Duisburg: „Schokolade und mehr“

Wann hat man als Fan von Schokolade schon mal Gelegenheit, die Produktionsräume einer Konditorei zu besichtigen? Dass wir einen Blick hinter die Kulissen des traditionsreichen Café Kurz in Duisburg-Ruhrort werfen konnten, war echter Zufall. Denn zufällig hatte ich in einem Stadtteilmagazin von der Aktion gelesen und zufällig hatten wir Zeit für die zweistündige Besichtigung mit dem vielversprechenden Titel „Schokolade und mehr“.

IMG_1320

So stand unsere kleine Familie mit anderen an Schokolade Interessierten erwartungsfroh in der Konditorei, die nur wenige Meter vom lebhaften Friedrichsplatz entfernt ist.

IMG_1331

Gut gelaunt empfing uns der Chef, Konditormeister Thomas Fischer, und führte uns als erstes in seine Warmbackstube.

IMG_1314

Dort stellt er mit einem Gesellen und zwei Azubis überwiegend Mürbeteigböden, Teegebäck und Quiches her, meistens gleich für mehrere Tage. „Wir arbeiten immer auf Vorrat“, erklärte er seine Planung.

IMG_1349

In einem Nebenraum, der Kaltbackstube, ist Platz für filigranere Arbeiten. Hier werden Sahnetorten fertiggestellt und verziert. Natürlich ist auch die Tortendeko selbst gemacht: Raspeln aus Schokolade, Zuckerrosen, Motive nach Wunsch und Beschriftungen aller Art kreiert der Chef am liebsten selbst.

IMG_1368

Nachdem wir einen Blick in den Kühlschrank werfen durften – wo schon die duftenden Torten für den Verkauf am nächsten Tag bereitstanden -, stiegen wir im Gänsemarsch die engen, steilen Treppen des charmanten und sehr verwinkelten Altbaus nach oben in den so genannten Schokoladenraum.

IMG_1373

Spätestens hier lief allen das Wasser im Mund zusammen. Auf engem Raum warten fertige Produkte aus feiner Schokolade darauf verpackt zu werden: Herzen, Highheels und Handys, Enten und Bärchen, Marienkäfer und die klassische Tafelschokolade.

Auch viele Pralinen“rohlinge“ gibt es zu sehen, die in dieser Zuckerstube unter dem Dach von Hand und mit Hilfe verschiedener Maschinen produziert werden.

IMG_1372

Thomas Fischer legt Wert auf beste Zutaten, und das schmeckt man auch. Die Schokolade kommt aus Belgien, die Nüsse kauft er meist selbst in Italien. Wie er die Zutaten mischt, verrät der leidenschaftliche und energiegeladene Konditormeister natürlich nicht: „Geheimnis!“

Seine Erfahrung gibt er übrigens auch bei Messen und Events weiter, für die er regelmäßig gebucht wird.

IMG_1397

IMG_1415

Im Raum der Schokolade durften wir dann endlich auch probieren und selbst aktiv werden. Wir gestalteten Herzen aus gerösteten Mandelstiften und Vollmilch- bzw. Dunkelschokolade. Sie trockneten so schnell, dass wir sie schon nach einigen Minuten einpacken und stolz mit nach Hause nehmen konnten (wo sie nicht mal die erste Woche überlebten).

Das Café Kurz in Duisburg-Ruhrort gibt es seit über 125 Jahren. 1891 eröffnete Adam Kurz das Geschäft, in dem er zunächst überwiegend Bonbons, gekaufte Schokoladen und einige wenige selbst gebackene Kuchen anbot. 1930 übernahmen seine Töchter das Café. 1972 pachteten die Eltern von Thomas Fischer das Geschäft und übergaben es 2012 an ihren Sohn. Das Einzugsgebiet reicht angeblich weit über den Hafenstadtteil hinaus.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.