Trinkhallen: Leben anne Bude

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„Bin ma anne Bude“ – so heißt es im Ruhrgebiet, wenn jemand zur Trinkhalle um die Ecke geht. Die Trinkhalle und das Ruhrgebiet, das gehört zusammen wie Kohle und Staub. Trinkhallen sind eine Mischung aus Kiosk, Kneipe, Supermarkt und Stammtisch. Hier gibt es Zeitschriften und Zigaretten, Eis und belegte Brötchen, Brause und Schnaps, Dosenmilch und Hundefutter. Nach Ladenschluss sind Trinkhallen die Rettung, wenn doch noch etwas fehlt.

Natürlich gab es da, wo ich aufgewachsen bin, auch eine Trinkhalle. Nicht gerade um die Ecke, aber nach einer Viertelstunde zu Fuß war ich da. Ich habe dort vor allem Bonbons gekauft, die es nicht im Supermarktregal gab. Knöterich zum Beispiel. Oder diese Weingummikrokodile mit dem Schaumbauch – gibt es die eigentlich noch? Später holte ich mir dort jede Woche die „Bravo“.

Heute gehe ich kaum noch zur Bude. Zum letzten Mal war ich, glaube ich, vor zwei Jahren da. Ich wollte im Büro einen Milchkaffee trinken, es war aber nur noch Dosenmilch im Kühlschrank. Also schnell um die Ecke eine H-Milch kaufen. Die Zeiten von „Bravo“ sind eben vorbei.

 

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Das hier war auch mal eine Trinkhalle. Doch mit den Zechen und Hütten schlossen auch viele Buden. Vielleicht ist das eine davon? Hinter den Rolladen befindet sich jetzt jedenfalls ein Büro. Sind die Schotten runter, ist Feierabend!

 

Erster „Tag der Trinkhallen“

Angeblich steht jede dritte deutsche Trinkhalle im Ruhrgebiet. Zwölf- bis fünfzehntausend sollen es zwischen Duisburg und Dortmund sein. Der Regionalverband Ruhr und die Ruhr Tourismus GmbH haben deshalb  2016 zum Jahr der Trinkhalle erklärt. Am 20. August 2016 ist der erste „Tag der Trinkhallen“.

Mehr Infos:

www.tagdertrinkhallen.ruhr/der-tag/worum-gehts/?gclid=CNW3hbexxs4CFQIW0wodRgIINg

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