Auf Entdeckungstour in der Heimat (2)

Urlaub machen im eigenen Revier? Das klingt zunächst wenig spannend. Aber es eröffnet neue Horizonte, um im (Aufmacher-)Bild zu bleiben. In meinem Fall: Unser Pott ist so groß, dass man hier locker einen Jahresurlaub verbringen und jeden Tag etwas anderes erleben könnte. Wir haben klein angefangen und sind am Pfingstwochenende nach Herten gefahren. Wo genau die kleine Stadt im nordöstlichen Ruhrgebiet liegt, musste ich selbst erst einmal auf der Landkarte nachschauen.

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Rund um Herten gibt es eine Menge zu erkunden. Das wurde mit beim Durchblättern des Buches „111 Orte im Ruhrgebiet, die man gesehen haben muss“ klar. Mit dem ibis styles Hotel Herten hatten wir einen idealen Ausgangspunkt, von dem aus wir alles gemütlich ansteuern konnten.

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Das familiäre Hotel wirkt von außen zwar etwas unscheinbar, seine farbenfrohe Innenausstattung im Ruhrpottstyle hat uns aber sehr gut gefallen. Die Flure sehen aus wie Autobahnen (was ja typisch Pott ist), alles ist gekennzeichnet im Design der Autobahnen.

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Im Zimmer empfingen uns ein Förderturm und Bilder vom Walzwerk. Wir drei – Vater, Mutter, Kind – hatten ein Familienzimmer. Das sind in diesem Hotel zwei nebeneinander liegende Doppelzimmer mit Verbindungstür, und das ohne Aufpreis für Kinder bis 16. So hatte das Fräulein ihr eigenes Reich, in dem sie ihr übliches Chaos anrichten konnte. 🙂

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Nur wenige Schritte vom Hotel entfernt liegt das spätgotische Schloss Herten mit einem schönen Schlosspark, einer kleinen Kapelle, einer Gräfte und mehreren Teichen. Ein toller Ort für Spaziergänge und Veranstaltungen.

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Hier im Schloss Herten finden oft Hochzeiten statt – kein Wunder, es ist eine wirklich schöne Location. Es liegt dann der rote Teppich für das Brautpaar aus. Ich hoffe, es war okay, dass ich hier kurz für ein Foto posiert habe.

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Am nächsten Morgen sind wir als erstes zur Halde Hoheward gefahren. Ihr habe ich einen eigenen Blogbeitrag gewidmet, den du …hier findest.

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Weiter ging es nach Marl zu den schön-schiefen Wohnhügelhäusern. Durch die zurückliegende Häuserfront ist jede Wohneinheit vor neugierigen Blicken geschützt. Die Terrassen und Gärten sind üppig begrünt. Ich kann mir vorstellen, dass man hier sehr ruhig wohnt und die Siedlung gefragt ist.

Die Innenstadt bietet meiner Meinung nach nix, was ich hier zeigen sollte. Vielleicht haben wir das Sehenswerte aber auch einfach nur nicht gefunden? Sorry, Marl!

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Nur knapp zehn Autominuten von Marl entfernt: ländliche Idylle. Wir kehrten ein bei Bauer Südfeld in Herten-Scherlebeck, dem „Spargeldorf“ im Ruhrgebiet. Es ist „ein Paradebeispiel für die neue Lebensqualität und den strukturellen Wandel“, heißt es in dem oben genannten Buch. Hier auf dem Hof gibt es ein gemütliches Restaurant mit schöner Außenterrasse und einem großen Spielbereich für Kinder, das Spargelmuseum (hatte leider am Pfingstsamstag geschlossen), einen Hofladen und eine Scheune, die an diesem Mittag für eine Feier vorbereitet wurde. 

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Und was steht rund um Pfingsten üblicherweise auf der Speisekarte? Spargel und Erdbeeren natürlich! Wahrscheinlich kamen sie hier direkt aus dem Hofladen. Im Schatten unter dem Sonnenschirm mit Blick auf den schönen Innenhof haben wir das Essen und die gemütliche Pause sehr genossen.

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Weil wir noch etwas zu besorgen hatten und das Fräulein nach Shopping verlangte, haben wir auf dem Rückweg zum Hotel noch einen Stopp in Recklinghausen gemacht. Das neue, sehr modernde Shoppingcenter „Palais Vest“ kannten wir noch nicht und es gefiel uns wirklich gut. Die letzte Mahlzeit des Tages gab es auf dem schönen Marktplatz in der Innenstadt, nur wenige Schritte vom Konsumtempel entfernt.

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Bevor es am Pfingstsonntag wieder nach Hause zu den zurückgelassenen Katzen ging, sind wir im alten Dorf Westerholt vorbeigefahren, das quasi auf dem Rückweg lang. Auch dieser Ort verdient einen eigenen Blogpost: …hier.

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Tja, und wie ist nun unser Fazit nach zwei Tagen Urlaub in der Heimat? Das wollen wir wiederholen! Selbst meine beiden zunächst skeptischen Mitreisenden – „Herten? Was sollen wir denn da?“ – sind im Rückblick überzeugt: Wir hatten eine smarte „Anreise“ von nur gut 30 Minuten (mit dem üblichen Pfingststau Richtung Holland in Gegenrichtung), ein schönes Hotel, haben auf kurzem Weg viel Neues gesehen und einen Teil des Ruhrgebietes erkundet, den wir zuvor allenfalls vom Hörensagen oder vom Vorbeifahren kannten. Das alles in einem absolut vertretbaren Kostenrahmen.

Also: Neue Horizonte vor der eigenen Haustür entdecken ist zur Nachahmung unbedingt empfohlen!

 

Offenlegung:
Die beiden Übernachtungen im ibis styles Hotel Herten haben wir selbst bezahlt. Es wurde uns allerdings eine vergünstigte Rate eingeräumt. Dafür und für die ausgesprochen nette Betreuung im Hotel bedanke ich mich herzlich. Einfluss auf meine Meinung hat das jedoch nicht.

 

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