Selbstversuch (4): Neue Blickwinkel

Ich habe noch nie eine Führung durch meine Heimatstadt gemacht. Brauche ich doch nicht, dachte ich: Duisburg ist nicht Berlin, und schließlich wohne ich hier seit mehr als 40 Jahren. Aber warum eigentlich nicht?! Weder kenne ich jede Ecke noch weiß ich alles über die Stadt an Rhein und Ruhr. Also machte ich nach Essen und Bochum auch in Duisburg eine #instaradtour.

Lehmbruck Museum Duisburg   Brunnenmeile Duisburg

Bei herrlichem Spätsommerwetter und in netter Gesellschaft ging es los: Wir trafen uns am Bahnhof, diskutierten einige der öffentlich zugänglichen Kunstwerke des Lehmbruck Museums im Kantpark und bestaunten den bunten Vogel auf der Duisburger Brunnenmeile.

Lifesaver Duisburg

Der “Lifesaver” von Niki de Saint Phalle ist auf der Haupteinkaufsstraße ein echter Hingucker und seit seiner Fertigstellung 1993 eines der Wahrzeichen von Duisburg. Wegen der hohen Kosten war er durchaus umstritten und hieß eine Weile sogar “Pleitegeier”.

Aber wie kommt die schrille Skulptur zu ihrem Namen? Das war mir gar nicht mehr so klar. Dank kunstgebiet.ruhr weiß ich: An der Vorderseite eines vogelähnlichen Fabelwesens mit ausgebreiteten Flügeln und großen, mit Krallen besetzten Füßen klammert eine weibliche Figur. Sie erinnert an die “Nana”, mit der die französische Künstlerin berühmt wurde. Die Skulptur soll ein Symbol für den Himmel und zugleich ein beschützender Bote sein.

U-Bahn-Station Duisburg

Gleich hinter dem Lifesaver ist der Eingang zur Duisburger U-Bahn, mit der ich gelegentlich in die Innenstadt fahre. Diese Station, der König-Heinrich-Platz, ist eine besondere: Sie wurde von Gerhard Richter künstlerisch gestaltet und ist wohltuend farbenfroh.

Theater Duisburg

Der Platz vor dem Theater – schon so oft war ich hier. Aber selten war der Himmel so strahlend blau, die “5 Arcs x 5” von Bernar Venet frei von spielenden Kindern und die Straße dahinter kaum befahren. Schön!

Anne Frank Denkmal Duisburg

Dann eine Überraschung: Zwischen Innenstadt und Innenhafen, an der alten Stadtmauer, steht ein Mahnmal für Anne Frank. Ich muss den glänzenden Block aus schwarzem Granit, in dem sich hier der Turm der Salvatorkirche spiegelt. jedes Mal übersehen haben.

Innenhafen Duisburg

Viel zu kurz war unser Aufenthalt im Garten der Erinnerung. Der Innenhafen ist ja einer meiner Lieblingsplätze in Duisburg. Hier gibt es so viel zu erkunden, dass mir jedes Mal etwas Neues auffällt. Hier hätten wir durchaus den ganzen Tag verbringen können.

Rheinorange Duisburg

Doch es war gut, dass wir noch weitergefahren sind. Zur Rheinorange. Natürlich hatte ich die in RAL 2004 “reinorange” gestrichene Stahlskulptur von Lutz Fritsch schon aus mehreren Perspektiven gesehen – von Homberg und von Ruhrort aus. Direkt davor gestanden hatte ich allerdings noch nicht. Und das, obwohl es ein durchaus besonderer Ort ist: am Ende des Ruhrtalwegs, wo die Ruhr in den Rhein mündet. Ein niedlicher Zufall war, dass gerade Schafe hier grasten. Mäh!

Rheinorange Duisburg   Rheinorange Duisburg

Vor allem, aber nicht nur wegen der Rheinorange hat sich die heimische Stadtführung gelohnt. Ich habe zwar überwiegend bekannte Orte gesehen, diese aber aus einem neuen Blickwinkel. Wenn sich wieder mal die Gelegenheit zu einer geführten Tour durch Duisburg ergibt, mache ich bestimmt nochmal mit. Guckst DU!

kunstgebietruhrtour 2018 Duisburg Fotos_ kunstgebiet ruhr-steraphoto_1884

Nach der #kunstgebietruhrtour im Juni in Essen (Beitrag …hier) und im August in Bochum (Beitrag …hier) war diese Tour durch Duisburg die dritte und leider auch letzte in diesem Jahr. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass es 2019 gerne eine Fortsetzung geben soll. Ich wäre dabei – du auch?!

Weitere Informationen: www.kunstgebiet.ruhr

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Hinweise:
Zu der #instaradtour war ich eingeladen. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist davon unbeeinflusst. Ein Honorar habe ich nicht erhalten.

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