Ticket bzw. meine Hotelkarte vorzeigen musste.

Theoretisch wäre es auch möglich gewesen, für eine Trink-, Ess- und/oder Verschnaufpause bzw. zum Schwimmen zwischendurch ins Hotel zurückzukehren. Das haben wir aber nicht gemacht.

Uns haben die Tage im Phantasialand sehr gut gefallen. Alle sind auf ihre Kosten gekommen und hatten Spaß.

Nach über 30 Jahren waren der Gatte und ich auch mal wieder dort. Fast jede NRW-Schulklasse macht wahrscheinlich irgendwann einen Sommerausflug nach Brühl. Dass dieser wegen Corona in diesem Jahr für unsere Kids ausfallen musste, ist schade. Durch unseren Familienausflug konnten wir wenigstens einen kleinen Ausgleich für die entgangene Freude schaffen.

Ohne die Corona-bedingte Reisepause wären wir sicher nicht auf die Idee zu diesem Kurzurlaub gekommen.

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Vielleicht interessiert dich auch mein Beitrag über das Wunderland Kalkar am Niederrhein? Den Beitrag über den etwas kleineren Freizeitpark, der vor allem für Familien mit Kindern bis zum Teeniealter geeignet ist, findest du …hier.

 

 

 

 

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