Sharjah: Ein Geheimtipp?!

Kann man über eine Stadt schreiben, die man eigentlich nur flüchtig kennt? Ein detaillierter Reiseführer kann es jedenfalls nicht sein. Den Anspruch erhebt dieser Beitrag auch nicht. Vielmehr geht es darum zu schildern, dass Sharjah, die islamische Kulturhauptstadt 2014, auf jeden Fall „auf dem Schirm“ sein sollte bei einer Reiseplanung für die Vereinigten Arabischen Emirate. Warum ich dieser Meinung bin, will ich nachfolgend versuchen zu beschreiben.

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Sharjah ist ein Nachbaremirat von Dubai und (noch) wenig touristisch geprägt. Das mag auch daran liegen, dass es eines der konservativsten Emirate ist. Sein Scheich ist eng mit dem König von Saudi-Arabien verbunden, einem Land, in dem vieles verboten und das mir deshalb auch suspekt ist. Wahrscheinlich gilt wegen dieser persönlichen Verbundenheit der Herrscher in Sharjah auch ein Alkoholverbot, das garantiert viele Touristen von einem Aufenthalt abhält.

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Was man auch über Sharjah wissen sollte: Es gibt hier keine schönen Strände. Einige wenige Hotels liegen zwar am Meer, aber wirklich schön ist die Küste der Hafenstadt mit zwei Lagunen nicht. Das war auch der Grund, warum wir uns in diesem Jahr für die ersten Tage für ein Strandhotel in Ajman entschieden hatten.

An einem Nachmittag sind wir von dort aus für einen kurzen Stadtbesuch ins nur 15 Taximinuten entfernte Nachbaremirat gefahren. Als erstes haben wir uns das Wahrzeichen von Sharjah, den Blue Souk, angesehen. Er soll sogar der schönste Souk der gesamten VAE sein, was ich gern bestätigen möchte. Das riesige Gebäude aus dem Jahr 1978 mit aufgesetzten Windtürmen wirkt wie ein Belle-Epoque-Bahnhof.

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Der Blue Souk (auch: Central Souk) ist ein großes Shoppingcenter mit einer Fläche von ungefähr 80.000 Quadratmetern. Charakteristisch ist seine prächtige arabische Architektur sowie die blauen Dachgewölbe und die blaugemusterten Verzierungen an den Außenfassaden. Die „Financial Times“ bezeichnet ihn sogar als eines der schönsten Gebäude im arabisch-sprachigen Raum.

Der Souk besteht aus zwei Hauptgebäuden, die miteinander über Brücken verbunden sind und jeweils über zwei Etagen, acht Einheiten und 12 Eingänge auf allen Seiten verfügen.

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Das Warenangebot im Blue Souk ist nicht mit dem typischer Malls vergleichbar. In den etwa 600 Geschäften gibt es vor allem Goldschmuck, arabische Textilien, Teppiche, Antiquitäten, Elektronik und Parfum. Auch einige wenige  Shops mit Souvenirs gibt es. Bei unserem Besuch waren wir offenbar die einzigen Touristen. Was ich bemerkenswert finde: Ausgerechnet hier haben wir ein ganz spezielles Nike-Baseballcap gefunden, nach dem wir zuvor wochenlang gesucht hatten!

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Der Blue Souk ist angenehm klimatisiert und deshalb ein gutes Besichtigungsziel auch in der sommerlichen Hitze.

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Mit Einbruch der Dunkelheit, als die Temperaturen etwas angenehmer wurden, sind wir nach Al Qasba gefahren, wo sich mit dem „Eye of the Emirates“ eine der Hauptattraktionen von Sharjah befindet.

AI Qasba ist ein Freizeit- und Vergnügungsviertel mit Restaurants und Angeboten zur Unterhaltung der ganzen Familie. Es liegt direkt an einem etwa einen Kilometer langen Kanal, der die Lagunen Al Khan und Khalid miteinander verbindet.

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Das „Eye of the Emirates“ ist seit 2005 in Betrieb. Alle 42 Kabinen sind klimatisiert. Wir sind abends mit dem Riesenrad gefahren und hatten deshalb aus 60 Metern Höhe „nur“ einen Ausblick auf die erleuchtete Stadt. Bei Tag und bei gutem Wetter soll die Sicht bis Dubai bzw. Ajman reichen.

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„Vergessen Sie Dubai, besuchen Sie Sharjah!“ – Einen Artikel mit diesem Titel habe ich nach dem Urlaub irgendwo gelesen. Ich will es mal so formulieren: Wer vorher noch nie in den VAE war und dann nicht nach Dubai fährt, wird definitiv etwas verpassen. Die Glitzermetropole mit ihren weltweit bekannten Sehenswürdigkeiten ist einfach ein Muss, wenn man in den Mittleren Osten reist.

Wer aber wie wir schon einige Male dort war, kann und sollte sich auch einmal in den anderen Emiraten umschauen. Für meine Reiseplanung steht jedenfalls zweierlei fest:

  1. Ich werde früher oder später wieder in die VAE reisen.
  2. Ein Aufenthalt in Sharjah, wenigstens für ein paar Tage, ist definitiv gesetzt.

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Auf dem Weg von unserem Strandhotel in Ajman zu unserem Stadthotel in Dubai sind wir in Sharjah an tollen Gebäuden und Promenaden vorbeigefahren, die ich irgendwann auf jeden Fall einmal in Ruhe erlaufen möchte. 

Bis es soweit ist, werden in Sharjah sicher noch Malls, Parks und weitere Hotels errichtet worden sein, so dass es dann auch hier viel zu entdecken gibt. Ich freue mich schon darauf!

 

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