Selbstversuch (2): Recherchen vor Reisen

[Werbung] Reiseführer, Sachbuch oder Internet: Was ist die beste Recherchequelle für die Reisevorbereitung? Bislang hatte ich mich vorwiegend mit Reiseführern auf unsere Urlaube vorbereitet. Einige Tipps fand ich zuletzt auch in Blogs und bei Instagram. Vor unserem Städtetrip in die britische Hauptstadt war ich auf “London Calling” aufmerksam geworden – kein Reiseführer, sondern ein Sachbuch. Ob auch das bei der Urlaubsvorbereitung hilfreich sein kann? Ich habe es ausprobiert und das Buch vor unserem London-Besuch gelesen. Hier ist mein “Versuchsergebnis”:

London Reiseführer

Auf Reisen möchte ich nicht nur Sehenswürdigkeiten abhaken, sondern möglichst auch ein bisschen über Land und Leute erfahren. Das kommt in klassischen Reiseführern oft sehr kurz. Umso informativer fand ich die Geschichten von Annette Dittert. Von ihr habe ich erfahren, was typisch für die Engländer ist:

  • “My home is my castle.” Es dauert lange, bis man von einem Engländer nach Hause eingeladen wird. Seine Front Door teilt er nur ungern. Die Engländer haben deshalb meistens ein eigenes Haus (auch wenn es noch so klein und schäbig ist) – in Mehrparteienhäusern wohnen in der Regel die Ausländer.
  • Die Briten leben lieber in Bodennähe als in luftiger Höhe und stehen mit moderner Architektur generell auf dem Kriegsfuß.
  • Engländer kommen mit Temperaturen über 25 Grad nicht klar.
  • Die Briten beherrschen die Kunst des Smalltalks.
  • “Our England is a garden.” Engländer lieben das Gärtnern.
  • Der berühmte Paddington Bär ist ein Nationalheiligtum wie der Afternoon Tea, die Beatles oder rote Telefonzellen.
  • Dem Briten ist jede Art von systematisch vorausschauender Planung fremd oder zuwider – eine Eigenart, die ich etwas merkwürdig und schwer nachvollziehbar finde. Ich gehöre dann nämlich zum komplett gegensätzlichen Lager…

Reiseführer

In dem klassischen Reiseführer, den ich mir für London gekauft habe, ist von alldem nicht die Rede. Er informiert dafür detailliert über Sehenswürdigkeiten, ihre Öffnungszeiten und Eintrittspreise, über empfehlenswerte Cafés und Restaurants und wo es sich am besten shoppen lässt. Auch wichtig!

Tatsächlich gibt es aber auch in dem Sachbuch der langjährigen ARD-Korrespondentin konkrete Reisetipps. Zum Beispiel über

  • den Osten Londons, den aus ihrer Sicht abwechslungsreichsten und vielschichtigsten Teil der Stadt
  • Spitalfields, Brick Lane und Princelet Street (Blogempfehlung: www.spitalfieldslife.com)
  • das Stadtviertel Bethnal Green im Eastend: bunt, chaotisch, arm und echt
  • Notting Hill und seine berühmte Lebensader, die Portobello Road
  • Temple, einen versteckten, magischen Ort

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Sehr ausführlich geht es in dem Buch “London Calling” natürlich auch um den Brexit. Ganz ehrlich: Nach dem Lesen verstehe ich die Zusammenhänge und die Denke der Englänger viel besser!

Interessant zu lesen fand ich, dass die wenigsten Engländer etwas mit Europa zu tun haben (wollen) – auch wenn wir das irgendwie schon gemerkt haben. England sei nicht Europa – Europa sei da drüben, der Kontinent.

London Calling

Doch hilft letztendlich das Wissen, wie der Engländer tickt und warum er unbedingt den Brexit will, auch für einen simplen Urlaub? Ich meine ja. Für mich war die Lektüre jedenfalls nicht nur extrem unterhaltsam und informativ, sondern auch eine gute Einstimmung und Vorbereitung auf unsere Städtereise nach London.

So viel kann ich verraten: Ich war auf den Spuren von Annette Dittert unterwegs. Welche das waren und warum das gut war, erzähle ich …hier.

 

Hinweis: Für mein Experiment hat mir der Verlag ein unentgeltliches Rezensionsexemplar von “London Calling” zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Ich habe den Beitrag deshalb mit [Werbung] gekennzeichnet. Einfluss auf meine Meinung hat dies jedoch nicht.

 

 

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