Rettet die Rechtschreibung!

Jede Woche freue ich mich auf den Samstagmorgen. Das heißt nämlich: länger schlafen und gemütlich frühstücken. Dabei lese ich sehr gründlich die Wochenendausgabe unserer Tageszeitung. Ich begutachte ALLES – auch die Inserate für Autos, Stellen und Wohnungen, obwohl ich nichts davon suche. Zunehmend vermisse ich dabei die korrekte deutsche Rechtschreibung. Das finde ich bedenklich, und deshalb kommt hier mein Plädoyer fürs ordentliche Schreiben in der Muttersprache.

Rechtschreibung

Der Anlass für diesen Beitrag ist ein ganz peinlicher. Heute, am 21. Oktober 2017, stand in der Stellenanzeige eines großen Unternehmens, das um Auszubildende für 2018 wirbt: „(…) Vorraussetzung sind ein Abschluss der Handelsschule oder Abitur und gute Kentnisse in Mathematik, Deutsch und Englisch. (…)“ Zwei Fehler in einem simplen Satz. Sollte das ein Scherz sein? Oder ist das ernst gemeint? Hat da niemand Korrektur gelesen?

Ich war entsetzt. Im Übrigen bin ich das häufig, weil ich mich ziemlich oft mit – räusper –  kreativer Rechtschreibung konfrontiert sehe: in der Tageszeitung, im beruflichen Umfeld, in sozialen Medien, … Was ist denn los?!?

Um das mal klarzustellen: Hier schreibt nicht Mrs. Perfect. Auch mir unterlaufen (Rechtschreib)Fehler, das ist ja auch menschlich. Allerdings versuche ich beruflich und privat, die Quote minimal zu halten und bin immer dankbar für konstruktive Hinweise, wenn dies nicht gelungen ist.

Ich mag unsere deutsche Rechtschreibung mit all ihren Tücken und ihrer nicht immer eindeutigen Logik. Die meisten Regeln finde ich nachvollzieh- und zumutbar. Es ärgert mich, dass für mein Empfinden immer mehr Deutsche offenbar ein Problem damit haben oder ihnen die schriftliche Ausdrucksweise gleichgültig ist.

Duden Rechtschreibung

Wie kann das sein? Wenn ich an meine Schulzeit zurückdenke, dann erinnere ich mich an viel Lesen und an zahlreiche Diktate. Es gab kein Social Media und die Gewohnheit, Sprache durch Emojis oder Abkürzungen zu ersetzen. Dabei ist korrektes Schreiben doch heute eigentlich einfacher denn je – mit der PC-Rechtschreibkorrektur und dem Online-Duden.

Seitdem meine Tochter das Gymnasium besucht, hat sie kein einziges Diktat mehr geschrieben. Warum eigentlich nicht? Ist das dem bescheuerten G8 zum Opfer gefallen? Wieso werden zum Beispiel Vertretungsstunden nicht dazu genutzt, die Rechtschreibung zu schulen anstatt die Jugendlichen aufzufordern, sich „irgendwie“ (Hauptsache ruhig) zu beschäftigen? Das sollte doch jede Lehrkraft unabhängig von ihrem Unterrichtsfach können. Die verloren gegangene Fachunterrichtsstunde wäre dann ohne allzu großen Aufwand wenigstens einigermaßen sinnvoll genutzt. Sonst können die Steuerzahler von morgen zwar vielleicht Goethe interpretieren, kriegen aber keine fehlerfreie Bewerbung hin.

Rechtschreibung

Ein Trauerspiel. Ja, die Rechtschreibung ist für mich ein sehr emotionales Thema. Darüber könnte ich mich stundenlang … aber jetzt soll genug sein. Nützt ja nix, wie der Ruhri so schön sagt.

Wie ist denn deine Meinung?

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *