Was mich die Berge gelehrt haben

In den Alpen geht die Skisaison nun langsam zu Ende. Wenn die Osterferien vorbei sind, schicken die meisten Liftbetreiber ihre Gondeln und Sessel in den Sommerschlaf. Nach einer dreijährigen Pause war ich 2019 auch mal wieder für ein verlängertes Wochenende im Skiurlaub. Wie sehr mir der Schnee unter den Brettern gefehlt hat war mir gar nicht so bewusst. Das wurde mir erst in den Bergen klar – und manches andere noch dazu. Darum geht es in diesem Beitrag.

Berge Schnee

Rund um Karneval hatte meine Tochter in diesem Jahr einige bewegliche Ferientage – zur aus meiner Sicht besten Skiurlaubszeit des Jahres. Da wir keine Jecken sind, lag die Idee nahe, ein verlängertes Wochenende im Schnee zu verbringen.

Also reisten wir für vier Skitage nach Österreich und wünschten uns natürlich bestes Frühlingsskiwetter mit viel Sonne und blauem Himmel. Leider prognostizierte die Wettervorhersage genau das Gegenteil.

In der Tat war das Wetter nicht so bilderbuchmäßig, wie wir es uns ausgemalt hatten. Es gab ein bisschen von allem: Sonnenschein, Schneefall, Nebel, blauen Himmel, Wolken. Und genau so war es gut. Denn knalleblauer Himmel und Sonne sind zwar schön für Fotos und für den Teint, aber nicht für den Schnee. Der war an den bewölkten Tagen viel besser zu fahren. Und ein bisschen Schneefall gehört eben zum Winter und zaubert eine tolle Puderzuckerschicht auf die Tannen.

Was ich gelernt habe: Lass dich nicht von Wettervorhersagen entmutigen!

Flughafen Salzburg

Aus logistischen Gründen entschied ich mich dieses Mal für ein Skigebiet, das in der Nähe des Salzburger Flughafens liegt. So konnten wir die wenigen Tage optimal nutzen. Die gleiche Idee hatten offenbar auch nicht wenige andere Gäste. Wir erfuhren, dass inzwischen mehr als die Hälfte der Touristen mit dem Flieger anreist. Anscheinend gilt: Auto ist out. Auf der Piste hörten wir so viele Fremdsprachen wie nie zuvor und trafen etliche Urlauber aus Nord- und Osteuropa.

Was ich gelernt habe: Skiurlaub wird internationaler!

Berge Skiurlaub

Mit insgesamt 120 Pistenkilometern war unser Skigebiet riesig. Eigentlich zu riesig. Unser Gastwirt hatte uns erzählt, dass man es an einem Tag schaffen kann. Wir waren jedoch mit den Pisten an unserem Haushang so zufrieden, dass wir die lange Reise ans andere Ende der Skischaukel gar nicht beendeten. An einem Tag waren wir ungefähr auf der Hälfte, als wir beschlossen, doch wieder umzukehren, um unsere Lieblingspisten zu fahren.

Was ich gelernt habe: Weniger ist manchmal mehr!

Berge Schnee

Stell dir vor: Du stehst Anfang März morgens um zehn auf 1.700 Metern Höhe, um dich herum sehr viel Schnee, die Sonne scheint, das Thermometer zeigt schon + 8 °C und du schwitzt. Genau so ist es uns ergangen. Für mich war das ein echter Oha-Moment.

Ich habe mich gefragt: Wird meine Tochter in 30 Jahren überhaupt noch selbst Skiurlaub mit ihrem Teenie machen können? Inzwischen habe ich daran Zweifel. So große Zweifel, dass ich konkret daran denke, nicht wieder drei Jahre bis zum nächsten Mal verstreichen zu lassen. Wer weiß, wie lange wir die Gelegenheit zum Skifahren in den Alpen noch haben.

Auf der anderen Seite versuche ich aber auch, einen bescheidenen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten: indem ich deutlich weniger Fleisch esse, so wenig wie möglich mit dem Auto fahre, auf unnötige Flüge verzichte und mich in Müllvermeidung übe. Das rettet nicht die Welt, so viel ist mir klar, aber ich bin achtsamer und verstehe meine Verhaltensänderung als einen Anfang.

Was ich gelernt habe: Der Klimawandel ist da!

Berge Skiurlaub

Skiurlaub ist sooooo toll! Die schöne Landschaft, die gute Luft, die sportliche Aktivität, der Rausch der Geschwindigkeit, der (Einkehr)Schwung,…

Skiurlaub ist echt anstrengend, weil man von morgens früh bis mindestens zum frühen Nachmittag mit schwerem Gepäck auf den Beinen ist und sich je nach Piste, Verkehrsaufkommen und Schneebeschaffenheit konzentrieren und gut aufpassen muss. Gleichzeitig ist gerade das so erholsam: Am Abend weiß man, was man getan hat und braucht sich um Schlafstörungen keine Sorgen zu machen.

Skiurlaub ist allerdings leider auch ziemlich teuer: Anreise, Unterkunft, Ausrüstung und Skipass gehen ganz schön ins Geld, da gibt es nix schönzureden. Auch das war ein Grund dafür, mal ein paar Jahre auszusetzen. Ich werde zukünftig das Reisebudget umschichten – da geht noch was.

Was ich gelernt habe: Drei Jahre Pause ist zu lang!

Berge Skiurlaub

Mein letzter Blick vor der Abreise war etwas wehmütig, weil wir eine so schöne Zeit in den Bergen hatten. Unser Gastgeber findet: “Es lohnt sich auch schon für drei Tage.” Ich wollte das zunächst nicht glauben, stimme ihm im Nachhinein aber zu. Drei Tage im Schnee sind für Skifahrfans definitiv besser als null Tage, und wir haben unsere vier (!) Tage wirklich sehr genossen.

Was ich gelernt habe: Der Berg ruft!

 

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